Landshuter Offensivpower: Felix Schütz, Max Forster und Zach O´Brien (rote Trikots, v. l.) nehmen das von Patrick Klein gehütete Tor der Frankfurter Löwen unter Beschuss. Am Ende siegt der EVL – nach 0:2-Rückstand – mit 4:2 Toren. Foto: christine vincon
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Landshuter Offensivpower: Felix Schütz, Max Forster und Zach O´Brien (rote Trikots, v. l.) nehmen das von Patrick Klein gehütete Tor der Frankfurter Löwen unter Beschuss. Am Ende siegt der EVL – nach 0:2-Rückstand – mit 4:2 Toren.

Interview mit dem Nationalspieler

Ein Einstand nach Maß: Felix Schütz trifft für EV Landshut dreimal

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Der Erdinger Felix Schütz hat sein erstes DEL2-Wochenende hinter sich. Mit drei Toren war er an den beiden Siegen maßgeblich beteiligt. Ein Interview.

Erding/Landshut – Während das Eishockey im Landesverband im Moment ruht (siehe Randspalte) und die DEL ihren Saisonauftakt erst für Mitte Dezember plant, sind DEL 2 und Oberliga am Wochenende mit vollem Programm in die Punktrunde gestartet. Und für Felix Schütz hätte der Start nicht besser laufen können. Mit dem EV Landshut hat der Erdinger am Freitag in Crimmitschau 7:6 gewonnen und am Sonntag daheim gegen Frankfurt 4:2. Bei den Eispiraten in Crimmitschau traf Schütz zum 1:0 in der ersten und – nach 4:6-Rückstand – zum 7:6 in der letzten Minute. Gegen die Löwen aus Frankfurt lag der EVL bis ins letzte Drittel hinein 0:2 zurück, ehe der Erdinger mit seinem Tor zum 1:2 die – letztlich erfolgreiche – Aufholjagd einläutete und damit nach zwei Spielen bereits sieben Scorerpunkte (3 Tore, 4 Assists) auf seinem Konto hat.

Herr Schütz, das war ja ein toller Einstand für Sie.
Ja klar, das war ein Wahnsinns-Einstand – allerdings nicht nur für mich, sondern für die ganze Mannschaft. Es hätte nicht viel besser laufen können – und natürlich wünscht man sich so einen Start.
Beide Spiele standen ja bis zuletzt auf des Messers Schneide.
Oh ja. In Crimmitschau lagen wir bis zur 59. Minute 4:6 hinten und haben dann drei Tore in 60 Sekunden geschossen. Und Frankfurt war letztes Jahr schon eine Top-Mannschaft und ist es auch heuer. Da lagen wir bis zur 43. Minute 0:2 hinten.
Da sind die erfahrenen Spieler vorangegangen.
Man hat schon gemerkt, dass es gut ist, wenn man erfahrene Spieler hat, die die jungen Burschen führen können. Aber die haben auch richtig gut gespielt.
Mit wem haben Sie zusammengespielt?
Mit den beiden Ausländern Marcus Power und Zach O’Brien. Schon als die beiden Jungs kamen, haben Trainer Leif Carlsson und Co-Trainer Ales Jirik gemeint, dass sie gut sind und dass sie vom Spielerischen und vom Tempo her gut mit mir mitspielen können. Und ich muss sagen, dass sie technisch und läuferich wirklich super sind.
Und die zwei kennen sich ja. Das ist sicherlich ein Vorteil.
Genau. Sie haben in der East Coast Hockey League bei den Newfoundland Growlers zusammengespielt und man merkt, dass sie sich kennen – und gut verstehen.
Und Sie dürfen wieder Center spielen.
Ja, endlich wieder auf meiner Lieblingsposition als Mittelstürmer. Das kommt mir sehr entgegen.
In Überzahl hakte es anfangs ein wenig, aber dann lief es umso besser.
Gegen Crimmitschau hat es noch nicht so geklappt, erst im letzten Drittel mit dem Tor zum 5:6. Gegen Frankfurt lief es schon besser. Da hat Zach O’Brien in Überzahl das 2:2 und 3:2 gemacht.
Hat die „Erding Connection“ denn funktioniert?
Absolut. Dimitri Pätzold hat stark gehalten und Sebi Busch sehr gut gespielt.
Und die Trainer waren happy?
Die waren total begeistert. Die wussten nämlich nicht so recht, wo wir stehen. Problem war ja, dass wir eine Zeitlang in Quarantäne mussten (Es gab einige positive Corona-Fälle in der Mannschaft; Anm. d. Red.), und so stehen wir jetzt erst gefühlte zwei bis drei Wochen auf dem Eis. Wir mussten uns also erst mal einspielen. Deshalb haben die Trainer noch gar nicht so viel Wert auf das System gelegt, sondern erstmal auf die Fitness. Ich denke, das war eine schlaue Entscheidung. Crimmitschau ist schon seit August auf dem Eis, die wirkten am Ende etwas müde.
Die Stimmung dürfte entsprechend gut gewesen sein, oder?
Ja, und vor allem für die jungen Spieler waren diese Erfolgserlebnisse wichtig. Auch, dass sie sehen, wie wir Älteren so sind. Ich denke, diese Mischung, und vor allem die routinierteren Spieler, das hat letzte Saison in Landshut gefehlt.
Wie ist die Stimmung während des Spiels, wenn keine Zuschauer da sind?
Wenn ich auf dem Eis bin, dann bin ich so konzentriert, dass ich das ausblenden kann. Aber natürlich fehlt insgesamt die Atmosphäre. Man muss halt versuchen, das Beste daraus zu machen.
Glauben Sie, dass Zuschauer schon bald zugelassen sind?
Ich habe da, ehrlich gesagt, wenig Hoffnung. Man kann ja im Moment nur spekulieren, aber ich gehe davon aus, dass es im November und auch im Dezember, wenn es Familienfeste wie zum Beispiel Weihnachten oder Silvester gibt, keine Lockerungen geben wird. Man muss wohl auch noch den Januar und Februar abwarten, wie sich alles entwickelt. Ich glaube, dass es erst im März und April die ersten richtigen Lockerungen geben wird und dass wir erst nächste Saison wieder vor vollem Haus spielen können.
Wie waren denn Ihre Gefühle, als National- und DEL-Spieler jetzt in der DEL 2 aufs Eis zu gehen?
Ich hatte, ehrlich gesagt, schon ein bisschen Angst. Eigentlich kann man ja nur verlieren und die Erwartungen sind riesig. Aber ich habe mir dann gesagt: Im Endeffekt kann ein Spieler allein gar nichts ausrichten. Man kann allein zwar in ein paar Szenen was bewirken, aber letztlich braucht man immer die Mannschaft dazu.
Sie bereuen Ihren Entschluss also nicht, eine Liga nach unten gegangen zu sein?
Ich habe schon überlegt, ob ich es tun soll. Aber jetzt bin ich froh. Ich habe unglaublich viel Eiszeit gekriegt, ich habe tolle Sturmpartner, und als ich am Sonntagabend nach Erding heimgekommen bin, war ich fix und fertig.
Sie haben eine Ausstiegsklausel, wenn ein höherklassiger Verein ruft. Ist das eigentlich Thema in der Kabine?
Die Jungs haben schon ein bisschen Angst, dass ich wieder weggehen könnte. Aber ich hab sie erstmals beruhigt. Mit gefällt’s beim EVL.

Das Interview führte Wolfgang Krzizok.

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