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Des einen Freud, des andern Leid: Während die Nürnberger (weiße Trikots) ihren entscheidenden Sieg und den Einzug ins Halbfinale bejubeln, drehen die Kölner Felix Schütz (r.) und Moritz Müller enttäuscht ab.

Eishockey

Felix Schütz verzichtet auf die WM

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Ganz knapp dran waren die Kölner Haie an der Überraschung. Im Playoff-Viertelfinale der Deutschen Eishockeyliga (DEL) mussten sie sich in einer dramatischen Serie den Nürnberg Icetigers beugen. Für Haie-Stürmer Felix Schütz ist die Saison jetzt vorbei. Obwohl eigentlich noch die WM auf dem Plan steht.

Köln/Erding– „Ausgerechnet das letzte Playoff-Spiel war wahrscheinlich unser schlechtestes“, erzählt Felix Schütz enttäuscht. Deutlich mit 1:5 Toren ging die sechste Playoff-Partie in der heimischen Lanxess-Arena verloren. Das bedeutete das Aus in der Best-of-seven-Serie. „Jetzt brauche ich erstmal Urlaub, ich bin mental ziemlich am Ende“, erzählt der 30-jährige Erdinger. „Die Weltmeisterschaft habe ich deswegen abgesagt.“

Es war insgesamt eine tolle Saison für Schütz, die ihren Höhepunkt im Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang hatte. Für die Kölner lief es die ganze Saison nicht ganz so gut, nur mit Mühe und buchstäblich in letzter Sekunde wurde die direkte Qualifikation zu den Playoffs erreicht. Dort lieferten sich die Haie als Tabellensechster eine dramatische Serie mit den favorisierten Icetigers aus Nürnberg, die die Punktrunde als Dritter abgeschlossen hatten.

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Nach je zwei Auswärtssiegen von Köln (4:1, 4:2) und Nürnberg (3:2 n. V., 3:2) machten die Icetigers mit einem 3:2 daheim und einem 4:1 in Köln den Sack zu und stehen jetzt im Halbfinale gegen Berlin. „Die entscheidenden Spiele in der Serie haben wir vorher verloren“, weiß der Erdinger. „Aber insgesamt finde ich, dass wir uns sehr gut geschlagen haben.“

Er persönlich könne mit der Saison in Köln zufrieden sein, „denn ich war Top-Scorer bei den Haien und habe mit 46 Punkten einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt“, erzählt Schütz. „In der Reihe mit Justin Shagg und Benjamin Hanowski ist es einfach super gelaufen, und mir hat es hier in Köln richtig Spaß gemacht.“ Mit 18 Toren und 28 Assists in 50 Spielen war er zugleich viertbester Scorer in der DEL. Der Erdinger ergänzt: „Aber lieber hätte ich weniger Punkte gemacht und wir wären Meister geworden.“ Wer nun den Titel holt? „Berlin oder München“, sagt er.

Anfang Mai findet die Weltmeisterschaft in Dänemark statt, allerdings ohne Schütz. „Ich habe Bundestrainer Marco Sturm gestern die WM abgesagt, ich brauche ganz einfach eine Auszeit“, berichtet der 30-Jährige. „Der Sturmi versteht’s. Ich habe in den letzten acht Jahren sieben Weltmeisterschaften gespielt, dazu Olympia-Qualifikationsturniere und Olympische Spiele. Ich habe zwar kein Burn-out, aber ich bin einfach mental leer im Moment“, sagt Schütz. „Ich möchte einfach zur Ruhe kommen, alles auskurieren und mich vor allem um die Familie kümmern.“

In Köln stehen diese Woche noch diverse Gespräche an, außerdem wird mit den Fans der Saisonabschluss gefeiert. Wie es nächste Saison aussieht, das weiß Schütz noch nicht. „Wenn ich in Deutschland bleiben sollte, dann bleibe ich in Köln – zumindest noch ein Jahr“, sagt der 30-Jährige. „Aber das wird sich letztlich im Sommer entscheiden, da mache ich mir jetzt noch keinen Druck.“

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