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Julian Reets, Johannes Rumpfinger und Tobias Marhauser (v. l.) legen sich mit einem garantiert coronaresistenten Bollwerk an.

American Football

Erding Bulls: Football ohne Crashtests

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Die Erding Bulls müssen auf die Regionalliga-Saison verzichten. Trainiert wird trotzdem.

Erding – Kontaktsport ist noch immer verboten. Klar, dass es für den intensivsten davon, American Football, keine Ausnahmen geben kann. Das ist bitter für die Erding Bulls, die sich schon so auf die Saison in der Regionalliga gefreut haben. Auch ein neuer Quarterback war schon gefunden, doch jetzt ist erst einmal Pause angesagt.

Oder doch nicht? Die Bulls haben ein Konzept ausgetüftelt, das zumindest ein wenig Training ermöglicht. Die Hälfte des Teams trifft sich am Dienstag, die andere am Freitag in ihren Einheiten, also die Receiver, die Offense Line, das Defense Backfield oder die Runningbacks. „Es können nur positionsspezifische Trainingseinheiten durchgeführt werden“, erklärt Pressesprecherin Eva Lütcke. Tackle? Unmöglich. Ganze Spielzüge? Schon gleich gar nicht. „Unser Trainingskonzept ist mit dem Gesundheitsamt abgestimmt und genehmigt. Dabei haben wir auch auf die Vorgaben der Football-Dachverbände AFVD und AFVBy geachtet.“

All Spieler trainieren mit Skimasken über Mund und Nase, und die gesamte Haut ist bedeckt. „Damit wollen wir möglichst bald unter Vermeidung einer möglichen Infektion den Kontakt, wie Blocken oder Tacklen wieder aufnehmen. Wann das möglich ist, wissen wir aber noch nicht“, so Lütcke weiter. Nach den nun erfolgten weiteren Lockerungen „werden wir unser Trainingskonzept entsprechend anpassen“. Verantwortlich dafür ist der Head Coach der Seniors und Sportlicher Leiter Timm Fiege, „der die Vorgaben sehr genau prüft und sehr strikt umsetzt“, versichert die Bulls-Sprecherin, die zuversichtlich ist, dass auch die Jugendteams bald wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen.

Der Spielbetrieb ist dagegen noch in weiter Ferne. Das sei auch für die Jugendmannschaften traurig, zumal sich die U 11 und U 13 für die Playoffs um die bayerische Meisterschaft qualifiziert hatten. Während im Nachwuchsbereich noch einiges wie etwa die Hallenrunde offen ist, ist bei den Erwachsenen schon alles geregelt. „Es wird dieses Jahr nur in der 1. und 2. Bundesliga eine verkürzte, reguläre Saison geben“, erklärt Lütcke. „Wir sind in der dritten Liga, der Regionalliga“, und die finde definitiv heuer nicht statt. Geplant seien im Herbst Freundschaftsspiele. „Vielleicht gibt es auch ein Bayern-Turnier mit mehreren Teams aus unterschiedlichen Ligen“, sagt Lütcke. Da sei aber auch noch nichts festgelegt. „So etwas macht nur dann Sinn, wenn die Spieler vorher richtig trainieren können. Ohne Tackle-Training in ein Spiel zu gehen, wäre aufgrund der Verletzungsgefahr viel zu gefährlich.“

Die Bulls hatten ihre Hausaufgaben vor der Saison gemacht. Für den scheidenden Quarterback Arnold Rupprecht haben sie bereits einen Nachfolger gefunden. Es ist der US-Amerikaner Thomas Maney, der im März vor dem Lockdown nach Erding kam und zuletzt in der 1. Serbischen Liga gespielt hat. Lütcke: „Er ist seit Längerem in Europa und will sich hier dauerhaft niederlassen. Für unser Team ist das ein glücklicher Umstand und absolut positiv, dass er sich für die Erding Bulls entschieden hat.“ Maney will künftig in Deutschland Football-Camps und Fortbildungen durchführen. Die Bulls besorgten ihm eine Wohnung und sicherten sich so seine Dienste.

Neben Maney waren die Bulls an deutschen Neuzugänge dran, „denn wir wollten unseren Kader erweitern und verstärken“. Da sei nun aber noch einiges offen, „da wir leider kaum Spielerfahrungen sammeln konnten. Es gibt aber vielversprechende Aufsteiger aus unserem eigenen Juniors-Team“, so Lütcke.

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