So wird’s gemacht, Burschen: Michael Schöttner zeigt in einem seiner Winterkurse die richtige Ballbehandlung. Foto: FKN

Der ballsichere Banker

Erding - Vor genau einem Jahr startete Michael Schöttner eine neue Karriere. Er verließ seinen Job als Banker, um junge Fußballer zu fördern.

Der talentierte Stürmer läuft allein aufs Tor zu, nur noch der Keeper steht zwischen ihm und dem Erfolgserlebnis. Er zieht ab, doch der Ball rauscht am Gehäuse vorbei. „Das passiert, wenn man zu viel anderes im Kopf hat“, erklärt Michael Schöttner. Seine Antwort heißt Selbstfindungstraining.

Es ist einer der wichtigsten Bestandteile seiner Kickerschule für F- bis D-Junioren, dem Sempt-Fußballstützpunkt. „Wir trainieren gezielt die mentale Stärke, arbeiten an Automatismen“, sagt Schöttner. Der Spieler müsse schon vor der Aktion wissen, was passiert. Die Fähigkeiten, die Psyche der Talente zu trainieren, hat sich Schöttner größtenteils selbst angeeignet, über zahlreiche Gespräche mit anderen Trainern und durch Fachliteratur.

Alles Teil einer langen Vorbereitung auf das Wagnis, als Fußballlehrer anzufangen und nach zehn Jahren bei der Sparkasse Erding-Dorfen das Sakko gegen die Trainingsjacke zu tauschen. Vielleicht auch deshalb, weil seine eigene aktive Laufbahn durch zahlreiche Verletzungen früh zu Ende gegangen war, er aber seine Leidenschaft nie aufgeben konnte. Bereits mit 19 Jahren absolvierte er den Fachübungsleiter-C-Schein beim DFB, seit 2008 ist er C-Lizenz-Trainer. Neben einigen Vereinsstationen als Jugendcoach betreute er auch vier Landkreisauswahlen.

Mit individueller Förderung und enger Kooperation mit den Vereinen will er sich absetzen von den Fußballschulen, die nur für ein paar Tage vor Ort sind. Er bietet mehrwöchige Kurse an, leitete zudem bei drei Vereinen das Training. 2011 nahmen 120 Kinder aus 21 Vereinen an den Kursen teil. Ein F-Juniorentalent aus der Nähe von Augsburg bekam Einzeltraining, Sinan Scheuermann (Jahrgang 2003) aus Berglern wechselte zur SpVgg Unterhaching und ein Altenerdinger D-Junior steht vor dem Absprung zu den Bayern.

„Ohne mein Trainerteam würde es nicht gehen“, sagt Schöttner, für den die Arbeit einem Ehrenamt gleichkommt: „Für mich ist der soziale Aspekt wichtig, nicht das Geld. Reich werden kann man davon nicht.“ Seinen Lebensunterhalt verdient er sich als selbstständiger Anlageberater. Nur so sei die Fußballschule nebenbei zu niedrig bleibenden Preisen möglich.

Jetzt plant er, die Anmeldung direkt über die Vereine zu regeln. Jeder Spieler, den ein Club zu einem Ferienprogramm schickt, bekommt ein kostenloses fünfwöchiges Fördertraining dazu. Infos gibt’s auf www.sempt-fussballstuetz.de.

lib

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Turnschuhe an – und los!
Die Wetterprognosen sind bestens, die Teilnehmer hoch motiviert, die Veranstalter gut vorbereitet: Die Chancen, dass der Erdinger Stadtlauf wieder ein großes Sportfest …
Turnschuhe an – und los!
FC Hohenpolding: Der Erfolgscoach nimmt seinen Hut
„Eine unglaublich geile Entwicklung“ hat der FC Hohenpolding laut Rüdiger Aigner genommen. Trotzdem ist er nun nicht mehr Trainer des A-Klassisten. Sein Nachfolger ist …
FC Hohenpolding: Der Erfolgscoach nimmt seinen Hut
Wieder keine Punkte für St. Wolfgangs Ringer
Nichts war es mit den ersten Punkten für die Ringer des TSV St. Wolfgang in der Gruppenoberliga Süd. Die Ringerwölfe bezogen beim TSV Diedorf eine durchaus vermeidbare …
Wieder keine Punkte für St. Wolfgangs Ringer
„De Unda’n“ sind Gemeindemeister
Auf den Stockbahnen der SpVgg Neuching fand die jährliche Gemeindemeisterschaft statt. Die Beteiligung war mit 22 Mannschaften enorm, und gerade der große Anteil junger …
„De Unda’n“ sind Gemeindemeister

Kommentare