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„Die Anspannung ist komplett abgefallen“ - Altenerdings Handballer feiern den Klassenerhalt

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Von: Markus Schwarzkugler

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Klassenerhalt geschafft! Ihren Erfolg direkt nach dem Abpfiff bejubelten (hinten, v. l.) Tobias Schlecht, Severin Henrich, Alexander Praegla, Tobias Koburger, Bernhard Glas, Stephan Auernhammer, Lukas Donaubauer, Christopher Schmalz, Joseph Wyhnalek, Stephan Haase, Quirin Huber, Frank Lippert, (vorne, v. l.) Marc Sennefelder, Maxi Arnold und Thomas Peteranderl gemeinsam mit ihren Fans auf der Tribüne in der Semptsporthalle. Auf dem Bild fehlen: Trainer Nadi Özdemir, Co-Trainer Roland Stelzer, Simon Klawe, Otto Donaubauer, Lukas Alber, Michael Sack, Patrick Praegla, Lukas König, Martin Hagn, Tobias Koburger, Julian Rieß, Yannik Fleps, Maxi Arnold, Brian-Torben Akodo, Simon Rüdiger, Moritz Sturm und Dennis Weiland. © Jürgen Naglik

Nervenkitzel pur in der Semptsporthalle: Für die Altenerdinger Handballer war klar: Sie mussten unbedingt gegen ihren Mitkonkurrenten vom HT München punkten, und der Klassenerhalt in der Landesliga wäre perfekt. „Solche Spiele muss man nicht immer haben“, gesteht SpVgg-Abteilungsleiter Werner Lauer lachend.

Altenerding – Lachend soll heißen: Es ist alles gut gegangen für die Biber. Wie berichtet, hat sich die Truppe am vorletzten Spieltag 27:18 durchgesetzt. Zur Pause war man aber mit 11:13 Toren noch hinten gelegen. Zu dem Zeitpunkt war das Seelenleben Lauers noch alles andere als entspannt: „Du denkst: ,Oh, jetzt steigen wir in die Bezirksoberliga ab. Ist dieser oder jener Sponsor dann noch dabei?‘ Da gehen dir einige Sachen durch den Kopf. Die Anspannung wurde immer stärker.“

Doch es folgte eine bessere zweite Hälfte, und die Hausherren setzten sich vor ihrem treuen und sie unermüdlich anfeuernden Publikum allmählich ab. „Nach dem Spiel fiel alles von mir ab“, erzählt Lauer. Auch am Montag, als ihn unsere Zeitung anruft, ist die Erleichterung bei ihm spürbar herauszuhören. „Das war schon spannend“, fügt er noch lachend hinzu. Und: „Die Anspannung der letzten Monate ist komplett abgefallen.“

Es hatte sich auch so einiges angestaut, was die Spieler nach dem Abpfiff am Samstag jubelnd hinausbrüllten. Da war zum einen der Trainerwechsel von Simon Klawe zu Nadi Özdemir, außerdem hatte das Team so einige Chancen verpasst, sich entscheidend vom Tabellenkeller abzuheben. Entsprechend ausgelassen wurde am Abend gefeiert, wie Lauer berichtet. Er selbst war da aber nicht dabei. „Ich habe einfach nur noch meine Sachen zusammengepackt und bin nach Hause gefahren“, berichtet Lauer. „Ich habe gehört, dass die Mannschaft richtig gefeiert hat. Das sei ihr auch gegönnt.“

Ein Abteilungsleiter wäre aber kein Abteilungsleiter, wenn er nicht jetzt schon an die kommende Spielzeit denken würde. So wie es seinen Berechnungen zufolge derzeit ausschaut, wird die Mannschaft von der Landesliga Süd in die Nord-Staffel wechseln. „Meines Erachtens ist die ein bisserl stärker. Im Norden spielen viele ausländische Legionäre, ehemalige Erstligaspieler aus Tschechien oder der Slowakei“, erzählt Lauer.

Hinzu kämen die wesentlich längeren Fahrten. Das wissen die Altenerdinger noch zu gut von ihrem letzten Gastspiel in der nördlichen Landesliga. „Daraus müssen wir von der Planung her lernen“, sagt Lauer. Denn: Damals sei die Mannschaft nach den langen Fahrten – es geht beispielsweise nach Erlangen oder Hof – oft bei Anpfiff noch gar nicht richtig auf dem Platz gestanden. Da sei man zu kurz vor Beginn angereist.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die anstehende Saison ist freilich die Frage nach dem Kader. Gibt es eine Art Exodus aus Altenerding? Zahlreiche Spieler seien zuletzt schon mit Shirts anderer Vereine gesichtet worden, heißt es im Umfeld. Lauer ist etwas genervt ob der Gerüchte. „Da wird immer viel geredet“, winkt er ab. Die Spieler seien für diese Vereine in der Vergangenheit aufgelaufen. Jetzt, da der Klassenerhalt gesichert ist, steht für den Spartenchef fest: „Die Spieler bleiben.“ Er habe mit einigen noch am Samstagabend gesprochen, sagt Lauer, der zudem auf punktuelle Verstärkungen hofft. Unter der Voraussetzung: „Es muss ins Mannschaftsgefüge passen.“

Lauer bestätigt, dass der bisherige Coach Özdemir als Nachfolger des aus gesundheitlichen Gründen abtretenden Sportlichen Leiters Helmut Braun vorgesehen ist. Das müsse aber erst noch die Hauptversammlung am 15. Mai absegnen.

Die Suche nach einem neuen Trainer läuft derweil bereits auf Hochtouren. Es hätten schon einige Gespräche mit Kandidaten stattgefunden. „Bislang war die Problematik: Bleiben wir in der Liga, oder bleiben wir nicht? Jetzt können wir die Gespräche gezielt fortsetzen“, sagt Lauer. Steht der neue Coach dann schon bis zur Versammlung fest? „Es kann vielleicht noch dauern, es kann aber auch schnell gehen“, sagt Lauer. Ganz so pressieren tut’s dann doch nicht. Ein wenig Zeit zum Genießen des gerade Geschafften darf es freilich schon sein.

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