+
Hier jubeln Gewinnerinnen wegen des vorzeitigen Saisonabbruchs: Taufkirchens Handballfrauen waren rechnerisch schon aus der Bezirksliga abgestiegen, dürfen durch die Verbandsentscheidung aber bleiben.

Handball

Das Ende aller Abstiegsängste

  • vonOlaf Heid
    schließen

Der Happy-End-Abbruch im Handball ist nun offiziell – sehr zur Freude von Altenerding und Taufkirchen.

VON BERND HEINZINGER UND OLAF HEID

Altenerding/Wartenberg/Taufkirchen – Das Präsidium des Bayerischen Handballverbandes (BHV) hat nun endgültig entschieden, dass sämtliche Ligen unterhalb der 3. Liga abgebrochen werden. Für die Wertung beschloss der BHV folgendes Vorgehen: Es gibt Aufsteiger, dabei wird die Quotientenregel angewendet (die erreichten Punkte dividiert durch die Anzahl der Spiele ergeben einen Wert, der mit 100 multipliziert wird und das Ergebnis für die Abschlusstabelle ergibt). Für die Mannschaften aus dem Landkreis Erding ist zum Teil aber viel wichtiger, dass es keine Absteiger gibt.

Besonders die Herren der SpVgg Altenerding waren in der Landesliga sehr gefährdet, wie auch Trainer Peter Mesiarik betont: „Es wäre sehr, schwer geworden.“ Daher zeigte man sich zufrieden mit der Entscheidung: „Wir bleiben in der Landesliga und sind glücklich.“

Eine mögliche Fortsetzung der Saison im Juni oder Juli hätte Mesiarik als nicht machbar empfunden: „Nach einer langen Pause und ohne Training zusammen hätte es erst einmal seine Zeit gebraucht, bis Spiele möglich gewesen wären. Handball ist nun mal ein Kollektivsport.“ Natürlich sei die Quotientenregel für die eine oder andere Mannschaft unfair: „Man kann es aber nicht allen recht machen.“

SpVgg Altenerding will Kader verstärken

Nach der Gewissheit über den Verbleib in der Landesliga würde jetzt die Arbeit für die kommende Runde beginnen, so der SpVgg-Coach: „Wir wollen noch zwei bis drei neue Akteure.“ Zwar verfüge Altenerding jetzt schon über eine starke Truppe, die teils unglücklich agiert hätte und daher im Tabellenkeller gelandet sei, frisches Blut täte ihr trotzdem gut.

Der Kontakt mit potenziellen Neuzugängen ist derzeit nur über das Telefon möglich: „Das macht die Sache nicht leichter. Aber wer nicht versucht, der findet nicht,“ sagt Mesiarik. Er hofft, dass es nicht mehr allzu lang dauert, bis sich die Spieler wieder in der Halle treffen können: „Der gemeinsame Sport fehlt den Jungs auf alle Fälle.“

Dass der Abbruch für die Gesellschaft sinnvoll sei, für den Handball aber enttäuschend, betont Simon Klawe, der die Handballfrauen der SpVgg Altenerding (Bezirksoberliga) bis zum Saisonabbruch unter seinen Fittichen hatte: „Aber daran führte leider kein Weg vorbei. Es ist ja auch noch lange nicht klar, wann es wieder weitergeht.“ Die Altenerdinger Frauen können das Ganze jedoch relativ relaxt sehen, standen sie doch im „Niemandsland“ der Liga. Die Frauen störe es nicht, im Gegenteil: „Jetzt haben sie mehr Zeit für ihre Familien. Sie haben derzeit anderes im Kopf als den Handball.“

TSV Wartenberg befürchtet Mini-Klasse

Die beste Saison seit langem lieferten die Handballfrauen des TSV Wartenberg in der Bezirksklasse Ost ab. Nach dem vorletzten Platz in der vorigen Runde standen sie jetzt auf Rang zwei, gewannen heuer acht Spiele und hätten – theoretisch – sogar noch aufgrund des besseren direkten Vergleichs am Meister SVG Burgkirchen vorbeiziehen können. Trainer Andreas Adelsberger sagt daher: „Es ist für uns schon bitter, die letzten beiden Partien nicht mehr absolvieren zu können.“ Die Entscheidung sei aber zu 100 Prozent richtig: „Handball ist Kontaktsport, und es wäre zu gefährlich.“

Mit dem beschlossenen Vorgehen zeigte sich Adelsberger nicht rundum glücklich: „Mir wäre es lieber gewesen, wenn man alles auf Null gesetzt hätte und mit den gleichen Besetzungen der Ligen in die kommende Saison gestartet wäre.“ Diese soll übrigens laut BHV spätestens am 1. Oktober starten. Adelsberger: „Das müssen wir erst einmal abwarten.“ Nach dem jetzigen Stand würde es dann eine sehr kleine Bezirksklasse Ost mit möglicherweise nur acht Teams geben, denn im Laufe der Saison zogen drei zurück: „Auch hier muss man erst einmal schauen. Vielleicht kommt die eine oder andere Truppe aus der anderen Bezirksklasse zu uns rüber,“ betont der TSV-Coach.

TSV Taufkirchen darf zweimal jubeln

Definitiv wird das nicht der TSV Taufkirchen sein, obwohl der Abstieg der Frauenmannschaft aus der Bezirksliga eigentlich rein rechnerisch bereits feststand. Durch die Wertung darf die Truppe um das Trainerduo Rosi Storck und Kati Gössl ein weiteres Jahr verweilen. „Es freut mich besonders, dass die Damen nicht absteigen, vor allem, da die Formkurve zum Ende der Saison steil nach oben ging“, meinte TSV-Handballchef Gerhard Mühlenbeck. Diese würden in der gleichen Liga wie die Männer von der Vils spielen.

Denn durch den Abbruch steht die Formation um Maximilian Josef als Champion der Bezirksklasse Ost fest. Nach 20 Jahren und etlichen knapp gescheiterten Versuchen steigen die Taufkirchener wieder in diese Liga auf, zum zweiten Mal seit es den Bezirk Altbayern gibt. „Wobei ich fest der Überzeugung war und bin, dass sie es heuer auf jeden Fall geschaft hätten“, betont Mühlenbeck. Kein Wunder also, dass er die BHV-Regelungen als „für den Handball sehr gut“, einschätzte. Auch die Quotientenregelung sei eine sehr faire Bereinigung der Tabellensituation. „Somit kann sich eigentlich keiner beschweren.“

Den nun vom Verband angepeilten Saisonstart zum 1. Oktober sieht er jedoch „skeptisch, da die Trainingseinheiten mindestens acht Wochen vorher, also Anfang August starten müssten. Ob man den Mannschaften und den Betreuern das abverlangen kann, ist schwierig zu beantworten“, so Mühlenbeck. Egal, wie es kommt: „Wir freuen uns auf die neue Saison, mit dem Novum, zwei Mannschaften in der Bezirksliga zu haben.“

Auch interessant

Kommentare