Bitte lächeln! Hans Brückl (r.) fotografiert die Mädchen von Dance United. 
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Bitte lächeln! Hans Brückl (r.) fotografiert die Mädchen von Dance United. 
Wie bringt man die Kindergruppen zum Lachen für die Kamera? Frank Müller (l.) weiß es, dass Hans Brückl danach die Mädels bestens gelaunt fotografieren kann.
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Wie bringt man die Kindergruppen zum Lachen für die Kamera? Frank Müller (l.) weiß es, dass Hans Brückl danach die Mädels bestens gelaunt fotografieren kann.
Jitka Fritsch ist seit zehn Jahren die Kostümschneiderin für Dance United. 
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Jitka Fritsch ist seit zehn Jahren die Kostümschneiderin für Dance United. Ihre Meisterwerke und auch frühe Kostüme sind bei der Premiere zu sehen.

15 Jahre Dance United Wartenberg

„Früher war mehr Glitzer“

Die Tänzerinnen und Tänzer trainieren für morgen und denken an gestern. In seinem 15. Vereinsjahr hat Dance United Wartenberg ein ganz besonderes Programm vorbereitet. Schon lange dabei: der Pressesprecher und die Kostümschneiderin.

Wartenberg– Hans Brückl ist im Stress. Der Chef-Fotograf von Dance United hat nichts vom Faschingsbeginn. Er muss alle, wirklich alle, Kinder und Jugendlichen für das Programmheft ablichten. Am Samstag 25. November, steigt um 15 Uhr in der Wartenberger Strogenhalle die Programmpremiere. Dance United wird dabei auch seinen 15. Geburtstag feiern. Jetzt ist aber erst einmal in der Sporthalle in Fraunberg großes Getümmel.

Die Kinder stellen sich in einer Reihe hinter ihm auf. An einer Wand hat er ein improvisiertes Fotostudio aufgebaut: Zwei Blitze, funkgesteuert, ein netter kindgerechter Hintergrund, und dann geht es los, Bildproduktion wie am Fließband. Die ganze Gruppe soll auch aufs Bild. Die Trainerinnen bemühen sich, dass es nett aussieht. Der Stress aber überträgt sich natürlich auf die Kinder, die dabei auch noch in die Kamera lächeln sollen, obwohl Routinier Brückl versucht, Ruhe auszustrahlen.

Frank Müller weiß Rat: Er baut sich knapp hinter dem Fotografen auf, gibt den Clown. Das wirkt. Die jüngsten sollen aber ihren Auftritt noch einmal einstudieren. Der Ghetto-Blaster mit der Musik ist zum Glück dabei. 15 Jahre Dance United, 15 Jahre geht das schon so, dass es immer kurz vor knapp ist.

Ehemalige Tänzer treten nochmals auf

„Wir versuchen es ja immer und schwören uns, es besser zu machen, aber irgendwie geht das nie“, stöhnt Brückl in einer Produktionspause, während die nächste Jugendgruppe schon vor der Tür steht.

Eine ist an diesem Tag besonders wichtig: Jitka Fritsch. Sie ist seit zehn Jahren die Kostümschneiderin für die ganze Gruppe. Die gelernte Bekleidungstechnologin wird unterstützt von Ano Reichel und Isabella Pfaff. Ohne diese beiden Hobby-Schneiderinnen ginge es schon nicht mehr, erzählt Fritsch, bevor sie wieder an einem der Kostüme für die Kleinen zupft. „Die Kostüme werden immer aufwändiger“, ist ihr Befund.

Die Glücklichen, die eine Karte für die Premiere haben bekommen können, werden diese Entwicklung studieren können. „Man wird alle alten Kostüme sehen“, verbreitet Brückl Vorfreude. „Wir haben tatsächlich alle auftreiben können.“ Mehr noch: Sie passen wohl noch, denn es kommen auch viele ehemalige Tänzerinnen und Tänzer und haben noch einmal eine eigene Choreographie einstudiert mit eben diesen alten Kostümen.

Damit steht fest: Diese stehen im Mittelpunkt des Jubiläumsprogramms, und Fritsch stöhnt: „Die Kostüme sind noch nicht alle fertig. Wir hatten Probleme mit einer Lieferung.“ Da ist er also wieder, der Stress vor der Premiere. Dabei steht die Planung für das neue Kostüm seit dem vergangenen Fasching. Die Trainer haben noch während der laufenden Saison vorgearbeitet.

Das Design der Kostüme richtet sich nach der Choreographie, die zu diesem Zweck natürlich auch schon stehen muss. „Im Mai wurden die Stoffe bestellt“, sagt die Chef-Schneiderin. Maß nehmen tut not, die Tänzerinnen und Tänzer bekommen ihre individuellen Kostüme auf den Leib geschneidert. Mit den Großen fängt sie an: „Die wachsen ja nicht mehr.“ Höchstens tun sie das zuweilen in die Breite, was zum Problem werden kann. „Die Stoffe sind elastisch, die vertragen schon etwas“, meint Fritsch augenzwinkernd.

Kostümwechsel während des Auftritts

Aber robust müssen sie sein: „Die Erwachsenen haben bis zu 60 Auftritte in diesem Kostüm, da muss das halten.“ Während der Saison muss Fritsch zur Stelle sein. Denn ab und zu gibt es schon mal Beschädigungen, insbesondere, wenn eine Hebefigur nicht klappt und die Tänzerin an irgendeiner Haarspange einer anderen Tänzerin hängen bleibt. Plötzliche „Totalschäden“ während eines Auftritts blieben bislang aus, ergänzt sie erleichtert.

Hans Brückl kommentiert den Wandel der Wartenberger Kostüme in den 15 Jahren so: „Früher war mehr Glitzer, heute sind die Farben dezenter. Dafür haben wir heutzutage Kostümwechsel während des Auftritts.“ Am 25. November wird man sie alle sehen können.

Klaus Kuhn

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