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Lette gewinnt die Premiere

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Ebersberg - In Ebersberg fand die 1. Offene Bayerische Meisterschaft im Schach960 statt. Der Sieger heißt Toms Kantans (22), der für die SG Speyer spielt.

Die Schachunion Ebersberg-Grafing hat im Stadtsaal „Alter Speicher“ im Ebersberger Klosterbauhof die 1.Offene Bayerische Meisterschaft im Schach960 ausgetragen. Bei besten Spielbedingungen wurde das stark besetzte Turnier eine rundum gelungene Premiere.

Turnierleiter Ulrich Zenker aus Grafing hatte hervorragende Vorarbeit geleistet. Seit über einem halben Jahr propagiert er mit großem Engagement (u.a. auf der Website www.initiativeSchach960.de) diese Form des Schachspiels, bei der die Figuren auf den Grundlinien vom Computer ausgelost werden. Auswendig gelernte Eröffnungstheorien sind so nutzlos geworden.

Der Schachunion Ebersberg-Grafing, die Schach960 seit geraumer Zeit in ihrem Programm hat, war es ein Anliegen, zu ihrem 50-jährigen Bestehen das erste Titelturnier in Bayern auszurichten und damit Vorreiter in Bayern zu werden.

Der SU-Vorsitzende Georg Schweiger begrüßte das Feld von 61 Teilnehmern aus nah und fern, die trotz mehrerer konkurrierender Schachveranstaltungen und vielleicht anfänglicher Skepsis gegenüber dem Neuen angetreten waren. Bemerkenswert war die hohe Anzahl von 15 Titelträgern, darunter sogar fünf Schachgroßmeister.

Die sieben Runden nach Schweizer System bei Schnellschachbedenkzeit mit Fischer-Modus wurden von Turnierleiter Ulrich Zenker reibungslos in sechs Stunden abgewickelt. Nach diesen sieben Partien hatte der 22-jährige Internationale Meister Toms Kantans aus Lettland, der für die SG Speyer spielt, mit sechs Punkten und bester Wertung den ersten Platz erreicht, vor dem punktgleichen Großmeister Egor Krivoborodov vom Schachclub Garching.

Hinter diesem Duo kamen gleich fünf Spieler auf jeweils 5,5 Punkte: Aufgrund der Wertung ergab dies folgende Reihenfolge: Platz drei für den aus Georgien stammenden Großmeister Alexandre Dgebuadze, auf Rang vier Großmeister Leonid Milov (Ukraine), Platz fünf IM Thies Heinemann (Hamburger SK) vor Michael Fedorowski von Bayern München. Die einzige Dame im Turnier, die Internationale Meisterin Anna Iwanow, erreichte mit fünf Punkten den neunten Rang.

Den Sonderpreis für den besten Senior erhielt die Schachlegende Großmeister Vlastimil Hort, einst unter den TopTen der Welt (im Turnier Platz acht mit fünf Punkten).

Aus Landkreissicht erfreulich war der Endstand bei den Jugendlichen: Hier siegte der für den SC Vaterstetten spielende Markt Schwabener Lars Goldbeck vor Arpad Botos vom Ausrichter SU Ebersberg-Grafing. Auch bei den vier verschiedenen Kategorien der Rating-Preise konnten Lokalmatadoren erstaunliche Erfolge erzielen. Bei den Preisträgern der besten Spieler unter DWZ 2000 errang Lokalmatadors Arthur Gil (SU) den zweiten Platz, Dritter wurde geradezu sensationell Bernward Klocke vom SK Markt Schwaben, der sich mit vier Punkten ausgezeichnet behauptete.

Der Ratingpreis für den Besten unter DWZ 1800 ging an den Grafinger Werner Clausnitzer. Dritter wurde hier der Hohenlindener Siegfried Kunz (ebenfalls Schachunion) vor Moritz Heimbächer vom SC Vaterstetten, dem sogar ein verdientes Remis gegen GM Vlastimil Hort gelungen war.

Bei den Spielern unter DWZ 1600 war Bester Lars Goldbeck, der aber schon den Preis für den besten Jugendlichen bekommen hatte. So war aus Landkreissicht hier am erfolgreichsten Dominik Huber von der Schachunion Ebersberg-Grafing auf Rang vier.

Wie gelungen die Premiere im Schach960 empfunden wurde, zeigte ein weiteres Novum: Gleich drei bekannte Spieler, GM Vlastimil Hort, der Münchener Großmeister Gerald Hertneck (10.) und der IM Thomas Reich (11.) ergriffen nach der Siegerehrung nacheinander das Mikrofon und lobten den Ausrichter für diese Premiere im Schach960. gs

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