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R wie Rakete: Annalena Henning ist schon bei der Vorstellung von Team GERMANY energiegeladen.

Cheerleading-WM

Ein Tag lang Fernsehstar in Amerika

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Sie tanzte schon zigmal als Tanzmariechen vor Tausenden von Besuchern in der Erdinger Innenstadt. Annalena Hennig trat auch als Mitglied des Deutschen Sportaerobic-Kaders schon bei internationalen Wettkämpfen auf.

VON DIETER PRIGLMEIR

Eichenried– Aber die Cheerleading-WM war bis her das Größte für die 17-jährige Eichenriederin. Im World Disney Sport Ressort in Orlando/Florida holte das Nationalteam in der Königsklasse den siebten Platz. Wir sprachen mit der Schülerin des Korbinian-Aigner-Gymnasiums.

Annalena, wenn du von deinen Klassenkameraden gefragt wirst: „Wie ist denn die USA so?“ Welche drei Stichworte würden dir dazu einfallen?

Am – liebsten – zurück.

Ehrlich?

Jaaaa. Es wär so schön in Florida. Ich glaube, ich habe beim Abschied so geweint wie noch nie zuvor. Es war der schlimmste Tag meines Lebens. Wir alle haben geheult. Keiner wollte heim, denn wir hatten eine so tolle Gemeinschaft. Es hat einfach alles gepasst.

Auch die Platzierung? Siebter bei der WM – bist du damit zufrieden?

Ja und nein. Deutschland war ja bei den Seniors zum ersten Mal in der höchsten Leistungsklasse. Das war eh schon ein Riesenerfolg. Überhaupt möchte ich mich noch bei meinen Trainern Verena Hommer und Saskia Klein bedanken. Ich habe sehr viel von ihnen gelernt. Dank ihnen habe ich mich im Turnen verbessert und neue Trainingsmethoden kennengelernt. Aber unsere Trainer haben uns vor dem Wettkampf darauf eingestellt, dass wir wohl Letzter werden. Aber dann war unsere Qualifikation richtig gut. Es hat alles perfekt geklappt, obwohl wir noch ein bisschen zurückhaltend geturnt haben.

Und dann?

Dann war der Finaltag. Und wir hatten noch mehr Power. Wir waren total energiegeladen, was sich ja auch positiv auf die Ausstrahlung auswirkt, und es lief super. Von der Leistung her wäre sogar Platz vier drin gewesen. Aber dann mussten zwei unserer Mädels bei Hebefiguren absteigen. Das hat natürlich Punkte gekostet.

Bitter.

Vor allem, weil wir unser Programm wirklich beherrscht haben. Das konnten wir zu jeder Tages- und Nachtzeit fehlerlos abrufen. Der Schwierigkeitsgrad unserer Kür war zwar nicht so hoch wie bei anderen. Aber bei uns hat eben alles perfekt gepasst. Und dann passieren uns sogar zwei von einander unabhängige Fehler.

Da dürfte es danach unter den Damen ganz schön gekracht haben, oder?

Überhaupt nicht. Während der Kür habe ich es gar nicht bemerkt. Als wir dann die Wiederholung sahen, hat uns das natürlich schon geärgert. Aber wir waren nicht sauer auf die beiden. Denen hat das doch selbst am meisten gestunken. Von den Trainern gab es auch keine Vorwürfe.

Wie darf man sich die Cheerleading-Weltmeisterschaft überhaupt vorstellen?

Sie findet immer in Florida statt und ist in den USA ein Riesenereignis. Die WM wird live übertragen. Das ist ein echtes Fernsehevent. Ich war ein bisschen zu lang im Bild.

Wie ist das zu verstehen?

Das war ein bisschen schräg. Wir haben uns gerade für unseren Auftritt aufgestellt. Und dann gabe es eine fünfminütige Verzögerung. Und weil ich mit zwei anderen ganz vorne stand, war die Kamera ständig auf uns gerichtet. Fünf Minuten lang – ich wusste schon gar nicht, wie ich schauen oder lachen sollte. Man ist ja vor dem Wettkampf auch sehr konzentriert.

Gutes Stichwort. Ihr zeigt akrobatische Höchstleistung und lacht dabei. Wie geht das?

Das ist überhaupt kein Problem für mich. Das kommt automatisch, sobald ich auf einer Bühne bin, weil mich es einfach freut, dass ich da stehen darf. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass ich Tanzmariechen bin, seit ich sieben Jahre alt bin. Ich weiß es nicht. Ist halt so.

Aber das war schließlich eine WM, ein ernster Wettkampf.

Klar, und wir alle haben zuvor wirklich hart trainiert – jeden Tag mindestens vier Stunden. Aber alle Teilnehmer freuen sich einfach, hier sein zu dürfen. Die Nationalmannschaften haben sich auch gegenseitig angefeuert.

Mit wem habt Ihr euch besonders gut verstanden?

Mit den Mädels aus Finnland. Mit ihnen haben wir dann auch mal auf der Stunt-Wiese gemeinsam trainiert. Aber wir haben uns auch mit anderen Battles geliefert.

Battles?

Man tanzt im Kreis, dann geht einer in die Mitte und macht etwas vor, das die anderen dann nachahmen -– ein großer Spaß. Mit den Finninnen haben wir dann auch die Shirts getauscht.

Finnland hat die WM gewonnen. Vor den USA. War das überraschend?

Die Amerikanerinnen waren schon enttäuscht. Von ihnen erwartet man natürlich immer den Titel. Aber Finnland hat es schon verdient. Da waren Stunts dabei, die man sonst nur bei Männern sieht. Aber auch die Amerikanerinnen waren super.

Was fehlt Euch noch zur absoluten Weltspitze?

Die große Anzahl an Turnerinnen, die die Top-Nationen haben. Bei uns werden auch die Mädels fünf Meter nach oben geschleudert, und die machen dann noch eine Schraube. Aber das kann bei uns halt nur eine Handvoll Spezialistinnen. Bei den Top-Nationen können das alle. Deshalb haben ihre Küren auch einen höheren Schwierigkeitsgrad.

In den USA dürfte halt alles noch professioneller ablaufen als bei uns.

Cheerleading hat natürlich einen anderen Stellenwert. Aber unser Verband hat uns auch top vorbereitet. Wir waren 14 Tage in einem tollen Ressort untergebracht. Das war ein Villa mit Pool. Wir hatten einen eigenen Physio und einen straffen Terminplan, was das Training und die Vorbereitung anbelangt. Schön waren auch unsere Ausflüge und unsere Mannschaftsabende.

Da gibt’s doch bestimmt eine lustige Anekdote.

Ich habe den Mädels eine Gruselgeschichte erzählt. Ich stand mit meiner Taschenlampe da. Ansonsten war alles dunkel und still. Und dann schau ich links zur Balkontür, und dann steht da jemand. Waaah! Da bin ich vielleicht erschrocken. Die anderen haben sich totgelacht. Nett war auch, als mich eine Australierin gesucht hat. „Wo ist Annalena?“, hat sie sich durchgefragt. Es stellte sich heraus, dass sie während ihrer Zeit in Deutschland auch bei den Munich Cheer Allstars war, wie ich jetzt. Einen Riesenspaß hatten wir auch bei unserem Autotausch-Spiel?

Autotausch-Spiel?

Wir waren mit zwei Kleinbussen unterwegs. Und immer wenn die Ampel rot war, haben wir jeweils die Autos gewechselt. War’ n Riesenspaß.

Nochmal zurück zur WM: Was hat dich überrascht?

Dass die Stimmung so super war, das hatte ich schon vorher erhofft. Interessant ist aber, wie das Publikum auf Missgeschicke reagiert hat. In Deutschland tut man eher so, als hätte man das nicht gesehen. In den USA wird alles mit einem tief betroffenen „oooooh“ oder „aaaaah“ kommentiert.

Apropos Reaktionen: Wie war das denn nach Eurer Kür?

Der Hammer! Nach unserem Wettkampf sind die Fans Spalier gestanden. Wir sind da wirklich 50 Meter abgelaufen und haben abgeklatscht. So schön!

Gibt es denn irgendetwas, das dir nicht gefallen hat?

Also auf das Eis-Bad hätte ich wirklich verzichten können. Unsere Trainer haben die Badewanne mit Eiswürfel gefüllt, und da mussten wir dann eine Minute rein. Das ist ja auch sinnvoll, weil du dann keinen Muskelkater bekommst und weil es vor Verletzung schützt. Da reinlegen, das tut erst mal richtig weh. Aber es hilft halt wirklich.

Und jetzt bist du wieder zurück in Deutschland. Ist das jetzt wirklich so schlimm?

Nein, ich muss ja auch jetzt einiges für die Schule nachlernen. Aber wir waren halt wirklich eine tolle Einheit von 30 Mädels, die jetzt wieder in ganz Deutschland verteilt sind. Aber in drei Wochen ist ja schon die deutsche Meisterschaft. Da sehen wir uns ja wieder. Und nächstes Jahr wollen wir wieder nach Florida. Ich bin schon jetzt total motiviert.

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