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Zachenhuber schlägt erneut zu - Den „Kraut-Sepp“ freut‘s

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Von: Wolfgang Krzizok

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Alles im Griff: Simon Zachenhuber (r.) bestimmte seinen Kampf gegen Vanja Dujin von der ersten Sekunde an und schickte den Bosnier auf die Bretter. © Erich Borger

„Das war die coolste Veranstaltung, auf der ich je geboxt habe“, schwärmt Simon Zachenhuber. Der 20-jährige Profi war bei der Boxgala in Karlsruhe dabei und gewann gegen den Bosnier Vanja Dujin in der zweiten Runde durch Technischen K.o. Was den Reisener neben seinem Sieg am meisten gefreut hat: „Dass der Kraut-Sepp dabei war.“

Karlsruhe/Reisen – Dujin sei eigentlich als sein Gegner vorgesehen gewesen, dann hatte es geheißen, dass Mirko Jovanovic gegen ihn antreten würde, aber am Ende war es dann doch Dujin.

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Nach der eindrucksvollen Vorstellung feierte der strahlende Sieger seinen Erfolg mit seinem größten Fan Sepp Scharlach, dem „Kraut-Sepp“ aus Reisen, der im Trachtenanzug mitfieberte und seinen Nachbarn stürmisch anfeuerte. © privat

Zehn Kämpfe standen bei der Boxgala in der Palazzo-Halle in Karlsruhe auf dem Programm. Bei einer etwas anderen Veranstaltung: Es war ein Dinner-Boxen, die Zuschauer saßen in Abendgarderobe an Tischen. Auch Familie Zachenhuber hatte sich herausgeputzt und war mit Smoking beziehungsweise Abendkleid am Ring. Mitten drin, mit Rollator, der 82-jährige Sepp Scharlach, genannt der „Kraut-Sepp“. „Das ist unser Nachbar, der uns immer mit Radi und Salat und so weiter versorgt, deswegen ist der der Kraut-Sepp“ erzählt Zachenhuber. „Er ist mein größter Fan.“ Mama Rosi Zachenhuber hatte den Sepp am Vormittag gefragt, ob er nicht mitkommen wolle, und er habe spontan zugesagt. „Also dass der Sepp da war, fein herausgeputzt im Trachtenanzug, das hat mich mega gefreut“, erzählt Simon Zachenhuber.

Und der Sepp sowie die anderen Fans des Reiseners feuerten ihren Liebling frenetisch an. „Ich hatte eigentlich vom Rahmen her gedacht, dass nicht so eine gute Stimmung sein würde, weil ja auch nicht so viele Fans dabei waren, aber beim Kampf war echt eine super Stimmung“, schwärmt Zachenhuber. Und er enttäuschte seinen Anhang nicht.

„Ich war voll fokussiert und hatte eine unglaubliche Lust aufs Boxen“, beschreibt der 20-Jährige seinen Gemütszustand vor dem Kampf. Zunächst ließ er es ruhig angehen. „Ich hab mir den Gegner erstmal angeschaut und hab gewartet, was passiert“, berichtet der Reisener. „Und ich hab ihm mit der Führhand gezeigt, wer Chef im Ring ist.“ In der Pause habe ihm Trainer Conny Mittermeier gesagt, er solle mehr Druck machen und die Schlaghand mehr bringen, was er dann auch gemacht habe. „Anfangs ist er etwas frecher geworden, hat was probiert, aber ich habe ihn gut abkontern können“, erzählt Zachenhuber. Und nach einem rechten Haken gegen den Kopf wurde der Bosnier zum ersten Mal angezählt. „Dann habe ich ihn durch den Ring getrieben, und er ist nach einem schweren Niederschlag regelrecht in die Ringecke geflogen“, beschreibt Zachenhuber die Szene, die vorentscheidend war. Dujin kam zwar noch einmal hoch, doch nach einem weiteren harten Treffer des Reiseners ging der Ringrichter dazwischen und brach den Kampf ab.

Jetzt macht Simon Zachenhuber erst einmal Pause, ehe die Vorbereitung auf den nächsten Kampf beginnt, der voraussichtlich im Juni stattfinden soll. „Ich habe eine Woche Heimaturlaub, erholen und runterfahren ist angesagt“, erzählt der 20-Jährige und fügt grinsend an. „Und natürlich mit dem Kraut-Sepp übers Boxen ratschen.“

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