Zu früh gefreut: Franz Tuscher (l.) und Christian Breu.

Fußball

Löwen-Serie ungebrochen

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Für Spieler, Helfer und Zuschauer des Emmeringer Faschingsderbys war es ein langer, anstrengender, aber auch einmalig unterhaltsamer Heimspieltag rund ums Pfarrbachstadion.

Emmering –  Lediglich bei den Anhängern des FC Bayern stellte sich während der Siegerehrung beim Bichler ein Stimmungstief ein. Denn auch bei der vierten Auflage des ortsinternen Fan-Duells gegen die Münchner Löwen hatten die Roten das Nachsehen. Nach zweimal 33 Spielminuten und einem 4:2 (0:2)-Erfolg der Blauen wurde bei der Pokalübergabe der Sechzger Marsch gespielt, zu dem die Bayern äußerst widerwillig mindestens die Lippen bewegen mussten.

Einige Stunden vorher hatten beide Teams auf ihren jeweiligen Mannschaftsausflügen noch ordentlich Selbstvertrauen und diverse Mutmacher getankt. Etwas verspätet, aber immerhin gleichzeitig kehrte die FCB-Fraktion aus dem Sudelfeld und die 1860-Abordnung aus Giesing eine gute halbe Stunde vor dem Anpfiff bei strahlendem Sonnenschein ins Pfarrbachstadion zurück. „Da wollen wir uns auch alle bei den Spielerfrauen und den vielen Helfern aus dem Ort für ihre Hilfe beim Aufbau bedanken, während wir weg waren.“ Selbst für ein sportliches Warmmachen sei nicht mehr viel Zeit geblieben, erklärte Emmerings Pressesprecher Manuel Sedlmaier, der kurz darauf im roten Dress auflief. Stellenweise war die hochkonzentrierte Vorbereitung den Kickern auf dem Platz zwar anzumerken, doch gerade Michael Tuschers Doppelpack sorgte in der ersten Halbzeit auch für sportlichen Unterhaltungswert bei den über 300 Schaulustigen. Die 2:0-Pausenführung machte den Roten berechtigt Hoffnung auf ihren Premierensieg im Faschingsderby. „Da haben wir schon gemeint, jetzt klappt‘s“, ärgerte sich Sedlmaier über die vier Sechzig-Treffer, die diesen Traum platzen ließen. „Jetzt verstecken wir uns eine Woche daheim und in zehn Jahren werden wir zurückschlagen.“

Kurioserweise war es am nächsten Morgen Manuel Sedlmaier, der mit dem Siegerpokal aufwachte. Nachdem die Sechzger beim Bichler ausführlich gejubelt, die Partyband mixxtour auf dem Sportlerball ordentlich eingeheizt hatte und Sedlmaier gegen 2.30 Uhr zusperren wollte, stand die Trophäe vergessen und mutterseelenalleine am Tresen.

So hat der Derbysieg für die Blauen noch ein kleines Nachspiel, denn der Pokal muss nun bei den Roten ausgelöst werden.  bj

FC Bayern: Manuel Sedlmaier, Christian Breu, Thomas Lober, Alois+Christof Kirchlechner, Tobias Stellner, Boll, Christian Moosbauer, Andi Hollerieth, Franz+Michael Tuscher, Tobias Schütze, Simon Wimmer, Michael Niedermeier. 1860 München:Simon Ametsbichler, Michael Görg, Charly Mohr, Stefan Staudigl, Simon+Marinus Riedl, Bernhard Bodmeier, Daniel Anemüller, Max Gressierer, Anton+Seppi Voglsinger, Alex Robeis, Dominik+Alex Mohr, Martin+Paul Turnhuber, Max Stabernak, Ludwig Auer, Andi Bauer, Flo Ziereis.

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