Nach Platz sieben in Nürnberg sprach Dominik Stork vom nahenden Ende seiner aktiven Laufbahn. Foto: Jodl

Der Spaß nähert sich seinem Ende

Landkreis - Beachvolleyballer Dominik Stork will im Sand künftig kürzer treten.

von johannes markmann

Grafing/Nürnberg - Nachdenklich steht Dominik Stork auf dem Nürnberger Hauptmarkt und richtet den Blick auf jene prächtige Beachvolleyball-Anlage, die dort für ein Turnier der deutschen „smart beach tour“ aufgeschüttet wurde. Mit Platz sieben haben er und sein Kieler Spielpartner Lorenz Schümann gerade wieder ein starkes Resultat geschafft. „Mir macht das alles hier jede Menge Spaß. Aber ich bin auch ausgebrannt und brauche ein bisschen Abstand.“ Es ist die Ankündigung einer Abkehr vom Leistungssport, die der 22-Jährige da ausspricht.

Im Kindesalter hatte der Ebersberger Stork in Grafing mit dem Volleyball spielen begonnen. Schnell kamen Auswahl-Mannschaften und zusätzliche Turniere dazu. Stork räumte dem Sport jede Menge Platz in seinem Leben ein. Nach dem Abitur kam die Zeit für einen „Tapetenwechsel“, wie Stork sagt. Seiner sportlichen Heimat Grafing war er da in Sachen Beachvolleyball entwachsen. Stork zog nach Hamburg, wo die Fördermöglichkeiten für Beachvolleyballer um Klassen besser sind und ging per Stipendium für ein Jahr in die USA. Auf Welt- und Europameisterschaften im Nachwuchs-Bereich reiste er quer durch Europa.

Der vergangene Sommer war dann aber ein verlorener. Stork plagte sich mit einer Virus-Erkrankung, Partner Schümann war verletzt.

2014 wollten sie es noch einmal wissen. Per Wildcard kamen sie zu ihren ersten Ranglisten-Punkten und etablierten sich danach mit reihenweise guten Platzierungen auf der nationalen Tour. Am 28. August startet der Ebersberger Stork sogar erstmals bei der Deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand.

„Die Saison war erfolgreich, ein toller Sommer. Aber sie war eben auch lang und hat mir alles abverlangt“, sagt Stork.

Jene Sphären, in die der 22-Jährige inzwischen vorgedrungen ist, erlauben neben Studium und Sport keinerlei Freiheiten. Die besten Teams auf der Tour trainieren täglich, können teilweise vom Sport leben. „Vielleicht spiele ich ab und zu ein Turnier. Aber das, was einem für den Erfolg abverlangt wird, schaffe ich nicht mehr, ohne dabei den Spaß zu verlieren“, sagt Stork. Mit dem Ende der DM am 31. August wird es im Beachvolleyball also deutlich ruhiger werden um Dominik Stork.

In Timmendorfer Strand wird Stork auch eine andere Sportlerin aus dem Landkreis sehen. Sabine Schulz aus Zorneding hat sich auf der Zielgerade noch die Quali gesichert. Mit Michaela Henry (beide SV Lohhof) landete sie in Nürnberg auf Rang fünf und rutschte dadurch noch auf jenen 16. Ranglistenplatz, der den Cut darstellt. Für das Duo ist es die dritte DM-Teilnahme in Folge.

Auch ein Neu-Grafinger war beim Turnier in Nürnberg am Start. Yannic Beck bekam mit Harry Schlegel (beide SV Lohhof) eine Wildcard und schaffte es auf den neunten Platz.

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