Nach Siegen 2017 und 2018 diesmal Vierte in der Vielseitigkeit: Lisa Gallersdörfer. sro

Reitsport

„Zu lange die Gegend angeschaut“

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Lisa Gallersdörfer weiß, dass sie als unerfahrene Vielseitigkeitsreiterin gegen die routinierte Konkurrenz kaum mithalten kann. Dabei hat die 23-Jährige zweimal den Wettbewerb am Steinsee gewonnen.

VON WOLFGANG HERFORT

Moosach – Unter den 239 Teilnehmern, die beim Pfingstturnier des RC Steinsee an den Start gingen, waren einige nicht nur in der Pferdesportszene bekannte Namen. Von Martin Drescher, langjähriges Bundeskadermitglied und mehrmaliger Nationenpreisreiter, bis zu Olympia- und WM-Teilnehmer Bodo Battenberg reichte die Palette erfahrener Starter. Aber auch der Nachwuchs war vertreten: Anna-Katharina Vogel. Die 22-Jährige hatte erst kürzlich für ihrer Erfolge das Goldene Reitabzeichen verliehen bekommen.

Namen und Erfolge, die Lisa Gallersdörfer kennt, denen sie mit Respekt begegnet. Mehr muss die 23-jährige vom RC Steinsee allerdings auch nicht. Denn obwohl die Studentin das Vielseitigkeitsreiten („die Königsdisziplin des Reitsports“) erst seit einigen Jahren betreibt, kann sie beachtliche Resultate vorweisen. Vor allen Dingen „zuhause“ in Niederseeon. 2017 und 2018 gab sie bei den Pfingstturnieren der Konkurrenz das Nachsehen. Dass es diesmal „nur“ Rang vier geworden ist, quittiert sie erstaunlich ehrlich: „Es waren routinierte Vielseitigkeitsreiter und -pferde am Start. Da fehlt mir einfach die Erfahrung, um mitzuhalten.“ Die Analyse, woran es genau gelegen haben mag, diesmal nicht auf das Siegerpodest gekommen zu sein, kommt mit einem Lachen: „Ich war im Gelände zu langsam, hab’ mir wohl zu lange die Gegend angeschaut, hat es geheißen.“ Dressur und Springen waren dagegen „einwandfrei“.

Mit ihrer 16 Jahre alten Stute Florenz, die wie sie erst in die Ansprüche der Vielseitigkeit reingewachsen war („bis vor ein paar Jahren waren wir beide darin total unerfahren“), hatte sich Gallersdörfer gut vorbereitet. Zweimal täglich wurde trainiert, um die entsprechende Kondition für diesen speziellen Dreikampf zu bekommen. Dass die 23-Jährige quasi mit Pferden aufwuchs und seit ihrem sechsten Lebensjahr selber im Sattel sitzt, war dabei hilfreich.

Auch wenn sich Lisa Gallersdörfer selber als pferdenarrisch bezeichnet und sie nahezu täglich in Niederseeon ist, um mit Florenz und anderen Pferden auszureiten, legt sie keinen gesteigerten Wert auf sportlichen Erfolg. Turniere will sie weiterhin nur ab und zu bestreiten, zumeist in der näheren Umgebung. Wie und wo, „das lasse ich auf mich zukommen und entscheide nach Stimmung und Verfassung meines Pferdes.“ Gallersdörfers Glück liegt eben auf dem Rücken der Pferde.

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