Rüdiger Aigner ist nicht mehr FCH-Coach.

Fußball – A-Klasse 8

FC Hohenpolding: Der Erfolgscoach nimmt seinen Hut

  • Markus Schwarzkugler
    VonMarkus Schwarzkugler
    schließen

„Eine unglaublich geile Entwicklung“ hat der FC Hohenpolding laut Rüdiger Aigner genommen. Trotzdem ist er nun nicht mehr Trainer des A-Klassisten. Sein Nachfolger ist ein alter Bekannter.

von Markus Schwarzkugler

Hohenpolding – Der FC Hohenpolding ist dieser Tage die Dampfwalze der A-Klasse 8. Was sich ihm in den Weg stellt, wird platt gemacht. Zuletzt fegte der FCH im Holzland-Derby den FSV Steinkirchen mit 5:0 Toren vom Platz, zuvor feierte er ein 5:1 bei der BSG Taufkirchen und gar ein 9:0 gegen Kirchasch 2.

30 Tore in den bisherigen sechs Saisonspielen. Mit der besten Tordifferenz der Liga steht das Team momentan auf Platz drei der Tabelle, und hätten die Hohenpoldinger gegen Topteams wie Langenpreising und Fraunberg zwischenzeitliche Zwei-Tore-Führungen nicht noch für zwei Remis aus der Hand gegeben, stünden die Hohenpoldinger sogar auf Rang eins. Die Mannschaft scheint momentan so gut zu sein wie lange nicht. Und doch gehen der Verein und sein Trainer Rüdiger Aigner seit wenigen Tagen getrennte Wege. Gegen Steinkirchen saß interimsmäßig Pressesprecher Michael Hettenkofer auf der Bank.

Büffeln für die DFB-Elite-Lizenz

Grund für die Trennung des FCH von dem 42-jährigen Starzeller – wenig überraschend hat sie nichts mit derzeitigen Form der Mannschaft zu tun – sind dessen Ambitionen in Sachen Trainerkarriere. „Ich will als Trainer weiterkommen“, stellt Aigner klar. Sein nächstes großes Ziel ist die sogenannte DFB-Elite-Jugend-Lizenz. Um die Ausbildung dafür in Angriff nehmen zu können, muss Aigner insgesamt 20 Trainingseinheiten bei einem Fußball-Stützpunkt leiten. Das macht er in Landshut – immer montags je zwei Einheiten à 90 Minuten für die U 11- bis U 15-Junioren.

„Seit dem 11. September bin ich da voll dabei“, sagt Aigner, dem die Doppelbelastung nun doch zu viel geworden ist. Am Sonntag Punktspiel mit dem FC Hohenpolding, am Montag den jungen Talenten dann ein möglichst ausgefeiltes Training bieten und am Dienstag wieder eine Einheit mit den Poldinger Herren – das alles unter einen Hut zu bringen, verlangt einem viel ab.

Zu viel: Schon im Sommer hatten Aigner und FCH-Abteilungsleiter Florian Feckl das weitere Vorgehen besprochen. Aigner sind Trainer-Fortbildungen und neue Lizenzen nämlich schon immer wichtig gewesen. Damals kam der Verein mit seinem Trainer trotz dessen Belastung überein, die neue Saison gemeinsam in Angriff zu nehmen. Jetzt ist aber doch Schluss – zu einem Zeitpunkt, zu dem der FCH auf einer Erfolgswelle schwimmt.

Leicht fällt Aigner der Abschied nicht: „Die Mannschaft hat eine unglaublich geile Entwicklung genommen.“ Jetzt müsse er aber Prioritäten setzen. Das Team könne in dieser Saison richtig was reißen. „Aber es braucht einen Trainer, der nicht abgelenkt ist.“

Der Neue war sechs Jahre FCH-Coach

„Das war eine gemeinsame Entscheidung“, sagt Abteilungsleiter Feckl, der sich bei Aigner für seine Arbeit bedankt. „Für ihn ist es besser, sich

Robert Jakob übernimmt den FCH bereits zum dritten Mal.

auf die Weiterbildung zu konzentrieren.“ Einen Nachfolger hat Feckl bereits gefunden: Der neue Coach heißt Peter Jakob. Der 58-jährige Helderinger hat den FCH schon zweimal trainiert – jeweils drei Spielzeiten lang bis 2005 beziehungsweise 2012. „Das hat ganz gut gepasst mit ihm“, sagt Feckl. „Nach einer gewissen Zeit musste damals ein Wechsel rein. Aber jetzt sind fünf Jahre vergangen, die Mannschaft hat sich geändert.“

Einige kennt Jakob dann doch noch. Über die Hälfte seiner alten Mannschaft kicke nach wie vor in der Ersten. Als er die Poldinger das zweite Mal übernommen habe, sei gerade der Jahrgang um Torjäger Martin Neudecker aus der Jugend herausgekommen. Und der kickt bekanntlich heute noch – mit Ausnahme eines kurzen Gastspiels beim TSV Buchbach – bei den Holzländern. Sein Ziel? „Zwischen Platz eins und fünf“, sagt Jakob bestimmt. Ob’s diesmal wieder drei Jahre werden? „Das lassen wir mal offen“, meint er schmunzelnd.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare