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Rauchbombe, Polizeieinsatz und drei Tore

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Von: Dieter Priglmeir

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Riesenjubel beim FC Moosinning: Nach dem 3:0-Sieg über den FC Anadolu Bayern München ist das Team von Xhevat Muriqi nur noch einen Schritt von der Landesliga entfernt. In der kommenden Woche geht es zweimal gegen den TV Erkheim. Auf unserem Foto  bejubelt der FCM das 1:0 von Daniel Mömkes. © Riedel

Die Polizei musste eingreifen. Das war das Unschöne am Sonntagabend. Der FC Anadolu Bayern München fühlte sich benachteiligt. Der FC Moosinning hingegen konzentriert sich nach dem 3:0-Sieg gestern Abend schon auf die nächsten, die letzten, Aufstiegsspiele.

Moosinning – Mit dem 3:0-Erfolg gegen den FC Anadolu Bayern München hat der FC Moosinning die 1:2-Hinspielniederlage repariert und darf weiter vom Landesliga-Aufstieg träumen. Nun wartet in der kommenden Woche der TV Erkheim. Der Sieger aus den beiden Duellen steigt dann endgültig auf.

Der Gastgeber legte los wie die Feuerwehr und hatte bereits nach fünf Minuten zweiMöglichkeiten. Einmal verpuffte die Chance allerdings im Strafraum-Gewurl. Beim zweiten Versuch war der Winkel für David Diranko zu spitz. Nach Pass von Shpetim Sulimani traf er nur den Außenpfosten. Kurz darauf war für ihn die Position schon deutlich besser. Junis Ibrahim hatte David Diranko freigespielt, der den Ball quer legte. Völlig frei jagte Sulimani die Kugel aus zehn Metern in die Wolken (9.).

Dann die erste von vielen Gelben Karten. Gästekeeper Abdullah Öztürk hatte den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand gespielt. Der anschließende Freistoß brachte dem FCM nichts ein.

Von den Gästen war bis dahin nichts zu sehen, doch dann war plötzlich Osman Yontar auf dem Weg zum 1:0. Die Moosinninger Verteidigung hatte einen weiten Ball unterlaufen. Yontar umkurvte Schlussmann Franz Hornof. Doch dann wurde ihm der Winkel zu spitz, und er traf nur den Außenpfosten (19.).

In der Folge verzettelten sich die beiden Teams in Wortgefechten und vielen Fouls. Schiedsrichter Wolfgang Wallesch (SC Postau) zückte Gelb für Thierno Ndiaye und Onur Yilmaz (Anadolu) sowie Sulimani.

Fußballerisch wurde es erst wieder nach einer halben Stunde interessant. Christian Reiser setzte sich auf der linken Außenbahn durch, gab flach in die Mitte. Daniel Mömkes nahm den Ball an, drehte sich um seinen Gegenspieler und zirkelte das Leder ins lange Eck zur Moosinninger Führung (33.). Ausgerechnet Mömkes, der im Hinspiel eingewechselt worden war und kurz darauf einen Elfmeter verursacht hatte.

Drei umstrittene Entscheidungen

Kaum hatten sich Gäste vom Rückstand erholt, da klingelte es erneut. Nach einer Freistoßflanke von Maxi Lechner stand Ivan Sadric völlig blank. Er köpfte aus zehn Metern an den Pfosten. Von dort prallte der Ball an den Rücken des Keepers und dann ins Tor – 2:0 (38.).

Alles lief nach Maß für Moosinning – mal abgesehen von der Auswechslung Michael Otts, der nach einem Foul nicht mehr weiterspielen konnte. Für ihn kam Basti Lanzinger, der den letzten guten Angriff in der ersten Halbzeit einleitete. Allerdings legte er den Ball ein wenig zu weit vor, so dass Mömkes einen Bruchteil zu spät kam und Öztürk retten konnte.

In der zweiten Halbzeit passiert eine Viertelstunde lang so gut wie nichts. Moosinning hatte das Spiel im Griff, die Gäste machten nun außerhalb des Spielfelds Betrieb, indem sie eine Rauchbombe zündeten. Das Spiel musste zwei, drei Minuten unterbrochen wurden (68.).

Um es vorweg zu nehmen: Ruhiger wurde es nicht mehr. Die Fans des FC Anadolu, dem schon im Hinspiel ein Tor aberkannt wurde, fühlten sich nun erneut benachteiligt, nachdem Jerone Gonzalo Duran von Innenverteidiger Diranko umgegrätscht wurde. Er war allein aufs FCM-Tor zugelaufen. Notbremse? Nicht für den Schiedsrichter, der weiterspielen ließ und dem FC Anadolu kurz darauf auch noch einen Treffer aberkannte. Erneut war es eine strittige Situation (82). Fernando Ernesto hatte Hornof zu einer Glanzparade gezwungen. Den Abpraller setzte ein Gästespieler aus dem Gewühl heraus mit der Hacke aus fünf Metern ins Tor – laut Referee stand er aber im Abseits.

Und es kam noch schlimmer für den Zweiten der Bezirksliga Süd: Aus 18 Metern zog Moosinnings Mittelfeldmann Ibrahim ab. Der Ball sprang noch vor dem Torwart auf und fand den Weg zum 3:0 in die Maschen (84.). Vergeblich forderten die Gäste, dass der Referee den Treffer zurücknimmt, weil FCM-Kapitän Johannes Volkmar in Abseitsstellung dem Torwart die Sicht versperrt haben soll.

Acht Polizeiwagen im Einsatz

Jetzt wurde es richtig unschön. Ndiaye sah nach einem groben Foulspiel die Ampelkarte (89.). Da wäre auch Rot möglich gewesen. Ndiaye ging den Referee an und stürzte dann Richtung Tribüne, wo ihm ein Zuschauer den Mittelfinger gezeigt haben soll. Was folgte, war eine große Menschentrraube auf der Haupttribüne. Die Polizei, die mit acht Autos angerückt war, musste eingreifen. Die Ausschreitungen auf den Rängen zwangen den Schiedsrichter dazu, das Spiel erneut zu unterbrechen.

Nach zehn Minuten war der Spuk vorbei. Nur langsam beruhigte sich die Partie. Reiser sah nach einem ebenfalls grenzwertigen Foul die Gelbe Karte. Dann, nach fast zwei Stunden, pfiff der Referee die Partie ab. Der FC Moosinning darf weiter von der Landesliga träumen.

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