+++ Eilmeldung +++

DFB-Pokal: Viertelfinale abgesagt! Corona-Fälle bei Überraschungs-Team verhindern historisches Spiel

DFB-Pokal: Viertelfinale abgesagt! Corona-Fälle bei Überraschungs-Team verhindern historisches Spiel
Den Ball und den Start des Trainingsbetriebs im Blick: die Aßlingerin Alexandra Heinzl.sro

Tischtennis

Vorfreude, Verzicht und Auflösung

Die Tischtennisspieler des Landkreises sind zuversichtlich, demnächst an die Platten zurück kehren zu können.

VON JULIAN BETZL

Landkreis – Nach den Pfingstfeiertagen bekamen alle Mitgliedsvereine elektronische Post vom Bayerischen Tischtennis-Verband (BTTV). Auch die Klubs aus dem Landkreis Ebersberg wurden darin über die Hygiene- und Verhaltensregeln informiert, die gemäß der jüngsten Lockerungsmaßnahmen der COVID-19-bedingten Beschränkungen für den Indoor-Sport die Grundlage für eine Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs ab kommenden Montag, 8. Juni, sind. Viel dringlicher, als sich schnell das entscheidende Go bei ihrer Gemeinde abzuholen, erscheint bei vielen Vereinen jedoch der Stichtag zur Vereinsmeldung (inklusive Pokal) am 10. Juni. Welche Teams man in welcher Spielklasse für einen Ligabetrieb mit ungewissem Starttermin unter außergewöhnlichen Bedingungen melden soll, scheint mancherorts zum Schuss ins Blaue zu werden.

TSV Zorneding

Ein paar Einkäufe in puncto Desinfektionsschutz müssten zwar noch getätigt werden und organisatorisch gäbe es auch noch Feinarbeiten abzuschließen, ansonsten hofft Abteilungsleiter Christian Fritsch darauf, dass bereits am Montag die ersten Tischtennisbälle durch die Dreifachhalle fliegen. „Noch warten wir auf grünes Licht von der Gemeinde, wollen dann aber gemeinsam mit den Badmintonspielern starten.“

Unter Zugzwang stehe er aber nicht, betont Fritsch. Alle etwa 70 aktiven Mitglieder „warten geduldig ab“ und dürfen bei der vorhandenen Hallengröße, wo im Normalbetrieb über 18 Wettkampftische Platz finden, damit rechnen, selbst unter Auflagen ihre gewohnten Trainingszeiten und -möglichkeiten beibehalten zu können.

Vom Saisonabbruch Mitte März haben die Zornedinger wenn überhaupt profitiert. In der Verbandsoberliga spielten die Damen ohnehin um die Goldene Ananas, die beiden Neuzugänge Daniela Staschko (Ottobrunn) und Jelena Montag (Garching) tragen künftig zu einer Entspannung der Personalsituation bei. Und in der Bezirksklasse A belegten die Herren I gerade Relegationsplatz zwei und können daher nun für die Bezirksliga melden. „Negative Folgen sind auch finanziell nicht abzusehen“, sagt Fritsch, „da haben wir ja nur an Trainergehältern gespart.“ Dafür werde man nun auch in den Sommerferien Training anbieten.

SC Baldham-Vater.

„Keine Schnellschüsse, lieber eine Woche später mit Bedacht starten“, lautet das Motto von Abteilungsvorstand Jochen Hampl. Eigentlich plane er mit einem Trainingsstart erst nach den Pfingstferien. Vielmehr drückt ihn der Schuh bei der Vereinsmeldefrist. Sportlich hatten sich die Landesliga-Herren als Zweiter für die Verbandsliga qualifiziert. Intern hat sich das Team aber darauf verständigt, den Aufstieg nicht wahrzunehmen und in der Landesliga zu bleiben. Den deutlich erhöhten Zeit- und Fahrtaufwand sowie geringe Erfolgsaussichten führt Hampl als Hauptgründe für die Aufstiegs-Absage an. „Bei uns verdienen die Spieler keinen Pfennig. Wir sind eine homogene Mannschaft, die gerne feiert und Spaß zusammen hat. Wir wollen nicht jedes Wochenende irgendwo hinfahren, um uns verkloppen zu lassen.“ Allein die Differenz von bis zu 1 000 Ranglistenpunkten zwischen den jeweiligen Spitzenspielern verdeutliche den Leistungsunterschied. Den könnte sich auch Tabellenführer Erdweg ausgerechnet haben, der ebenfalls auf den Aufstieg verzichtet.

In der Bezirksoberliga hofft die Reserve auf einen externen Verzicht, um die Liga halten zu können. „Das hängt aber von so vielen Faktoren ab.“ Immerhin: Konkurrent Anzing will dem SCBV II den potenziellen Startplatz nicht streitig machen.

SV Anzing

„Wir wollen nicht mehr in der Bezirksoberliga bleiben und werden den Abstieg in jedem Fall hinnehmen“, verkündet Pressewart Michael Streicher. Nach dem Abgang der beiden Topspieler Christian von der Lippe und Tom Kappl (wir berichteten) wollen sich die Herren in der Bezirksliga neu sortieren. Bis sich die Abteilung für den Neustart des Trainings aufgestellt hat, wird es mindestens bis zum 22. Juni dauern. An diesem Termin will man sich mit der Gemeinde über ein entsprechendes Durchführungskonzept abstimmen. Im Erwachsenenbereich erwartet Streicher zum Auftakt weniger Probleme. „Wir haben auch drei Spieler unter zehn Jahren, da ist das mit Abstand und Aufpassen schwieriger. Deshalb nehmen wir auch erstmal keine Schnupperer oder Neuzugänge auf.“ Obwohl ihm bislang kein Austritt bekannt sei, mache sich Streicher „große Sorgen“, ob die Motivation bei den Jugendlichen nach der langen Pause noch vorhanden ist.

TSV Poing

Nach Lust und Laune in der Halle vorbeischauen, ob sich ein nettes Spielchen ergibt. Diese Zeiten sind auch in Poing erstmal vorbei. Aktuell ist die Sporthalle am Bergfeld geschlossen, die Gemeinde beschäftigt sich mit dem TSV-Konzept zur Wiederöffnung. Für Abteilungsleiter Holger Kordowske bleiben Fragen zu klären: „Was sind nur Empfehlungen vom DTTB? Was genau sind die gesetzlichen Vorschriften? Wie können unsere älteren Herrschaften mit dem Online-Reservierungstool umgehen?“

Sportlich konnten die Poinger mit dem Saisonabbruch gut leben. „Unsere Damen waren ohnehin leicht unterfordert und freuen sich auf die Rückkehr in die BOL. Und unsere Herren III waren auch happy, dass sie gerade auf dem Relegationsplatz der Bezirksklasse B standen.“

Nur erkennt Kordowske für den Spielbetrieb bereits neue Hindernisse: „Da wird es definitiv schwierig, wenn wir bei den begrenzten Zeiten in unserer Einfachhalle nicht zwei Spiele gleichzeitig abhalten können.“ Auch dürfte die geforderte regelmäßige Durchlüftung der Halle irgendwann problematisch werden. „Was ist im Winter? Da wird‘s eisig!“

ASV Glonn

„Selbst wenn wir am Montag starten wollten, können wir es nicht“, erklärt Abteilungsleiter Robert Wäsler. „Bis zum 14. Juli laufen dort noch die Quali-Prüfungen der Mittelschule.“ Alternativ prüfe man Trainingsmöglichkeiten in der Punktspielhalle in Zinneberg. Den Aufschlag zum Neustart kann Wäsler kaum erwarten. „Die Situation nervt mich furchtbar. Ich bin einer, der gern und viel trainiert. Und so ein Spiel im Garten ist kein richtiges Training.“ Unter besonderen Schutzbedingungen wollen nicht alle Glonner trainieren. „Ein paar haben keinen Bock, unter diesen Bedingungen zu spielen. Das ist für mich bei der Vereinsmeldung ein Riesenproblem, eine ganz blöde Situation.“ Bis heute Abend soll in Absprache mit den Mannschaftsführern eine Entscheidung getroffen werden. „Vielleicht melde ich weniger Mannschaften. Selbst für die Erste Herren wäre ein Verzicht auf den Bezirksligaaufstieg möglich.“

TTC Aßling

Ein einziger Spieler habe sich bei ihm gemeldet, dass er wieder trainieren möchte, erzählt Vorstand Thomas Schmidt. „Ansonsten habe ich nix gehört und deshalb nur einmal bei der Gemeinde nachgefragt, weil die Halle in den Ferien sowieso geschlossen bleibt.“ Für Schmidt ist der Termin für den Trainingsstart weniger interessant als das Ob und Wie eines Saisonstarts. „Obwohl keine Mannschaft vom Abstieg betroffen ist, erleben wir ja schon vor Corona, wie schwierig es ist, Jugendliche in die Erwachsenenklasse zu überführen.“ Schmidt befürchtet, dass sich die Problematik verschärfen wird.

TSV Steinhöring

Mit 15 Aktiven in zwei Herrenmannschaften wäre der Trainingsbetrieb in Steinhöring vergleichsweise unkompliziert zu organisieren. „Nur finden bei uns in der Turnhalle aktuell noch die Gemeinderatssitzungen statt“, erklärt Abteilungsleiter Hans Hilger. „Aber zum 15. Juni wollen wir unter den BTTV-Auflagen mit dem Training an vier Platten starten. Eine Abteilungssitzung dazu hat aber noch nicht stattgefunden.“

ATSV Kirchseeon

Aus sechs mach zwei. Während der Zwangspause kommt es rund um die ATSV-Tische zu drastischen Auflösungserscheinungen. „Nächste Saison werden wir nur noch eine Herren- und eine Jugendmannschaft melden“, verkündet Abteilungsleiter Csaba Nagy. Im Nachwuchs wurde bereits während der Saison ein Team abgemeldet, die zweite Abmeldung folgt. „Das Problem ist, dass wir keine Stammspieler haben und sich viele abwechseln.“ Weil Csaba selbst als Spieler gemeinsam mit Berj Tchaparian nach Anzing wechselt, löste sich Kirchseeons Erste Herren in der Bezirksklasse C auf. „Und die Dritte will nicht mehr.“ Künftig sind die ATSV-Herren nur noch in der Bezirksklasse D vertreten. Csaba Nagy will ihnen sie so schnell wie möglich wieder in der Halle begrüßen. „Von mir aus trainieren wir ab Dienstag, ich warte aber noch auf Antwort der Gemeinde.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare