1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Landkreis Erding

BHV begründet Liga-Stopp: „Belastung für Ehrenamtliche ist zu groß“

Erstellt:

Kommentare

Vor einer Woche hatten die Altenerdinger und Wartenberger Handballer ihre ersten Heimspiele. Vorerst sind es auch die letzten. Der Spielbetrieb im Freistatt ist gestoppt.
Ausgebremst: Solche Duelle wie zwischen dem Altenerdinger Niklas Zech (hinten) und dem Taufkirchener Dion Heydemann (am Ball) wird es vorerst nicht mehr geben. © Christian Riedel

Vor einer Woche hatten die Altenerdinger und Wartenberger Handballer ihre ersten Heimspiele. Vorerst sind es auch die letzten. Der Spielbetrieb im Freistatt ist gestoppt.

Erding – Vor nicht einmal einer Woche gab es bei den Handballern der SpVgg Altenerding und des TSV Wartenberg die ersten Heimspiele, sogar Zuschauer durften in die Halle. Die Premiere war aber auch gleichzeitig der vorläufige Schlusspunkt. Wie berichtet, hat der Bayerische Handballverband (BHV) angesichts der rasant steigenden Corona-Ansteckungen erst einmal den kompletten Spielbetrieb im Freistaat gestoppt.

BHV-Vizepräsidentin Ingrid Schuhbauer sagte dazu, dass es unverantwortlich gewesen wäre, weiterzumachen: „Die Belastung für die Ehrenamtlichen war zuletzt einfach zu groß. Zunächst hatten wir ihnen freigestellt zu spielen, sie mussten also die Entscheidungen treffen. Das haben wir ihnen mit dem Beschluss nun abgenommen.“ Bis einschließlich 8. November ist erst einmal Schluss mit Handball in Bayern: „Für diesen Zeitpunkt haben wir uns entschieden, weil wir die Herbstferien einbeziehen wollten“, betonte Schuhbauer nach einer Telefonkonferenz des Präsidiums zusammen mit allen Bezirksvorsitzenden.

Dort habe man das Für und Wider eines Abbruchs intensiv beraten: „Letztlich gab es eine einstimmige Entscheidung.“ Wie es im Anschluss weitergeht, vermag Ingrid Schuhbauer nicht zu prophezeien: „Das hängt von den Zahlen ab. Wir werden in der kommenden Zeit alles beobachten und uns weiter beraten. Am 4. November wollen wir die Vereine darüber informieren, ob und wie eine Saisonfortsetzung möglich ist.“ Weitere drei Wochen Pause, Start im neuen Jahr oder ein Komplettabbruch der Runde 2020/21 – derzeit sei alles möglich, berichtet Schuhbauer: „Letztlich muss die Vernunft siegen.“

Bei der SpVgg Altenerding kam die Nachricht „nicht unbedingt überraschend“, wie der Sportliche Leiter Nadi Özdemir sagt: „Uns war durchaus bewusst, dass es passieren kann.“ Die Altenerdinger hätten allerdings gerne weitergemacht: „Wir haben hier das Glück, dass es zusammen mit der Stadt eine gute Organisation gab. Beim Heimspieltag hat auch mit Zuschauern alles sehr gut funktioniert.“ Die komplette dafür aufgebrachte Arbeit sei jetzt erst einmal umsonst, ärgert sich Özdemir: „Bei uns waren sich aber auch nicht alle einig, ob der Abbruch sein musste oder nicht. Die Chatgruppen liefen heiß, und es gab unterschiedliche Aussagen.“ Die Gesundheit würde jedoch vorgehen, und man müsse abwarten: „Keiner kann sagen, ob es in drei Wochen dann weitergeht. Eins ist allerdings klar: Wir sind dann bereit“, sagt Özdemir.

Ebenfalls bedauerlich findet Andreas Adelsberger, der Trainer der Wartenberger Frauen, die Unterbrechung: „Wir haben uns nach dem Aufstieg in die Bezirksliga wahnsinnig auf die Saison gefreut, und jetzt müssen wir wieder pausieren. Jammerschade wäre es, wenn es gar nicht mehr weiter gehen könnte.“ Adelsberger hofft, dass sich die Situation wieder ändert und sieht gute Chancen, wenn sich alle an die Vorgaben halten: „Wir können dann nur darauf achten, bereit für den Wiederstart zu sein. Bis dahin gilt es, sich fit zu halten und vor allem, sich den Spaß am Handball nicht verderben zu lassen.“

Bernd Heinzinger

Auch interessant

Kommentare