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Den Puck im Visier, und der Gegner hat immer das Nachsehen. So war dies meist in der 2. Liga. Ab sofort geht Felix Schütz (l.) für die Mannheimer Adler auf Torejagd.

Eishockey

Der Deutsche Meister ruft Felix Schütz

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Der Erdinger Eishockeyprofi wechselt zum Ligaprimus Mannheim. Es ist sein fünfter DEL-Club.

Erding/Mannheim – Die Eishockey-Reise von Felix Schütz geht weiter. Der 33-jährige Profi wechselt mit sofortiger Wirkung vom Zweitligisten EV Landshut in die DEL zum amtierenden Deutschen Meister nach Mannheim. Die Adler sind nach Ingolstadt, Köln, München und Straubing der fünfte DEL-Club, für den der Erdinger auf Torejagd geht.

Schütz war im Sommer vereinslos und heuerte schließlich in Landshut an: „Mit dem EVL hatte ich mich darauf geeinigt, dass ich dem Verein und vor allem den jungen Spielern helfe, dass ich aber jederzeit gehen kann, wenn ein Angebot aus der DEL kommt.“ Und wie er den Niederbayern half. In seinen neun Spielen für die Landshuter verzeichnete der Erdinger 19 Scorerpunkte (9 Tore, 10 Assists) und spielte zusammen mit seinem Sturmpartner Zach O’Brien (20 Punkte, 8/12) die gegnerischen Abwehrreihen schwindlig. Doch jetzt geht es eine Etage höher.

„Als ich in Straubing war und mein Monatsvertrag kurz vor dem Auslaufen war, hat Mannheim angefragt, ob ich nicht wechseln möchte“, erzählt Schütz. Adler-Manager Jan-Axel Alavaara, der den 33-Jährigen auch aus seiner schwedischen Zeit beim Rögle BK kannte, hatte den Kontakt gesucht. „Straubing war damals Zweiter, Mannheim Dritter, wir hatten bei den Tigers eine tolle Mannschaft, da wollte ich nicht gehen“, sagt er. Und kurz darauf wurde sein Vertrag in Straubing bis Saisonende verlängert. Jetzt hat Alavaara wieder angerufen, und man wurde sich schnell einig.

„Mannheim ist neben München von der Struktur her am besten aufgestellt“, weiß Schütz, der als Nachwuchsspieler schon das Trikot der Jungadler getragen hat. „Ich habe nur meine Klamotten mitgenommen und bin in einem möblierten Haus einquartiert worden“, sagt er und fügt lachend an. „Das Spielchen mach ich jetzt seit zwölf Jahren: Eishockeytasche packen – das reicht.“

Zeit zum Eingewöhnen hat er reichlich, denn die ersten drei Pflichtspiele der Adler – lauter Heimspiele – finden an den kommenden drei Samstagen statt, gegen Nürnberg (18.12.), Straubing (26.12.) und München (2.1.). Auch seine Familie, Ehefrau Caro mit den beiden Töchtern, wird zwischendurch nach Mannheim kommen: „Der Kindergarten ist zu, das trifft sich ganz gut.“

Natürlich sei möglichst auf außerfamiliäre Kontakte zu verzichten, so sei es in Landshut auch schon gewesen. „Die ganzen Vorsichtsmaßnahmen sind in Mannheim aber deutlich extremer“, schildert der 33-Jährige die Vorkehrungen. „In Landshut haben wir halt immer Fieber gemessen und mussten sofort melden, wenn wir Symptome haben. Hier in Manheim muss jeder dreimal wöchentlich einen PCR-Test machen.“ Dass damit Corona aber komplett zu vermeiden ist, „das dürfte ganz schwierig sein“. Schütz hatte sich bekanntlich beim Spiel in Kaufbeuren angesteckt. „Alle atmen bei 180 Puls, durch die Bewegung auf dem Eis wird viel verwirbelt, und das Virus liebt die Kälte.“

Der Erdinger betont noch einmal, wie schön seine kurze Landshuter Zeit war. Selten zuvor habe er mehr soziale Kontakte innerhalb der Mannschaft gehabt. „Die Jungs gönnen sich einfach mehr“, weiß er. Das sei nicht selbstverständlich. Er habe viele Profi-Stationen erlebt, speziell in Nordamerika, wo der Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft sehr groß war. „Ich bin eigentlich sehr sensibel, und habe es nie verstanden, wie man sich gegenseitig so wenig gönnen kann“, philosophiert er. „Aber es hat mich härter gemacht, und jetzt kann ich besser damit umgehen.“

Nun gilt aber die volle Konzentration des 33-Jährigen der neuen Aufgabe bei den Mannheimer Adlern. „Ich fühle mich besser als je zuvor“, sagt Schütz und spielt damit auf seinen Kreuzbandriss kurz vor seinem Abschied aus Köln 2019 an, als er von vielen Medienvertretern schon abgeschrieben worden sei, „und die Vereine mir gegenüber deshalb skeptisch waren“. Natürlich denke er auch über sein Karriereende nach, aber noch möchte er ein paar Jahre auf höchstem Niveau spielen. „Ich genieße die Zeit und freue mich auf Mannheim“, betont der Erdinger, der bei den Adlern die Rückennummer 11 tragen wird. „Und ich möchte natürlich um die Meisterschaft mitspielen.“

Vergangenheit als Jungadler

„Ich fühle mich besser als je zuvor“

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