So jubelt der neue Deutsche Meister im Voltigieren: der VV Ingelsberg mit (hi., v.l.) Jan nik Liersch, Julian Wilflin, Gregor Klehe, Alexander Hartl, (vo,.v.l.) Noelle Dogan, Lyna Hoffmann und Regina Burgmayr. „Foto: Klickvolti.de“

Explodierende Gefühle

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Nach 2005 hat der Voltigierverein Ingelsberg wieder die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Im hessischen Alsfeld ließ das Team um Alexander Hartl die starke Konkurrenz hinter sich.

VON WOLFGANG HERFORT

Vaterstetten/Alsfeld – Der letzte Umlauf bei der Deutschen Meisterschaft der Voltigierer war beendet. Alle Gruppen warteten gespannt auf das Urteil der Jury. Es ging um diePlatzierungen, um Gold, Silber und Bronze. Als die Wertung über den Lautsprecher in der Alsfelder Halle kam. explodierten die Gefühle. Zumindest bei den Siegern. Der Voltigierverein Ingelsberg hatte sich nach 2005 wieder den Titel geholt. Die Mannschaft um Alexander Hartl war nicht mehr zu halten. Freudenschreie mischten sich mit Tränen, Umarmungen mit Gänsehaut. „Wir sind fix und foxy, wir haben die Deutsche Meisterschaft gewonnen“, so Regina Burgmayrs erste Reaktion. Dabei hatte diese Deutsche Meisterschaft alles andere als wunschgemäß begonnen.

Für die Vaterstettenerin und ihren Teamkollegen Grogor Klehe hielten die Wettbewerbe gleich eine deftige Enttäuschung bereit. Als Einzelstarter wollten die beiden bei den Herren und Damen auf Feliciano mitmischen. Doch der Tierarzt machte dem Duo einen Strich durch die Rechnung. Er ließ das Pferd nicht zum Wettkampf zu. „Angeblich soll es gelahmt haben“, ärgerte sich Burgmayr. Ein Ersatzpferd stand nicht zur Verfügung. Burgmayr und Klehe verzichteten schweren Herzens auf einen Start. Die ganze Konzentration galt nun dem Gruppen-Wettbewerb.

Nachdem die Ingelsberger zwei Wochen zuvor noch bei der Europameisterschaft als Vertreter Deutschlands Silber geholt hatten, trafen sie bei der DM auf noch härtere Gegner: Titelverteidiger Fredenbeck und CHIO-Nationenpreissieger Team NORKA des VV Köln-Dünnwald.

Nach der Pflicht lag Ingelsberg mit Lazio auf Rang zwei. Dann der Schock nach der ersten Kür, die aus VVI-Sicht nicht optimal verlaufen war: „Als wir die Noten gesehen haben, dachten wir, wir sind aus dem Rennen“, so Burgmayr. Dabei hatten sich die Ingelsberger „nur“ verschaut und gingen deshalb „durch ein Wechselbad der Gefühle“. Sie hatten den ersten Kürdurchgang sogar gewonnen und zeigten bei der zweiten eine Mexikanische Party (so der Kürname), die es in sich hatte. „Eine der besten des Jahres“, schwärmte Burgmayr. So sahen es auch die Wertungsrichter: Platz eins, Gesamtsieger und neuer Deutscher Meister: VV Ingelsberg. Und während Gregor Klehe, Julian Wilfling, Jannik Liersch, Regina Burgmayr, Lyna Hoffmann und Noelle Dogan Freudentänze aufführten („unglaublich“, „so genial“, „Wahnsinn“), wirkte Longenführer und VVI-Vorsitzender Alexander Hartl nahezu gefasst: „Endlich, dafür haben wir 14 Jahre gekämpft.“

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