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„Mehr Team“ für den Meistertitel

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Der Bayerische U 20-Champion (hi., v.l.): Valli Schneckenburger, Laurenz Welsch, Patrick Nietzsche, Simon Breinbauer, (vo., v.l.) Johannes Helm, Markus Zymmara (Trainer), Paul Koch, Tim Aust, Yannick Sambale, Ferdinand Rosenmüller, Marvin Primus und Yannick Bibelriether.
Der Bayerische U 20-Champion (hi., v.l.): Valli Schneckenburger, Laurenz Welsch, Patrick Nietzsche, Simon Breinbauer, (vo., v.l.) Johannes Helm, Markus Zymmara (Trainer), Paul Koch, Tim Aust, Yannick Sambale, Ferdinand Rosenmüller, Marvin Primus und Yannick Bibelriether. © Foto: Verein

Mit einem glasklaren Arbeitsauftrag ihres Jugendleiters Rudi Obermair im Gepäck reisten die Grafinger U20-Junioren zu den Bayerischen Volleyballmeisterschaften nach Schwaig an: Meistertitel oder nix! Es wurde Ersteres.

VON JULIAN BETZL

Grafing – Dass diese Erwartungshaltung nicht ganz aus dem Nichts gegriffen ist, erklärte der Cheftrainer der TSV-Talente, Markus Zymmara, wie folgt: „Es war ja im Vorfeld klar, dass Dachau und Grafing mit ihren vielen Auswahlspielern den Titel unter sich ausmachen würden.“

Während beispielsweise die Grafinger Gruppenkonkurrenten Hammelburg und Schwaig „vereinzelt mal zwei Zweitligaspieler“ in ihren Kaderlisten aufbieten könnten, rekrutierten sich die beiden bayerischen Hochburgen des Juniorenvolleyballs fast ausschließlich aus National- sowie Landesauswahlkadern über die Kontaktnetze der Volleyballinternatsschüler.

„Also, wenn ich mir unseren U20-Kader anschaue, bin ich sicher, dass wir, mit mehr gemeinsamen Trainingseinheiten, der Grafinger Zweitligamannschaft gefährlich werden könnten“, sagte Zymmara.

Wenig überraschend zogen die Bärenstädter ohne Satzverlust in beiden Vorrundenpartien ins Halbfinale gegen Harteck ein – und machten auch mit den Sportfreunden aus München kurzen Prozess (25:11, 25:14). Was auf Außenstehende arrogant klingen mag, praktisch aber lediglich die gewaltige Leistungsschere auf Landesebene ausdrückt, ist Zymmaras trockene Einschätzung: „Bis dahin haben die Jungs mich nicht gebraucht. Als Trainer hätte ich eigentlich auch erst zum Finale anreisen können.“

Das a priori feststehende Titel-Duell mit Dachau, betont der TSV-Trainer, „hätten die Jungs ohne Coach nicht gewonnen“. Im Anfangssatz ging Zymmaras Matchplan noch vergleichsweise gut auf, die eigenen Aufschläge und die Blockabwehr um Juniorennationalspieler Simon Breinbauer, Mittelblocker bei Zweitligist VCO Berlin, erzielten in den ausgemachten Dachauer Schwachstellen Wirkungstreffer. Nur erhöhte sich in Reihen der Grafinger nach dem 25:21-Satzgewinn im zweiten Durchgang die Eigenfehlerquote merklich. „Mitte des zweiten Satzes haben wir richtig Federn gelassen“, reagierte Markus Zymmara auf den Abwärtstrend unter anderem mit einem goldenen Händchen bei der Einwechslung von Außenangreifer Janik Sambale. Als 2005er-Jahrgang feierte der Beach-Spezialist vom TuS Holzkirchen nicht nur als jüngster Akteur auf dem Parkett sein Debüt auf diesem Leistungsniveau. Der einzige Grafinger Kaderspieler ohne Auswahlstatus oder Internatsplatz wurde auch noch zum MVP gekürt. „Das hat mich für Janik sehr gefreut“, lobte Zymmara – ebenso wie ein paar wichtige Punkterfolge von Sambale, die den 27:29-Satzverlust aber nicht abwenden konnten.

Auch im anschließenden Tiebreak lief die Partie lange in Richtung der Dachauer, die bis zum 6:8 aus Grafinger Sicht jedes Side-Out durchbekamen. „In dieser Situation, als wir schließlich zwei oder drei Matchbälle abwehren mussten, war für mich entscheidend, dass wir im Vergleich ein bisschen mehr Team waren und einen starken Mannschaftsgeist gezeigt haben“, so Zymmara. Dirigiert vom Teamkern-Triumvirat Tim Aust, Marvin Primus und Paul Koch sicherte sich Grafings U20 in einem Herzschlagfinale den Bayerischen Meistertitel. Und erfüllte somit die Zielvorgabe von TSV-Jugendleiter Rudi Obermair.

Jetzt kann der TSV Grafing Anfang Mai auch als rechtmäßiger Landesmeister die Deutsche U20-Meisterschaft in Grafing und Ebersberg ausrichten.

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