Auf einer Wellenlänge mit den Schülern ist die vielfache Paralympic-Siegerin im Biathlon, Verena Bentele. foto: zs

„Ein guter Wegweiser“ für Schüler

Erding - Zum Motivationstraining im Rahmen des Projekts SV-Zukunft weilte die Paralympics-Goldmedaillengewinnerin Verena Bentele in der Mittelschule am Lodererplatz.

Das Projekt SV-Zukunft steht für einen Sportverein der anderen Art. SV-Zukunft ist ein Club, der mit Hilfe von prominenten Sportlern wie Kickbox-Weltmeister Marko Rajkovic oder Verena Bentele und erfahrenen Managementtrainern die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen fördert. Der Verein kümmert sich um ein stärkeres Selbstvertrauen oder um einen besseren Zusammenhalt der Jungendlichen untereinander.

In den Trainingsstunden wird versucht, den Heranwachsenden andere Dinge näher zu bringen als an Schulen allgemein unterrichtet wird. Die zwölffache Paralympics-Gewinnerin und vierfache Weltmeisterin im Biathlon, Verena Bentele, engagiert sich schon seit 2011 für das Projekt SV-Zukunft.

Am Dienstag besuchte die blinde Ausnahmesportlerin und Behindertenbeauftragte der Bundesregierung die Mittelschule am Lodererplatz in Erding. „Mir gefällt das direkte Arbeiten mit den Jugendlichen. Die Motivation hole ich mir von den jungen Erwachsenen. Sie geben mir sofort eine Rückmeldung, ob sie etwas gut oder schlecht finden. Das ist das, was ich so toll finde. Außerdem macht mir meine Arbeit Spaß, und ich habe Ziele, und das motiviert mich“, sagt Bentele.

Was ihr größter Wunsch sei, wurde sie von einer Schülerin gefragt. „Ich gewinne gerne. Ich will aber auch etwas schaffen, das auf Dauer sinnvoll ist. Ich will ein guter Wegweiser sein,“ erzählt Bentele. Die Behindertenbeauftragte hebt sich nicht von den Jugendlichen ab, sondern versucht, auf der selben Wellenlänge zu sein. Sie lässt auch gerne persönliche Fragen der Schüler zu, wie zum Beispiel, was ihr Lieblingsessen („Käs-Spatzn)“ sei, oder wie es ist, beim Biathlon zu schießen, obwohl sie nichts sieht. Bentele betonte, mit dem Projekt wolle sie den Jugendlichen eine Struktur geben.

„Wir arbeiten nun schon seit 2008 eng mit SV-Zukunft zusammen. Wir haben hervorragende Erfahrungen damit gemacht. Viele Schüler aus schlechteren Verhältnissen haben mit Hilfe von SV-Zukunft einen Ausbildungsplatz gefunden,“ sagt Schulleiterin Petra Leubner. An der Erdinger Mittelschule werden sogenannte „Praxisklassen“ vom Sportverein unterstützt. Darunter verstehe man Klassen mit ungefähr 15 Schülern im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. Die Entwicklung der Schüler durch das Projekt sei einzigartig.

Ludwig Kirmair, Erdings zweiter Bürgermeister, erklärte, dass das Projekt in der Schule sehr sinnvoll sei. „Investition in Bildung ergibt die besten Zinsen.“

(Simon Zachenhuber)

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