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Arbeitet hart an sich, um den Traum vom Fußballprofi wahr werden zu lassen: Felix Breuer aus Markt Schwaben, hier noch im Trikot des SVW Burghausen. 

“Ich habe ein Ziel im Kopf“

1865-Talent Breuer will hoch hinaus - Harte Arbeit Schlüssel zum Erfolg

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Die Spielweise von Nico Schulz findet Felix Breuer richtig gut. Der 18-Jährige spielt selbst auf der linken Verteidigerposition – und möchte dorthin, wo Schulz momentan gesetzt ist

 „Natürlich denkt man sich an manchen Tagen: Wie soll ich das schaffen?“, sagt Felix Breuer, als er davon erzählt, wie sein durchschnittlicher Wochenplan aussieht. Um 6 Uhr morgens klingelt der Wecker. Nach der Schule holten ihn in der vergangenen Saison sein Vater oder seine Mutter ab, um nach Burghausen zu fahren. 130 Kilometer. Einfach. Im Auto gab es Mittagessen. Die restliche Fahrzeit verbrachte Felix mit Hausaufgaben und Lernen. Gegen 22 Uhr war er wieder zuhause. Erschöpft. Ausgelaugt. Aber glücklich. Nach seinem Wechsel zum TSV 1865 Dachau vor wenigen Wochen hat sich an diesem Tagesablauf kaum etwas geändert. Das Fußballtalent hat einen starken Willen: „Ich habe ein Ziel im Kopf. Dann muss das gehen.“

Wechsel zu den Münchner Löwen

Seine Fußballkarriere begann in Markt Schwaben. Bis zur U13 spielte er dort. „Einer der besten Spieler, die ich je trainiert habe“, sagt Matthias Reiter, einer von Felix’ Trainern in seinem Heimatverein. Scouts des TSV 1860 München sahen ihn kicken und luden ihn zum Probetraining ein. „Mein Papa hat mir zuerst gar nichts davon gesagt. Wir hatten nämlich noch das Sparkassenpokalfinale gegen den TSV Ebersberg“, erinnert sich Felix. Er sollte seinen Fokus zuerst darauf richten – mit Erfolg: Er holte mit seinem Team die Landkreiskrone. Danach ging es rasant: Er durchlief die Auswahlstufen der Münchner Löwen. Spielte bei einem Turnier mit zahlreichen Proficlubs mit. „Danach wollten sie mich haben“, erzählt er heute nicht ohne Stolz. Er musste allerdings auch Rückschläge verkraften. Nach einem Syndesmosebandriss fiel er ein halbes Jahr aus. Im Leistungsnachwuchs der großen Münchner Vereine bedeutet das oft das Ende der Profihoffnungen. „Ich habe danach sehr viel, intensiv und gut trainiert. Mein Athletiktrainer hat gesagt, dass bisher kaum jemand so hart im Aufbautraining gearbeitet hat.“ Natürlich hätte er Angst gehabt, dass er den Anschluss nicht mehr finden würde. Aber Felix hat ein Credo: „Erfolg ist kein Glück. Glück kann man sich erarbeiten.“

Und Felix kam zurück. Absolvierte nach dem Abschluss der Realschule in einer Leistungssport-Klasse ein Freiwilliges Soziales Jahr beim TSV 1860 München. Die Spieler des Profikaders, insbesondere Torwart Marco Hiller, der gleichzeitig Pate von Felix’ Jugendmannschaft war, sind ihm daher bestens bekannt.

Der Schritt in den Herrenfußball

Der Kontakt blieb auch nach seinem Wechsel zum SV Wacker Burghausen bestehen. Dorthin hatte ihn Wolfgang Schellenberg geholt. Der ehemalige Chef des Nachwuchsleistungszentrums der Löwen gilt als Entdecker der Bender-Zwillinge, Kevin Volland und Julian Weigl. Felix war seinem Ruf gefolgt, „weil bei Sechzig noch einiges im Unklaren war“. Eine Spielzeit spielte er erfolgreich als Stammspieler in der A-Jugend-Bayernliga. Schlug dabei auch seinen Ex-Club. Seit wenigen Wochen gehört Felix nun zum Kader der ersten Herrenmannschaft des Bayernligisten TSV 1865 Dachau, obwohl er mit seinen 18 Jahren noch im Jugendbereich spielen könnte. Mittelfristig will er nach oben: „Mein Ziel ist die Bundesliga.“

Vorerst will er sich aber einen Stammplatz in Dachau erkämpfen. „Das ist eine tolle Mannschaft mit einem tollen Trainer, mit echt guten Typen, von denen man etwas lernen kann.“ Dass der TSV Dachau auf hohem Niveau spielt, zeigt auch das jüngste Toto-Pokal-Ergebnis gegen die Profis des TSV 1860 München. Die Löwen schafften den Einzug in die nächste Runde erst im Elfmeterschießen (5:6). Felix Breuer war im Kader, kam aber nicht zum Einsatz. „Mein Wille ist stark“, sagt der ambitionierte Linksverteidiger. Beweise dafür hat er bislang schon mehrmals erbracht.

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