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Ein Ausflug mit Kind und Goldmedaillen

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Thomas Elsenberger triumphierte in Regen. © DESV

Hörlkofen - Deutschlands erfolgreichste Stockschützen-Familie kommt aus Hörlkofen. Bei den nationalen Meisterschaften in Regen holten Thomas und Verena Elsenberger vier Medaillen.

So ist es nun einmal, wenn die Familie Elsenberger ihre Sachen zur Heimfahrt packt. Da wird nichts vergessen: das Spielzeug der Kinder Luca (2) und Marco (5), der Schlitten – und die vier Medaillen der Eltern. Thomas und Verena gewannen bei den deutschen Meisterschaften in Regen drei Gold- und eine Silbermedaille. „Das war ein Traumwochende in jeder Beziehung“, erzählt Thomas am Tag danach.

Gemeinsam mit seinen Eltern hatte das Quartett in deren Ferienhaus nahe Bodenmais Quartier bezogen. Und während der Opa mit seinen Enkeln zum Schlitten fahren ging, brachen Mama und Papa auf zu großen Taten.

Thomas hatte einen Marathon-Tag vor sich. Von 9 bis 19 Uhr stand er am Freitag auf dem Eis. Und der Tag begann bestens. 338 Punkte schoss er in der Vorrunde des Einzel-Zielwettbewerbs. „Das ist fast ideal“, sagt der Perfektionist.

Klar, ihn wurmte schon die 14 auf der dritten Bahn im ersten Durchgang, „aber da entscheiden eben zwei Zentimeter für ein Ergebnis zwischen 10 und 40 Punkte“. Außerdem habe die Konkurrenz auch nicht besser gepunktet, erzählt der 40-Jährige, der im zweiten Durchgang neben seinem größten Konkurrenten, Rudi Winkler, spielte. Die beiden spornten sich zu Bestleistungen an. „Fehlerfrei“ – so ein Wort kommt Elsenberger selten über die Lippen, aber diesmal passte es eben. Seine 17 Punkte Vorsprung nach Abschnitt zwei veranlassten einige der Kontrahenten schon, dem Gymnasiallehrer zum Sieg zu gratulieren, „aber da hatten wir noch 48 Schuss vor uns“.

Elsenberger blieb konzentriert, wurde immer noch besser. Der Vorsprung erhöhte sich nach dem dritten Durchgang auf 34 Zähler, am Ende waren es sogar 42. Mit insgesamt 711 Zählern hatte er die Konkurrenz deklassiert.

Gold. Halbe Stunde Pause. Zeit zur Freude. Weiter geht’s im Mannschafts-Zielwettbewerb. Gemeinsam mit Werner Anetzberger, Rudi Winkler, und Oswald Kufner sicherte er sich den Sieg mit der Auswahl Region. Der zweite Triumph, mit über 50 Punkten Vorsprung. Aber noch nicht das Ende des Tages.

Es standen noch die ersten fünf Partien des Mannschaftsspiels an. „Es ist schon ein Unterschied, ob du seit sechs Stunden auf dem Eis stehst, oder erst um 15.30 Uhr mit dem Mannschaftsspiel einsteigst“, erzählt der Hörlkofener, der für den EC Sassbach spielt. Aber gemeinsam mit Anetzberger sowie den drei Reschauers Christian, Max und Markus meisterte er auch diese Aufgabe. Das Quintett gewann alle Partien und am nächsten Tag auch die nächsten neun.

Für die Endrunde hatte sich der Deutsche Eisstockverband einen besonderen Modus ausgedacht. Die beiden Erstplatzierten spielten einen Finalteilnehmer aus. Sassbach bezwang den EC Passau-Neustift 34:14. Der ECP setzte sich wiederum im Qualifikationsspiel gegen den TSV Peiting durch, der zuvor im Duell zwischen Vorrundendritten und -vierten gewonnen hatte. Im Endspiel also wieder Passau. Für Sassbach ging es los wie in den 15 Spielen zuvor. Das Team führte 3:0, „dann aber habe ich gepatzt, und statt 6:0 stand es plötzlich 3:3“, ärgert sich Elsenberger. „In den nächsten acht Kehren haben wir dann so viele Fehler gemacht wie in den gesamten Spielen zuvor nicht“, erklärt er die 11:31-Niederlage. „Aber ich gönne den Passauern den Sieg, Das ist eine sympathische Mannschaft. Oft hatten wir schon das nötige Glück. Diesmal lief es eben andersrum.“

Eben so wie bei seiner Frau Verena. Die 34-Jährige landete mit dem TSV Kühbach nach der Vorrunde auf Platz drei unter 13 Teilnehmern. Gemeinsam mit Veronika Filgertshofer, Franziska Schwertfirm, Sarah Specht und Marianne Weigl kämpfte sie nun gegen den Viertplatzierten Neumühler EG um den Halbfinaleinzug. Das 24:24-Remis reichte dem TSV wegen der besseren Platzierung in der Vorrunde. Danach legte das Quintett richtig los, fegte den FC Untertraubenbach 28:17 von der Bahn. Damit war das Traumfinale perfekt. Im Duell der seit Jahren besten Mannschaften ging der SV Mehring zwar in Führung (16:10), doch Kühbach legte jetzt richtig los. Am Ende stand es 28:16, und die Elsenbergers hatten die dritte Goldmedaille in der Tasche.

Nach der abendlichen Siegesfeier gehörte der Sonntag dann den Kindern. „Wir haben mit ihnen im Schnee gespielt, waren beim Schlittenfahren. Am Nachmittag ging es dann nachhause“, erzählt Elsenberger. Natürlich mit den Medaillen im Gepäck.
Dieter Priglmeir

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