Stützen des EV Landshut: Torwart Dimitri Pätzold steigerte sich nach anfänglichen Problemen im Laufe der Saison und war am Schluss die unangefochtene Nummer eins bei den Niederbayern. Er hat auch noch für kommende Saison einen Vertrag beim Zweitligisten.
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Stützen des EV Landshut: Torwart Dimitri Pätzold steigerte sich nach anfänglichen Problemen im Laufe der Saison und war am Schluss die unangefochtene Nummer eins bei den Niederbayern. Er hat auch noch für kommende Saison einen Vertrag beim Zweitligisten.

EISHOCKEY - Sebastian Busch und Dimitri Pätzold vom EV Landshut ziehen persönliche Bilanz

„Die mit Abstand schwierigste Saison“

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Für zwei Eishockey-Profis aus Erding ist die Saison bereits beendet. Torwart Dimitri Pätzold und Stürmer Sebastian Busch, die für den Zweitligisten EV Landshut spielen, haben mit ihrem Club die Playoffs der besten Acht verpasst.

Erding/Landshut – Für zwei Eishockey-Profis aus Erding ist die Saison bereits beendet. Torwart Dimitri Pätzold und Stürmer Sebastian Busch, die für den Zweitligisten EV Landshut spielen, haben mit ihrem Club die Playoffs der besten Acht verpasst. Auf Platz 10 landeten die Niederbayern am Ende, was normalerweise noch für die Pre-Playoffs gereicht hätte. Auf die wurde aber heuer coronabedingt verzichtet. Der 38-jährige Pätzold und der 28-jährige Busch blicken auf eine wechselhafte Saison zurück und schauen nach vorne, denn beide stehen auch für die kommende Spielzeit beim EVL unter Vertrag.

Noch ein Jahr Vertrag in Landshut hat Sebastian Busch (r.), der die meiste Zeit als Mittelstürmer in der ersten Angriffsreihe eingesetzt wurde. Er ist mit seiner persönlichen Saisonbilanz jedoch nicht so zufrieden.

Der EV Landshut war phänomenal in die Saison gestartet, was nicht zuletzt daran lag, dass Felix Schütz im Team stand. Nach sieben Spieltagen führten die Niederbayern die Tabelle an, doch nach dem Wechsel von Schütz nach Mannheim ging es auch mit den Landshutern stetig bergab – zwischendurch sogar bis ans Tabellenende. „Natürlich hatte der Felix einen großen Anteil“, sagt Busch. „Es war danach aber auch wie verhext: Viele Spiele hatten wir anfangs mit einem Tor Unterschied gewonnen, und dann haben wir sie plötzlich mit einem Unterschied verloren. Der Puck fällt einfach nicht rein, und du weißt nicht, warum.“ Am Schluss sei es dann wieder ganz gut gelaufen, „aber da war es zu spät, und wir haben die Playoffs nicht mehr geschafft“.

Nachdem Schütz nicht mehr dabei war, rückte Busch in die erste Sturmreihe an die Seite von Marcus Power und Zach O’Brien – zwei brillante Mitspieler. „So viele Chancen, wie ich in dieser Saison hatte, hatte ich in den letzten drei Jahren zusammen nicht“, erzählt der 28-Jährige und fügt selbstkritisch an: „Ich war der Chancentod hoch 100. Das hätte meine beste Saison werden können, aber irgendwie bin ich mir selbst im Weg gestanden.“ 20 Scorerpunkte (4 Tore, 16 Assists) waren Buschs schwächste Punkteausbeute in seinen vergangenen fünf Zweitliga-Jahren.

Insgesamt gesehen sei es für ihn „die mit Abstand schwierigste Saison“ gewesen, stellt der 28-Jährige fest. „Da warst du als Spieler an der Belastungsgrenze, denn wir haben quasi alle zwei Tage gespielt – das war schon Playoff-Modus. Das hast du am Schluss schon sauber gemerkt.“ Dass der EVL letztlich auf Platz 10 gelandet sei, sehe er nicht so tragisch.

Ähnlich fällt Pätzolds Fazit aus: „Ich denke, wenn man unser Budget anschaut, ist es gar nicht so schlecht.“ Der bärenstarke Saisonstart habe ihn eigentlich ein bisschen gewundert, „denn die Saisonvorbereitung war alles andere als optimal“. Der Start sei immer wieder verschoben worden, dann habe man auch noch einige Corona-Fälle im Team gehabt, inklusive zweier Spieler mit Herzmuskelentzündung. „Dass wir dann gleich vorne mit dabei waren, hat mich schon überrascht“, gibt der 38-Jährige zu. „Aber vielleicht hatte es in der Vorbereitung andere Mannschaften noch schlimmer erwischt.“

Dass der EVL dann abgerutscht ist, sieht er nicht dramatisch. „Mannschaften entwickeln sich in der Saison weiter – vom ersten Tag bis zum Schluss –, und es kommt halt darauf an, wie sie sich weiterentwickeln.“ Beim EVL sei es halt „am Anfang perfekt gelaufen“, bis dann eher die Normalität eingekehrt sei, „und dann sind wir immer in der Mitte mitgeschwommen“. Schwierig sei es dann ab Januar geworden. „Da hatten wir sechs oder sieben Langzeitverletzte, die zum Teil mehr als drei Wochen ausgefallen sind, und das war dann einfach nicht mehr zu kompensieren.“ Am Schluss seien einige Spieler wieder zurückgekommen, und die Mannschaft habe sich gefangen. Pätzold weiß: „Wenn die Sache einen negativen Lauf annimmt, dann wird es schwierig, das Ruder herumzureißen.“ Zusammenfassend sagt er: „Von Normalität waren wir weit entfernt.“

Im EVL-Tor gab es anfangs einen Zweikampf zwischen Pätzold und Jaroslav Hübl. Der dritte Keeper, der junge Deutsch-Kanadier Kristian Hufksy, war die meiste Zeit an den Deggendorfer SC ausgeliehen. „Am Anfang lief es nicht so, und ich musste mein Spiel ein wenig umstellen“, erklärt der 38-Jährige, der zuvor zehn Jahre lang in der DEL gehalten hatte. „Da haben die Spieler weniger Zeit, und du stellst dich darauf ein. In der DEL 2 haben sie viel mehr Zeit, bis sie angegriffen werden, und können dann eventuell auch nochmal passen.“ Dann aber habe er sich als Nummer eins durchgesetzt, „und es waren einige Phasen, wo ich ganz gut gespielt habe“.

Axel Kammerer, vergangene Saison Trainer beim EVL (und vorzeitig abgelöst), war während der Saison als Sportlicher Leiter zurückgekommen. „Er hat sich in der Kabine vorgestellt, ansonsten hat er sich überhaupt nicht in die Trainingsarbeit eingemischt, das wäre auch kontraproduktiv gewesen“, erzählt Busch. „Er schraubt jetzt an der Mannschaft für nächste Saison.“ Und da rührt sich schon einiges im EVL-Kader, unter anderem wurden mit Verteidiger Andreas Schwarz und Stürmer Marco Pfleger zwei der besten DEL 2-Spieler aus Bad Tölz geholt.

„Es sieht danach aus, dass man große Ziele verfolgt“, glaubt Pätzold und fügt grinsend an: „Geld allein hat noch nie gewonnen, aber ohne Geld geht’s halt auch nicht.“ Kammerer hatte Pätzold kurz vor dem Ende vergangener Saison vom DEL-Club Krefeld nach Landshut geholt, war aber dann entlassen worden: „Als ich kam, war der Axel schon weg, aber jetzt haben wir uns ja doch noch getroffen.“ Der 38-Jährige hält sehr viel vom neuen Sportlichen Leiter. „Er hat sehr große Kompetenz und will einige Sachen verbessern – auch beim Drumherum.“ Er jedenfalls freut sich auf die kommende Saison: „Das hört sich vielversprechend an und macht jetzt schon Bock.“

Und was ist 2022, wenn die Verträge von Busch und Pätzold in Landshut auslaufen? Sind die Erding Gladiators dann ein Thema? „Schau ma mal“, sagt Pätzold schmunzelnd. „Natürlich überlege ich langsam, wie es weitergeht.“ Er spiele jetzt auf alle Fälle noch ein Jahr in der DEL 2, „und es muss natürlich auch gesundheitlich alles passen, und dann sehe ich weiter“. Er habe natürlich mitbekommen, dass es im Erdinger Eishockey Veränderungen in der Abteilungsleitung gegeben habe, und es habe auch schon lein lockeres Gespräch mit Christian Fragner gegeben. Ob er dann, falls er wirklich nach Erding komme, weiterhin im Tor stehen oder sich im Trainerteam einbringen werde, das könne er jetzt überhaupt nicht sagen: „Soweit denke ich nicht voraus.“ Was Dimitri Pätzold aber weiß: „Ich könnte mir vorstellen, was im Nachwuchs zu machen, denn der Nachwuchs hat mich immer schon interessiert.“ Und wie schaut es bei Sebastian Busch aus? Wann wird er das Gladiators-Trikot tragen? „Vielleicht früher als man meint“, sagt er und lacht.

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