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Es kann losgehen: Claus „Keke“ Le chner ist bereit für die Rennen, doch noch bremst ihn das Corona-Virus aus.  

Motorsport

Claus Lechner: Fit für den „King of Grobnik“

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Das Grünbacher Motorrad-Ass (55) schuftet schon jetzt für die EM-Serie 2021

Grünbach– Der ohnehin schon beeindruckende Fuhrpark vor dem Haus von Claus Lechner hat in jüngster Zeit weiter Zuwachs bekommen: ein Minibagger, auf dem man wie auf einem Segway steht. Der Grünbacher nutzt diesen für Sanierungsarbeiten zuhause. Man merkt ihm den Spaß an, den er damit hat. Aber da ist auch noch diese Unruhe: Denn er darf zurzeit nicht aufs Motorrad.

Nein, das hat nichts mit dem Straßenverkehr zu tun. Den vermeide er auf dem Bike schon lange, sagt der 55-Jährige. „Motorradfahren auf der Straße ist mir zu gefährlich. Das mache ich nur noch im Training und bei Rennen.“ Und da ist er heuer coronabedingt stark eingeschränkt. Momentan geht gar nichts.

„Das Virus hat leider meinen Trainingsplan durcheinandergewirbelt. Bisher wurden schon drei Veranstaltungen storniert.“ Aber Lechner gibt die Hoffnung nicht auf. „Die anderen können auch nicht trainieren, also habe ich keinen Nachteil. Aber die Zeit wird sich auch wieder ändern, und dann dürfen wir auch wieder auf die Rennstrecke.“

Lechners Plan: Er will sich 2021 in eine internationale Serie einschreiben und sich mit den besten Fahrern Europas messen. „King of Grobnik“ ist eine solche europäische Rennserie. „Sie wird als italienische Meisterschaft im Automotodrom Rijeka in Kroatien als Sportveranstaltung seit mehr als 18 Jahren organisiert und verwaltet“, erzählt er. „Meine Gegner werden sich nächstes Jahr in der Gruppe Over 50 von März bis November jeden Monat mit mir duellieren müssen.“ Der Grünbacher freut sich schon jetzt auf die acht Rennen.

Und er tut auch was dafür. Der Mann, den alle nur „Keke“ nennen, hat sich zuhause einen Kraftraum eingerichtet, in dem er mehrmals die Woche trainiert und auf sein Ziel hinarbeitet. Füße, Oberschenkel und Waden, Hände und Schultern – Muskeln, Bänder und Knochen müssen für die Belastung während des Rennens bereit sein. „Auf der Rennstrecke sitzt du fast gar nicht auf dem Moped, sondern stehst immer mit Druck in den Rasten.“

Lechner fühlt sich topfit. Zwölf Kilogramm hat er seit der Fastenzeit dank seines Programms im Kraftraum und Ausdauertraining abgenommen. Drahtig steht er da und sagt: „Ich brauche jetzt Training und Rennen, damit ich weiß, auf welchem Level ich mich befinde.“

Am Wochenende 6./7.Juni geht’s nach Groß Dölln. „Das liegt rund 80 Kilometer nördlich von Berlin. Auf dem ehemaligen russischen Flughafen wird jetzt Motorsport betrieben“, erklärt Lechner. Im August will er dann am Sachsenring die ersten Rennen bestreit, „und vielleicht geht ja noch im September und Oktober in Rijeka was“, hofft er. Das hänge alles nur von Corona und den entsprechenden Bestimmungen und Auflagen ab. Seine beiden Motorräder jedenfalls seien bereit.

„Ready to race“, nennt der Grünbacher das. Die Rede ist von zwei BMW-Rennern vom Typ S 1000 RR – „mit Rennverkleidungen, also nix mehr Straße“, betont Lechner nochmal. „Das Regenmoped hat 190 PS, das Race Moped etwa 210 PS.“ Der Wert liege bei rund 12 000 Euro pro Maschine. „Bei beiden wurden im Winter Motor und Fahrwerk revidiert.“ Dem Motor wurden neue Lager und Kolben verpasst, das Fahrwerk neu gewartet. „Das meiste habe ich selber gemacht, aber mein Freund Tom Nützl hat mir beim Motor viel geholfen“. Der Rundumcheck habe rund 4000 Euro gekostet.

„Ich weiß, dass mich viele Leute für verrückt halten“, sagt er grinsend. „Aber der Motorsport ist halt meine Leidenschaft.“ Und er hält ihn fit. Die zwölf Kilo Gewichtsverlust reichen Lechner noch nicht. „Bis zum EM-Start sollten schon noch gut fünf Kilo weg“, sagt er.

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