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Den Sorgen ein wenig davonschwimmen

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Planschen statt Panik. Die Schwimmkurs-Teilnehmer mit den Trainern Michael Krecik, Christian Sponfeldner und Sebastian Lugmayr (hinten, v.l.). foto: svge
Planschen statt Panik. Die Schwimmkurs-Teilnehmer mit den Trainern Michael Krecik, Christian Sponfeldner und Sebastian Lugmayr (hinten, v.l.). foto: svge

Ebersberg - Die Schwimmkurse des SV Grafing-Ebersberg für Asylbewerber sind Maßnahmen für Freizeitgestaltung und Lebensrettung zugleich.

Jeden Tag erreichen Deutschland neue schreckliche Bilder und Nachrichten von Flüchtlingen, die an Bahnhöfen campieren müssen, sehnsüchtig auf einen Zug warten oder sich zu Fuß auf die beschwerliche Reise machen. Wenn sie in Flüchtlingsunterkünften ankommen, scheint die Situation gerettet - zumindest vorübergehend.

Allein in der Kreisstadt Ebersberg gibt es mehrere Unterkünfte, in denen die Asylsuchenden untergebracht wurden. „Der Helferkreis Asyl engagiert sich hier rund um die Uhr“, wie Sylvia Wammetsberger, Martina Fink und Manfred Kugler berichten. Den Asylbewerbern fehlt aber häufig die Beschäftigung. Der Schwimmverein Grafing-Ebersberg - allen voran Initiator Christian Sponfeldner - nahm sich vor, diesen Zustand innerhalb seiner Möglichkeiten zu verändern. Konfrontiert mit dem Schicksal eines Asylbewerbers aus Grafing, der 2014 im Klostersee ertrunken war, sah man ein Angebot von Schwimmkursen für unbedingt erforderlich an. Der SVGE-Vorstand und einige Trainer erarbeiteten zusammen mit dem Helferkreis ein Konzept für ein solches Projekt.

In einer kleinen Gruppe von knapp zehn Teilnehmern sollen Grundfertigkeiten im Umgang mit Wasser erlernt und geschult werden. Vor allem die Gefahren offener Gewässer müssen besprochen und die Einschätzung der eigenen (Schwimm-)Fähigkeiten verbessert werden.

Am 27. Juni startete der erste Kurs. Im Voraus hatte die Stadt Ebersberg dem Vorhaben eine Belegzeit des Hallenbads immer am frühen Samstagnachmittag zugesprochen. Jeweils drei bis vier Trainer und Verantwortliche fanden sich im Wasser und am Beckenrand ein, gewöhnten die Teilnehmer ans Wasser und übten Schwimmbewegungen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Dank des großen Einsatzes der Gruppe wurden schnell Fortschritte erreicht, sodass einige Teilnehmer schon nach kurzer Zeit im tiefen Wasser ohne Hilfsmittel schwimmen konnten.

Mit einem Schaubild wurden auch die Tücken von Seen und Flüssen näher gebracht. Die Asylsuchenden hatten viel Spaß und kamen immer motiviert ins Hallenbad. Deshalb soll auch nach den Sommerferien wieder ein Kurs angeboten werden.

Zum Abschluss der fünf Einheiten trafen sich Trainer und Teilnehmer im Grafinger Freibad, um ihre neu erlernten Fähigkeiten noch einmal zu beweisen. „Ein besonderer Dank gilt Christian Sponfeldner, Michael Krecik, Sebastian Lugmayr, Keno Maierhofer, Niklas Fent und den Vorstandsmitgliedern des SVGE sowie den Verantwortlichen im Helferkreis Asyl Manfred Kugler, Sylvia Wammetsberger und Martina Fink, die dieses Projekt realisieren konnten“, sagt Julia Braun, Pressesprecherin der SVGE. „Ebenso wie der Stadt Ebersberg für die Bereitstellung des Hallenbads sowie der Stadt und den Bademeistern im Freibad Grafing.“ bj/ez

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