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Der TC Dorfen senkt den Beitrag für finanziell angeschlagene Mitglieder. Dem folgen auch weitere Vereine.

Kein Trainings- und Spielbetrieb wegen Corona

Beitragskürzung, Gehaltsverzicht: So helfen sich die Vereine

Der Trainings- und Spielbetrieb der Sportvereine fällt weiterhin aus. Den Vereinen fallen Einnahmen weg, Ausgaben haben sie aber trotzdem.

Erding – Er ist der älteste Tennisclub im Landkreis Erding und hat die meisten aktiven Teams (nämlich 17) für den Punktspielbetrieb gemeldet. Jetzt setzt der TC Dorfen ein besonderes Zeichen. „Wir gehen davon aus, dass es Vereinsmitglieder gibt, die von der Corona-Krise wirtschaftlich und finanziell besonders hart getroffen werden.“, heißt es in einer Sonderregelung. Deshalb habe der TC in einer außerordentlichen Vereinsausschusssitzung beschlossen, den Mitgliedsbeitrag für die durch die Krise wirtschaftlich wesentlich Betroffenen auf die Höhe eines passiven Mitglieds zu senken – bei weiterhin voller Spielberechtigung. Dieser symbolische Beitrag über 30 Euro führt zu einer Unterstützung von bis zu 110 Euro.

TC Dorfen: Hilfe für finanziell Betroffene

Die Dorfener wollen keine Prüfung der individuellen Umstände vornehmen. Stattdessen vertraue der TC auf den Solidargedanken innerhalb des Vereins. Der überschüssige Beitrag werde den Mitgliedern zurückerstattet.

Zwar sei es auch nicht auszuschließen, dass die Sportanlage erst im Juni oder nach Beginn der Sommerferien wieder öffnet. Trotzdem wolle der Verein weiterhin für potenzielle Neumitglieder attraktiv bleiben und bietet diesen daher auch diese Beitragsermäßigung für das Jahr 2020 an. Bis zum 30. Juni gelte dieses Angebot.

Nicht alle Vereine haben Entscheidungen getroffen

Der TSV Isen reagiert ebenfalls. In einem Brief des Vorsitzenden Lutz Seeger ist auf der Homepage zu lesen, dass der Beitragseinzug für 2020 nach hinten verschoben werde, auf einen Zeitpunkt, an dem klar sei, wann und wie der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden könne. Des Weiteren wird auf Hilfsangebote seitens der TSV hingewiesen. „Sollte jemand von Euch oder aus Euren Familien sich in Quarantäne befinden und Hilfe in der aktuellen Situation benötigen, (...) wendet Euch an uns (...). Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen, andere, gesunde Mitglieder zu finden, die dann z.B. Wege zu Ämtern, Apotheken oder Ärzten übernehmen, oder Einkäufe organisieren bzw. erledigen“, schreibt Seeger.

Der Schützenverein Isental Lengdorfl hat noch keine Änderungen vorgenommen. Der Verein möchte sich in einer baldigen Videokonferenz weiter über die aktuelle Situation beraten, so Vorsitzender Hubert Dallinger. „Unsere Mitglieder sind alle hoch motiviert und können es kaum noch erwarten, wieder in den Wettkampf zu starten“, fügt Dallinger hinzu.

Unterhaltskosten auch ohne Spielbetrieb

Auch in vielen anderen Vereinen hilft man sich in der aktuellen Lage auf unterschiedliche Art und Weise. Beim FC Langengeisling verzichten einige Trainer freiwillig auf ihr Gehalt, um den Verein mit kleinen Gesten zu unterstützen. „Man darf nicht vergessen, dass wir auch bei eingestelltem Spielbetrieb die Unterhaltskosten des Geländes haben.“, erinnert FCL-Chef Josef Kaiser.

Diese Ansicht teilt auch Selcuk Gürel, Jugendleiter des FC Türkgücü Erding. „Wir haben auch ohne die Corona-Krise Probleme, die Mitgliedsbeiträge vollständig zu bekommen. Jedes Jahr gibt es ein paar Clowns, die sich mit fantasievollen Gründen weigern, zu zahlen. Da müssen wir dann wochenlang hin und her telefonieren, bis das Geld da ist.“, erzählt Gürel schmunzelnd. „Wir brauchen das Geld einfach. Aber wir wissen auch, dass viele Mitglieder von Kurzarbeit betroffen sind und jetzt auch Probleme haben werden, den Beitrag zu stemmen. Unser Vorstand ist natürlich gesprächsbereit, wenn jemand wirklich knapp bei Kasse ist. Wir sind eine Familie, und die wird nicht wegen der Corona-Krise kaputtgehen.“ 

Kathi Kronthaler

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