Nino Filippeti
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FUSSBALL

Nino Filippetti: „Die Klasse ist mir egal“

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Berglerns Erfolgstrainer Trainer Nino Filippetti hat seinen Vertrag verlängert - ganz unabhängig davon, ob er in der A-Klasse oder Kreisklasse sein wird.

Berglern – Nino Filippetti wird auch in der kommenden Saison den SV Eintracht Berglern trainieren. Die Chancen stehen ganz gut, dass dies dann in der Kreisklasse sein wird, schließlich hat sein Team in der A-Klasse 7 satte 13 Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten FC Langengeisling 2. „Aber im Grunde ist mir die Klasse egal“, sagt der 51-Jährige.„Wichtig ist, dass wir überhaupt endlich wieder zum Spielen kommen.“

Echt jetzt, egal? „Nein“, verbessert sich Filippetti, „für die Spieler würde es mich natürlich schon freuen, denn sie kennen ja die Kreisklasse noch gar nicht“. Und die Mannschaft habe auch das Potenzial dazu, dort zu bestehen. „Aber es könnte dennoch schwierig werden, weil uns die Corona-Pandemie die ganze Euphorie genommen hat, die einen Aufsteiger ansonsten immer durch die neue Liga trägt.“

Vom Prügelknaben zum Überflieger

Deshalb hoffe er auch, dass die derzeitige Saison noch zu Ende gespielt wird – auch wenn niemand angesichts des Riesenvorsprungs bei einem vorzeitigen Abbruch dem SVE die Aufstiegsberechtigung absprechen würde. „Natürlich hätten wir es dann am Grünen Tisch verdient. Aber wir wollen die sieben Spiele bestreiten, damit wir auch mit dem richtigen Gefühl aufsteigen.“ Großer Meister-Jubel – das hatte man in Berglern lange nicht mehr. Dafür aber das andere Extrem: die Angst vorm Absturz.

Fillipetti denkt zurück an seinen Einstand im Winter 2017/18, als die Eintracht mit einer Handvoll Punkte da stand und der Abstieg in die B-Klasse besiegelt schien. Überraschend gelang damals doch noch der Klassenerhalt. Es folgte Platz sechs in der darauffolgenden Saison. „Damals war schon klar, dass ich noch zwei Jahre weiter mache, denn ich habe grundsätzlich einen Vier-Jahres-Plan“, sagt Filippetti. „Natürlich konnte niemand wissen, dass eine Saison so lange dauern würde. Also hänge ich jetzt eben noch eine Runde dran.“ Sein Auftrag sei hier noch nicht erledigt. Und schließlich fühle er sich sehr wohl in Berglern. „Mir gefällt hier das ganze Drumherum sowie die Arbeit mit der Abteilungsführung, und die Mannschaft hat Potenzial“ – sofern das Team so zusammenbleibt.

Acht A-Junioren stoßen zum Team

„Wir haben eine gute Mischung aus Jung und Alt“, sagt Filippetti, „aber derzeit kämpfen wir darum, dass auch möglichst alle weitermachen“. In der coronabedingen Zwangspause hätten einige Spieler gemerkt, dass auch fußballfreie Wochenenden ihren Reiz haben. Das betreffe nicht nur die 30plus-Kicker, die ans Karriereende denken. „Es geht auch darum, dass alle acht Jugendspieler, die im Sommer zu uns stoßen, bei der Stange bleiben.“ Filippetti hält große Stücke auf die Youngster Lucas Wastian, Tomas Kleemann, Nico Gerbl, Sebastian Hemauer, Christoph Erhard, Sinan Scheuermann, Valentin Müller und Matteo Gumpold. Das wird er ihnen auch in den persönlichen Gesprächen vermitteln. Da ist sich auch Stefan Zott sicher. Der Berglerner Fußballchef freut sich über die Vertragsverlängerung. „Es passt einfach zwischen Nino und der Eintracht. Er erreicht die Mannschaft, fördert die Integration“, lobt Zott. „Und sportlich läuft es ja auch sehr gut.“

Auch Marcus Balbach bleibt dem SVE als spielender Co-Trainer erhalten. „Ein sehr wichtiger Mann für mich, der im ganzen Verein hoch anerkannt ist“, so Filippetti. Weitere Neuigkeiten zum SVE-Kader: Marvin Würzner wechselte nach Klettham. Nach der Saison kehrt wahrscheinlich ein Berglerner zurück, der momentan noch höherklassig spielt. Den Namen will Filippetti noch nicht verraten.

Namen oder Spielklasse – wichtig sei für ihn ohnehin nur, dass möglichst bald wieder gespielt werden könne. „Die Jungs sind wirklich fleißig beim Onlinetraining, sie machen jede Challenge mit.“ Aber es ist halt kein Fußball. „Neulich hat einer in die Gruppe geschrieben: ,Wir sehen uns dann beim Marathon in Berlin‘“, erzählt Filippetti. Er könne diesen Sarkasmus schon verstehen. „Der Kick fehlt halt.“

Champions League für Amateurmeister

Der SVE-Coach sehnt aber nicht nur den Re-Start herbei: „Wir brauchen auch danach keine große Pause bis zur neuen Saison. Vielleicht 14 Tage für die Funktionäre, um die Ligen einzuteilen, aber danach sollte es wieder weitergehen.“ Spielpraxis sei das A und O, deshalb würde er auch den Ligapokal fort- und notfalls noch weitere Turnierformen einführen. „Eine Champions League für die Amateurmeister zum Beispiel – ähnlich dem Erdinger Meistercup, aber auf Großfeld. Hauptsache, die Jungs kicken wieder.“

So wollen die Berglerner bald wieder jubeln.

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