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Fünf Kilometer schaffte Max Wörner (4. v. r., Nr. 1287) in 17:05 Minuten.
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Der schnellste Siebenjährige war Xaver Bittel, ein Eishockey-Spieler des TSV Erding.
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Kamerafrau: Kein Meter des jungen Mannes bleibt ungefilmt.
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Eine Läufer-Familie (v. l.): Hermann, Johanna, Ben und der sechsjährige Max Seiler sind Fans des Erdinger Stadtlaufs.
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Taufkirchens Top-Talent: Sophia Braum gewann bei den Mädchen.
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Die Königsstrecke gewanenn Marina Rappold und Danilo Reiche.

1200 Sportler bei der 18. Auflage

Der Asphalt glüht - Teilnehmerrekord beim Erdinger Stadtlauf

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1200 Teilnehmer bedeuteten beim 18. Erdinger Stadtlauf einen neuen Rekord. Veranstalter Trisport Erding konnte zufrieden sein. Bei den Damen siegte einmal mehr eine Unterschwillacherin.

Erding– Es gibt Kinder, die können gar nicht genug kriegen vom Laufen. Ben Seiler zum Beispiel hängte nach seinem 1,3-Kilometer-Lauf gleich noch fünf Kilometer dran. Ein anderer Bub hingegen sagte vor seinem Start: „Mama, das eine Mal mach ich jetzt mit. Aber danach lass’ ich den Schmarrn wieder.“

Und dazwischen liegen die anderen über 1200 Teilnehmer, die den Erdinger Stadtlauf am Sonntagnachmittag zu einem Erlebnis gemacht haben. Und die den Veranstalter, Trisport Erding, so richtig ins Schwitzen gebracht haben. „Wir hatten 320 Nachmeldungen“, berichtete Jürgen Syre. Das war ein Ansturm, der das Improvisationstalent der Event-Fachleute herausforderte. „Wir haben teilweise Startnummern der Kinder für die Eltern verwendet“, erzählte der Trisport-Vorsitzende und bangte: „Hoffentlich reichen uns die Weißbier-Gläser.“

Die 2500 Sonderdrucke für Stadtlauf und -triathlon, die bereits im März in Auftrag gegeben werden, sind die Belohnung für jeden Teilnehmer ab 16 Jahre. Einen Drei-Liter-Humpen hielten Danilo Reiche (33:17 min) und Marina Rappold (38:18) hoch. Die beiden haben den 18. Erdinger Stadtlauf gewonnen.

Reiche startet für die LG Sempt und war bereits 2011 erfolgreich, als hier zugleich die bayerischen Meisterschaften ausgetragen wurden. Diesmal nahm der Grafinger den Lauf als willkommene Vorbereitung für den Halbmarathon in München mit, wo er eine Zeit zwischen 72 und 73 Minuten anpeilt. Der 29-Jährige ist derzeit voll im Training. Sechsmal die Woche läuft er, kommt in diesen Tagen auf 110 Kilometer.

Ab Kilometer zwei in Führung

In Erding ging er es erst einmal langsam an. „Ich habe mich nicht von den Leuten beirren lassen, die vor mir waren“, erzählte er nach dem Lauf. Ab Kilometer zwei übernahm er aber dann ohnehin die Führung, die er nicht mehr abgab. „Ich mag diese Strecke – speziell den Abschnitt, auf dem man es abwärts etwas laufen lassen kann.“

Dass die Strecke nicht ganz flach ist, habe sie etwas vergessen, meinte Marina Rappold nach dem Lauf lachend. Die Unterschwillacherin hat ihren Titel verteidigt, war aber nicht ganz mit ihrer Zeit zufrieden. „Ich wäre die zehn Kilometer gern unter 38 Minuten gelaufen“, sagte die 20-Jährige. Aber der leichte Anstieg und vor allem die Tatsache, dass sie allein das Tempo machen musste, machten ihr einen Strich durch die Rechnung. Die Lehramtsstudentin strahlte aber dennoch: „Es war halt wieder sehr schön, wenn die ganze Familie und mein Freund zugeschaut haben. Und die Stimmung ist sowieso einzigartig.“

Und das spricht sich offenbar auf der ganzen Welt rum. Syre verriet, dass es Anmeldungen aus Mexiko, Argentinien, den USA und quer durch ganz Europa gab.

Nicht ganz so weit hatte es Max Wörner. Aber vier Stunden sei er schon mit dem Zug unterwegs gewesen, berichtete der 17-Jährige, der über fünf Kilometer gewann. Beim Startschuss war Schluss mit der Geduld. Der Schüler aus Dillingen war nach 17:05 Minuten im Ziel. Eine tolle Zeit, „aber ich hatte schon mal 16:52“, sagte der höfliche junge Mann, der sich danach bedankte, dass er interviewt wurde. Er genoss nochmal „die wunderschöne Atmosphäre und die vielen Informationsstände und Aktionen, die hier rund um den Lauf stattfinden“, ehe es für ihn wieder Richtung Schwäbische Eisenbahn ging.

Ein Weltmeister als Moderator

Aus dem Schwärmen kam auch Barbara Gruber nicht mehr heraus, die in 21:10 min den Fünf-Kilometer-Lauf der Frauen gewann. Die 51-Jährige aus Holzhausen startet für den BSV Flughafen München, hat schon zahlreiche Wettbewerbe in ihrem Läuferleben gewonnen und hat ein besonderes Lob für die Veranstalter: „Ich sage meinen Kollegen immer, dass der Stadtlauf in Erding der schönste ist – einfach traumhaft.“

Das liegt aber auch an Moderator Hartwig Thöne, der die Top-Läufer zu Bestleistungen anstachelte und die Breitensportler immer wieder motiviert. „Die, die länger unterwegs sind, genießen einfach die Strecke etwas mehr“, meinte er gestern.

Kurzzeitig überließ er dann das Mikrofon Daniel Unger. Der Triathlon-Weltmeister von 2007, ein Athlet von „Team Erdinger Alkoholfrei“, kam von Ulm, um mal wieder die Herzogstadt zu genießen, wie er selbst sagte. Freilich lief der Top-Sportler dann auch gleich die zehn Kilometer, ließ sich – wie er danach gestand – von der tollen Stimmung anstecken und ging die ersten Kilometer etwas zu forsch an. Seiner guten Laune tat das aber keinen Abbruch.

Er kommentierte dann auch den Zehn-Kilometer-Volkslauf, der zum Finale immer noch einen besonderen Höhepunkt hat: den Einlauf von Georg „Super-George“ Mayer. Der 81-Jährige beendete – das ist schon Tradition – mit seinem Zieleinlauf eine Veranstaltung, die mit dem Kinderlauf über 800 Meter begonnen hatte.

Aber was heißt hier eigentlich Lauf? Xaver Bittel fegte im Vollsprint über die Lange Zeile. Der Siebenjährige aus Grünbach hatte schon im Vorjahr am Rennen teilgenommen. „Da habe ich ein bisschen Angst bekommen, weil andere so schnell an mir vorbei sind“, erzählte er. Und diesmal? „Ich bin gerannt und gerannt. Irgendwann habe ich hinter mich geschaut, aber da war keiner“, erzählte der Bub, der beim TSV Erding Eishockey spielt („In der U 9 bin ich Stürmer, in der U 11 Verteidiger“).

Ein Bub, zwei Läufe

Für den Sieg hat es bei Ben Seiler zwar nicht gereicht, aber er bekommt wohl den Teilnehmer-Meistpreis. „Eigentlich“, erzählt sein Vater Hermann, „ist die ganze Familie beim Stadtlauf dabei, aber ich habe mir beim Ski fahren einen Kreuzbandriss zugezogen“. Also lief sein elfjähriger Sohn zweimal, der sechsjährige Max war auch am Start. Und Johanna auch: „Ich habe meiner Frau einfach mal Laufschuhe geschenkt“, erzählt der 44-jährige Watzlinger. Die seien eine ganze Zeit lang im Schrank gestanden. Inzwischen ist sie längst mit dem Laufvirus infiziert – so wie viele andere. Und es werden immer mehr. „Die genauen Zahlen weiß ich noch nicht, aber es war sicher zum fünften Mal in Folge ein Teilnehmer-Rekord“, berichtete Syre. Dass bereits am frühen Nachmittag am Verkaufsstand für die Zuschauer die Schweinswürstl ausgegangen waren, nahm er gelassen. „Alles kannst du nicht planen. Außerdem ist es doch auch schön, wenn die Leute die umliegende Gastronie besuchen.“ Weiterer Bericht folgt.

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