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Sieben Cent mehr müssen die Vereine künftig pro Kind an den BLSV abgeben. BLSV-Kreischef Martin Werber hält dies für angemessen.

Hilfen für die Erdinger Sportvereine

BLSV: 50-Prozent-Zuschüsse und andere Zuckerl

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Erdings BLSV-Kreisvorsitzender Martin Weber lobt die staatliche Hilfen für die Vereine und verteidigt die Erhöhung der Verbandsabgaben.

Erding – Die Corona-Pandemie beschäftigt auch den Bayerischen Landessportverband (BLSV) nahezu täglich. „Nach wie vor steht für uns die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler im Vordergrund. Auch in der derzeit wieder schwierigen Phase halten wir den Sport für eine sehr gute Lösung zur Überwindung der Pandemie und setzen uns dabei in vielen Schreiben und Gesprächen für entsprechende Möglichkeiten zur Durchführung von Sport ein“, heißt es in einem Rundschreiben an die Vereine. „Insbesondere in einer solch volatilen Phase der Pandemie mit zuletzt stark steigenden Infektionszahlen ist dies nicht immer leicht. Wir bleiben für Sie alle am Ball! Versprochen!“

Aber es gibt auch erfreuliche Nachrichten, die Erdings BLSV-Kreisvorsitzender Martin Weber aus der jüngsten Verbandssitzung mitnehmen konnte: Die Vereine krempeln weiter die Ärmel hoch, um ihre Sportanlagen zu verbessern. Wie berichtet, zahlte der Freistaat den Sportvereinen bei der Vereinspauschale den doppelten Betrag aus – anstatt der üblichen 20 also 40 Millionen Euro.

Im Bereich der Förderung des Freistaats Bayern für den vereinseigenen Sportstättenbau habe sich das Antragsvolumen seit 2016 vervierfacht, meldet der BLSV. Bis Ende dieses Jahres rechne er damit, auf über 1000 Bauanträgen pro Jahr zu kommen, „damit überschreitet das Bauvolumen der Vereine in 2020 die Grenze von 170 Millionen Euro“. Insbesondere das Sonderförderprogramm für finanzschwache Regionen sei wie ein Turbo durch die bayerische Sportwelt gegangen.

Erdings BLSV-Chef Weber ist optimistisch, dass dieses Sonderförderungsprogramm in 2021 weiter geführt wird. „Kommende Woche wird das Thema im Landtag sein“, so Weber. Dieses Sonderförderungsprogramm bedeutet für einige Kommunen im Landkreis einen wahren Geldsegen. Bei Sportinvestitionen gewährt der Freistaat den bauwilligen Vereinen einen Zuschuss von 20 Prozent der Kosten sowie ein Darlehen, mit dem weitere 10 Prozent der Gesamtsumme abgedeckt werden. Von dem Darlehen würden allerdings kaum Vereine Gebrauch machen, weil es mit rund vier Prozent verzinst sei, erklärt Weber.

Weit interessanter freilich ist, dass dank des Sonderprogramms der 20-Prozent-Zuschuss für einige Vereine im Landkreis aufgestockt wird. Und zwar stattlich: Es sind 30 Prozent für die Vereine in Berglern, Forstern Isen, Kirchberg, Pastetten, St. Wolfgang, Steinkirchen, Taufkirchen, Walpertskirchen und Wartenberg. Einen 40-Prozent-Zuschuss gibt es gar für Bockhorn, Buch, Dorfen, Fraunberg, Inning, Langenpreising und Lengdorf. Die Hälfte seiner Investition bekommen als einzige Kommune im Landkreis Vereine in Hohenpolding erstattet. Der FCH nutzte dies beim Bau einer Beregnungsanlage (Kosten 49 000 Euro, Zuschuss rund 24 500 Euro). Gelder gibt’s aktuell auch für den TC Isen (Sanierung der Tennisanlagen) sowie den TSV Grüntegernbach.

Für alle Vereine erfreulich: Die Bundespolitik plant eine Erhöhung der Übungsleiterpauschale von 2400 auf 3000 Euro sowie eine Erhöhung der Ehrenamtspauschale von 720 auf 840 Euro sowie zusätzliche Steuerbefreiungen für Sachleistungen aufgrund der Ehrenamtskarte in Planung. Ebenso soll die Grenze für den vereinfachten Nachweis von Zuwendungsbestätigungen (also „Spendenquittungen“) von 200 auf 300 Euro erhöht werden. Dies bedeute, so Weber, dass für die steuerliche Anerkennung der Kontoauszug beim Spender als Beleg ausreichend ist. Geplant sei zudem, die Besteuerungsfreigrenzen für den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb von 35 000 auf 45 000 zu erhöhen. Der Bundesrat habe diesen Maßnahmen bereits zugestimmt. Am morgigen Donnerstag entscheidet der Bundestag.

Weniger erfreut dürften die Vereine über die Beitragserhöhung sein. „Aufgrund der Entwicklung unserer laufenden Kosten und notwendiger Investitionen zum 1. Januar 2021“, so teilte der BLSV mit, müssten die Beiträge der Vereine um fünf Prozent angehoben werden. Weber zeigte Verständnis dafür. „Die Erhöhung hat einfach angestanden. Der Beitrag wurde seit 15 Jahren nicht mehr angehoben, und die allgemeinen Lebenshaltungskosten steigen doch auch.“ Außerdem komme das Geld letztlich den Vereinen wieder zugute, weil der BLSV seinen Service für die Vereine in jeder Beziehung ausgebaut habe. Künftig beträgt die Abgabe des Vereins für Kinder bis zwölf Jahre 2,17 (bisher 2,10) Euro) pro Mitglied, für 13- bis 17-Jährige 3,32 (3,21) Euro und für Erwachsene 5,58 (5,38) Euro. DIETER PRIGLMEIR

24 500 Euro für FC Hohenpolding

Erste Erhöhung seit 15 Jahren

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