1 von 26
Die Karateka des TSV Dorfen arbeiteten beim Festakt auch mit Holzlatten. Was hier Than Kien Quan und Yves Müller (v. l.) zeigen, geht aber nur nach jahrelangem Training – also bitte nicht nachmachen.
2 von 26
Die Jahn-Plakette des Deutschen Turnverbands überreichten die Verbandsvertreter Andy G. Krainhöfner, Rainer Lex (v. l.) und Klaus Kellner (r.) ans Dorfener Präsidium mit Sigrid Wiedenhöfer, Anton Haban und Bernd Schmidbauer.
3 von 26
Akrobatik pur zeigte Teresa Kerscher am Vertikaltuch.
4 von 26
5 von 26
6 von 26
7 von 26
8 von 26

Jubiläum

Der 150 Jahre alte TSV Dorfen: Grazil, nett und kampfbereit

  • schließen

Beim Festakt zum 150. Bestehen zeigt der TSV Dorfen alle Facetten – auch seine selbstbewusste Seite.

Dorfen– Wer schon 150 Jahre alt ist, der weiß eben, wie man feiert. Der TSV Dorfen hat am Freitagabend sein Jubiläum mit einem Festakt gewürdigt, der alles hatte: den passenden Rahmen im prächtigen Jakobmayer-Saal, die ausgewogene Mischung aus Action und feierlichen Reden – aber auch ein wenig Sportpolitik.

TSV-Präsident Bernd Schmidbauer blickte in seiner Rede auf die Geschichte des Vereins zurück, der 1869 von 22 aktiven Turnern und 17 passiven Turnfreunden gegründet worden war. Freundlich begrüßte Schmidbauer die vielen Festgäste – neben der Politprominenz waren auch die Vertreter der weiteren Dorfener Sportvereine vertreten –, gab einen Abriss der Vereinsgeschichte, um dann einen selbstbewussten Ausblick zu geben: „Wir brauchen keinen Dank, kein Lob. Was wir brauchen, ist eine infrastrukturelle Hilfe. Sonst können wir die Arbeit für unsere Jugend nicht mehr stemmen.“ Längst lägen alle Fakten auf dem Tisch, „aber es werden keine Entscheidungen getroffen“, kritisierte er und sagte unmissverständlich: „Wir brauchen das neue Sportzentrum.“ Schmidbauer appellierte an die Kommunalpolitiker: „Zeigen Sie sich mutig, handeln Sie visionär!“

Landrat Martin Bayerstorfer nahm den Ball auf und ließ durchblicken, dass zumindest von Seiten der Kreisbehörde keine Probleme zu erwarten seien: „Wir werden das Sportgelände in Rutzmoos genehmigungstechnisch so schnell wie möglich behandeln.“ Er würdigte die Verdienste des Vereins und überreichte dem Vorsitzenden „nach dem Motto: Der Onkel mit Geschenk ist beliebter als die Tante, die Klavier spielt“ ein Geldpräsent (150 Euro).

Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner hatte 500 Euro für den zweitältesten Sportverein im Landkreis dabei. Er nahm Schmidbauer auch die forsche Ansage nicht übel. Im Gegenteil: Er sei dankbar für den Appell, denn auch er erachte das Zentrum, das neben dem TSV auch dem ESC und dem Tennisclub eine neue Heimat geben soll, für „zwingend notwendig. Das hier ist unsere Zusage, dass wir das Projekt energisch in Angriff nehmen.“

Was Energie bedeutet, hatten zuvor die Turner des TSV gezeigt. In historischen TSV-Trikots gekleidet wirbelten sie über die Bühne. Mit Witz und Verve unterhielten sie die Gäste. Anmutig und actionreich zugleich war die Vorführung der TGM-Mädchen, von denen besonders Andy Krainhöfner angetan war. „TGM ist der Zehnkampf der Turner. Wer das kann, darf sich ,von‘ nennen“, sagte der Vizepräsident des Bayerischen Turnverbands, der den TSV für seine 21 Sportangebote im Bereich Turnen lobte und dem Vorstand die Jahn-Plakette überreichte.

Für das größte Aufsehen im Publikum sorgte allerdings die Karateabteilung, die die Power ihres Sports anhand von Holzlatten zeigte. Entweder zertrümmerte Than Kien Quan diese an Yves Müller oder andersrum. Davon zeigte sich auch Niederbayerns BLSV-Chef Udo Egleder beeindruckt, der versehentlich vor den Karateka für seine Rede ans Rednerpult gerufen worden war. „Ich habe schon gewusst, warum ich so schnell wieder von der Bühne runter bin“, witzelte er. Egleder hatte ein wenig in der Vereinshistorie gekramt und war „beeindruckt, dass ihr den Nazis so lange widerstanden habt“.

Der BLSV-Mann kennt auch die jetzigen Mitgliederzahlen und freute sich, dass der TSV zur Hälfte aus Kindern und Jugendlichen besteht. „Das ist Eure Zukunft“, sagte er und überreichte dem Verein einen Scheck über 350 Euro.

Zum Finale hatte sich der TSV etwas ganz Besonderes ausgedacht. Teresa Kerscher zeigte am Vertikaltuch eine zirkusreife Vorführung. Bei der Akrobatik stockte so manchem Zuschauer der Atem.

Als die 14-Jährige ihre blitzsaubere Kür beendet hatte, war nicht nur ihre Trainerin Regina Hartel überglücklich, sondern auch Sigrid Wiedenhofer. Die Chefin der Turnabteilung hatte das Programm des Festabends zusammengestellt. Der Applaus bestätigte, dass sie alles richtig gemacht hatte.

Auch interessant