Pech: Maximilian Riedl flog als Vierter knapp am Stockerl vorbei.
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Pech: Maximilian Riedl flog als Vierter knapp am Stockerl vorbei.

Bayerische Leichtathletik-Meisterschaften in Erding

670 Sportler, 140 Helfer und einmal TSV-Silber

Es war eine richtig tolle Veranstaltung mit erstklassigen Leistungen. 

Erding – Einen Tag Schmuddelwetter, einen Tag Sonnenschein: Die vom TSV Erding ausgerichteten bayerischen Meisterschaften der Leichtathleten bei den Frauen und Männern sowie der U 20- und U 18-Nachwuchsathleten hatten wettertechnisch alles zu bieten. Das Wochenende auf der Anlage im und um das Sepp-Brenninger-Stadion verlief von Anfang bis Ende reibungslos, worüber sich TSV-Abteilungsleiter Christian Weber und sein Team freuten durften. Die Erdinger Teilnehmer zeigten dabei gute Leistungen, der Höhepunkt war die Silbermedaille von Sebastian Wölckert im Stabhochsprung bei der männlichen U 20.

Am ersten Tag war vom TSV lediglich Valentina Sailer am Start. Die 16-Jährige hat erst vor einem Jahr mit der Leichtathletik begonnen und startete über 400 Meter bei der U 18. Dabei hatte sie es mit einigen älteren Gegnerinnen zu tun, aber die junge Dame aus Erding lief beherzt an und erreichte mit einer Zeit von 60,86 Sekunden den guten fünften Rang. Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass sie ihre Bestleistung gleich um eine ganze Sekunde nach unten geschraubt hatte. „Ich habe mich sehr gut gefühlt und die Zeit ist einfach top, damit bin ich absolut zufrieden“, sagte Sailer. Auch Christian Weber lobte das Talent: „Für sie ist es einfach super gelaufen. Sie ist ja noch sehr jung mit ihren 16 Jahren. Das heute war eine tolle Leistung.“

Die Zeit lief sie bei strömendem Regen, bei „Allergikerwetter“, wie es der Abteilungsleiter schmunzelnd umschrieb: „Trotzdem haben die Frauen und Männer auch am Samstag teils sehr gute Leistungen gezeigt. Das spricht für unsere schnelle Bahn.“

Großes Talent: Läuferin Valentina Sailer.

Am Sonntag sah es dann aber ganz anders aus: Von der Früh bis in den Nachmittag hinein schien die Sonne, und als Erste war gleich wieder Sailer am Start. Diesmal lief sie die 200 Meter. Auch wenn sie in ihrem Vorlauf mit 27,29 Sekunden nur auf den fünften Rang kam – wieder hatte sie eine Bestleistung geschafft, erneut war die 16-Jährige um eine halbe Sekunde besser als jemals zuvor.

Parallel machten sich bereits die Stabhochspringer bei der männlichen U 18 warm. Hier ging mit Maximilian Riedl ein Medaillenaspirant aus Erding auf Höhenjagd. Er schaffte auch einen gültigen Versuch nach dem anderen – mit 4,10 Metern feierte er einen neuen persönlichen Rekord. Allerdings überflogen diese Höhe vier weitere Athleten, und wegen der größeren Anzahl an Fehlversuchen reichte es für Riedl nur zum vierten Rang. Der Erdinger meinte im Anschluss: „Mit der Leistung bin ich sehr zufrieden, mit dem Platz nicht ganz. Ich hatte gehofft, dass es für eine Medaille reichen könnte.“ Er versuchte sich vergeblich mit einem neuen, härteren Stab an den 4.20 Metern: „Ich konnte mich leider nicht schnell genug umstellen.“

Von der Platzierung her besser lief es danach für Sebastian Wölckert im Stabhochsprung der U 20. Der junge Mann überquerte gute 4,30 Meter – nach einem Jahr Pause war an diesem Tag für ihn eine noch größere Höhe nicht drin. „Den Umständen entsprechend war das aber gar nicht schlecht“, fand Wölckert. Am Ende durfte er sich über Silber freuen: „Das ist natürlich überragend.“

Von einem „besonderen Höhepunkt“ am Sonntag berichtete Christian Weber lachend: Hammerwerfer Merlin Hummel aus Kulmbach warf sein Gerät dermaßen weit, dass er fast das Auto des Sportheimwirts traf: „Da haben wir noch einmal Glück gehabt.“

Ansonsten durfte man sich beim TSV aber über eine rundum gelungene Veranstaltung freuen. 140 Helfer vom Ausrichterverein sowie dem Leichtathletik-Kreis Oberbayern Südost sorgten dafür, dass sich die 670 Sportler – bei 959 Einzelmeldungen – komplett auf ihre Wettbewerbe konzentrieren konnten. Ein besonderes Lob Webers galt dabei den vielen Kampfrichtern: „Sie hatten alles im Griff.“ Es gab keine Proteste und das ganze Wochenende über gerade einmal zwei Fehlstarts.

Und es gab einen prominenten Gast aus der Politik: Stephan Mayer, parlamentarischer Saatssekretär im Bundesinnenministerium, der sagte: „Solche Meisterschaften sind in der heutigen Zeit etwas, das guttut. Es ist bemerkenswert, dass die Leichtathleten das heute über die Bühne bringen.“ Und er ergänzte: „Vom Veranstalter bin ich begeistert, die Organisation ist perfekt.“ In Erding traf Mayer bei einem „Get together“ unter anderem auf Gerhard Neubauer (Präsident Bayerischer Leichtathletikverband), DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska und DLV-Vizepräsident Jochen Schweitzer.

Nach dem Abschluss der Wettbewerbe waren alle am Ende froh, dass die Meisterschaften zu Ende gegangen waren. Schließlich war es bereits die dritte Großveranstaltung für den TSV Erding in diesem Jahr. An die umfangreichen Hygienemaßnahmen an den Wettkampfstätten hätten sich ebenfalls alle fast immer gehalten, und so lautete das abschließende Fazit von Christian Weber: „Es lief einfach top, wir alle sind sehr, sehr zufrieden mit dem Ablauf der Meisterschaften.“

Bernd Heinzinger

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