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Oft nur durch Fouls zu bremsen sind die Lengdorfer Himmelsstürmer. Auf unserem Foto wird Florian Spielberger gerade unsanft gebremst. Im Hintergrund beobachtet Florian Leininger (r.) die Szene. Mit dem Torwart und Trainer kam der Aufschwung. 

Serie „So viel Heimat steckt im Fußballverein“ – FC Lengdorf

Mit ruhiger Hand zurück in der Erfolgsspur

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Kontinuität ist das Zauberwort beim FC Lengdorf. Der Verein will sich wieder da etablieren, wo er 30 Jahre daheim war. Mit jenen Spielern, die in den vergangenen Jahren ein Wellental durchschritten haben.

Lengdorf– Sollte der Bayerische Fußballverband mal auf die Idee kommen, für jede Spielklasse ein extra Logo zu entwerfen (das ist durchaus möglich), dann wäre für die Kreisliga das Vereinswappen des FC Lengdorf eine durchaus gute Idee. Von 1982 bis 2012 war der Club – von einem Bezirksliga-Jahr mal abgesehen – Dauergast dieser Liga. Nach ein paar unruhigen Jahren ist er dort wieder angekommen.

Das ist zum einen das Verdienst eines Trainers, der gerademal 150 Meter vom Fußballplatz entfernt wohnt. Vor allem aber liegt es an der Nachwuchsarbeit und das Vertrauen, das der Verein in seine eigenen Leute steckt. Coach Florian Leininger wird in der kommenden Saison nicht mehr hier sein (wir berichteten), die vielen Eigengewächse aber sehr wohl.

Rückschläge sind da einkalkuliert. Wie in der Saison 2011/12. „Unsere Mannschaft war ein wenig überaltert. Veränderungen waren nötig“, erzählt Fußball-Abteilungsleiter Anton Bauer. Sieben Spieler des Jahrgangs 1992 seien damals von der A-Jugend direkt in den Kader der Ersten gerückt. „Und fast alle haben dann auch regelmäßig gespielt“, erinnert sich Bauer. „Die Gegner haben unsere mangelnde Erfahrung gnadenlos ausgenutzt.“ Dennoch schlug sich das Team achtbar, musste aber mit 27 Punkten als Drittletzter in die Relegation und stieg ab.

Panik? Nicht beim FC Lendorf. Niemand verfiel in Hektik. Mike Schien durfte Trainer bleiben und schaffte die sofortige Rückkehr in die Kreisliga. Dann aber die Zäsur: Schien zog aus beruflichen Gründen nach Maisach, und der FCL wurde Letzter. „Das war brutal, wir hatten nur neun Punkte“, sagt Bauer. Schwere Jahre folgten. Nicht jede Trainerentscheidung sei immer optimal gewesen, „aber das möchte ich nicht mehr vertiefen“.

Mit Leiningerkam die Wende

Nach zwei vierten Plätzen holte Bauer das Spielertrainer-Duo Florian Leininger und Manuel Gröber. Ein bezirksligaerfahrener Torwart und Stürmer, aber als Coaches Neulinge. Der Plan ging dennoch auf. Und wie: Ungeschlagen gelang im vergangenen Jahr der Aufstieg in der Kreisliga. „Da wollen wir uns mittelfristig etablieren, und mit der Zweiten in der A-Klasse“, sagt Bauer, denn der Unterbau sei wichtig für einen Club, der voll auf Kontinuität setzt.

„Wir sind kein Verein mit großer Fluktuation. Das waren wir noch nie“, meint Bauer. „Wir haben pro Jahr maximal einen oder zwei Zugänge.“ Markus Köpernik kam vom Nachbarn aus Isen, Johannes Petrik aus Hallbergmoos. Letzterer war quasi der Königstransfer des vergangenen Jahres. Der 22-Jährige spielte schon in der Regionalliga (TSV Buchbach), Landesliga (VfB Hallbergmoos) und Bezirksliga (FC Erding) und wurde bei der JFG Sempt Erding ausgebildet. „Zuvor hat er bei uns in der Schülermannschaft gespielt, er ist ja auch ein Lengdorfer.“

Der FCL lege großen Wert, dass die Eigengewächse zum Zug kommen. Bauer: „Wenn wir uns mit zwei, drei auswärtigen Leuten verstärken, dann geht’s nur darum, dass wir unseren eigenen guten Spielern ein entsprechendes Liga-Niveau bieten können.“ Bernhard Heilmaier zum Beispiel ist beim TSV Dorfen ausgebildet worden. Ebenso der letztjährige Torschützenkönig Martin Lechner, dessen Vater Willi aber auch schon für den FCL gekickt hat.

„Burschen kommen gern zurück“

Drei, vier andere Spieler fallen Bauer noch ein, die längst in Lengdorf zuhause sind (siehe Auflistung unten), andere verließen die Heimat. Aber das ist ein kalkuliertes Opfer. „Wenn jemand höherklassig spielen wollte, haben wir ihm die Freigabe ermöglicht“, berichtet Bauer. „Wir haben uns immer im Guten getrennt, so dass unsere Burschen auch gern wieder zurückgekommen sind.“

Beispiele? „Bernd Eiglsperger war bei der SpVgg Altenerding und Simon Wiethaus beim FC Moosinning. Sie haben in der Bezirksliga Erfahrung gesammelt und sind dann wieder zurückgekehrt.“

Die Nachwuchsarbeit sei nach der Auflösung der JFG Isental „mindestens genauso gut, eher besser“, meint Bauer. „Wir arbeiten ja weiterhin mit dem TSV Isen und dem SV Buch zusammen, aber Spielgemeinschaften sind einfach flexibler, und du brauchst nicht noch einen Extra-Vorstand wie bei der JFG, die ja ein eigener Verein ist.“ Also könnten sich die Ehrenamtlichen aufs Sportliche konzentrieren, und da läuft es laut Bauer erfreulich. „Wir haben einen sehr guten A-Jugend-Jahrgang. Am Ende der Saison werden insgesamt acht Lengdorfer Jugendspieler in den Herrenbereich wechseln. Ich gehe davon, dass wir mit Michi Ortner und Tobias Lechner mindestens zwei weitere Spieler für die Erste bekommen.“ Die Kontinuität bleibt also gewahrt. Die nächsten 30 Kreisliga-Jahre können kommen.

Das ist der FC Lengdorf:

Spieler des Kaders der 1. Mannschaft, wohnhaft oder aufgewachsen in Lengdorf: Florian Leininger, Florian Thieme, Johannes Petrik, Mathias Holzner, Florian Spielberger, Dominik Waxenberger, Michael Ortner, Johannes Preis, Florian Waxenberger, Moritz Holzner, Felix Fischer, Stefan Fischer, Tobias Lechner, Alexander Reger –Auswärtige Spieler: Martin Lechner (Pürstling/Dorfen), Bernhard Heilmaier (Esterndorf/Dorfen), Stefan Hitzlsperger (Buch), Simon Wiethaus (Ottenhofen), Markus Köpernik (Isen), Simon Fellermayer (Isen), Manuel Gröber (FC Eitting)– Lengdorfer in höherklassigen Vereinen: keine.

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