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Mit viel Elan jagt Felix Karpfinger den Stock über den Schwimmbad-Parkplatz.

Stockschießen

Felix Karpfinger: Ein Europameister in der Warteschleife

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Der Wörther Stockschütze sorgt sich um Training und Turniere.

Wörth – Ziemlich ratlos ist derzeit Felix Karpfinger. „Ich hänge im Moment total in der Luft“, erzählt der 16-jährige Stockschütze aus Wörth. Eigentlich wollte sich der U 16-Mannschafts-Europameister im Weitschießen auf die Europameisterschaften 2021 vorbereiten. Aber zum einen gestaltet sich das Trainieren mehr als schwierig. Zum anderen ist noch gar nicht klar, ob und wann die Titelkämpfe überhaupt ausgetragen werden.

Ein Blick auf den Terminkalender des Deutschen Eisstockverbands (DESV) verheißt nichts Gutes. Fast alle Wettbewerbe sind in der Übersicht durchgestrichen und mit dem Zusatz „Abgesagt“ versehen. Einzige Ausnahmen: die deutschen Meisterschaften im Mixed in Stuttgart am ersten März-Wochenende und die Europameisterschaften Weitenwettbewerb, die für das Wochenende 19. bis 21. Februar angesetzt sind.

„Eigentlich hätten die in Österreich stattfinden sollen, aber weil da sportlich nichts geht, sind sie jetzt erst einmal nach Ritten in Südtirol verschoben worden“, erzählt Karpfinger. „Der Bundestrainer hat gesagt, wir sollen vorsichtshalber in der Schule beziehungsweise in der Arbeit nachfragen, ob wir da weg können.“ Er müsse in der Arbeit und der Schule nachfragen, sagt der Kinderpfleger im zweiten Lehrjahr. „Im Endeffekt geht es da nur um einen Freitag – das sollte klappen“, hofft er. Definitive Nominierungen habe es aber noch nicht gegeben.

Auch wenn der 16-Jährige erstmals bei der U 19 antreten muss, macht er sich durchaus Hoffnungen, dabei zu sein, ist er doch 2020 in seiner Altersklasse U 16 im Weitschießen Team-Europameister und Fünfter im Einzelwettbewerb, außerdem Deutscher Einzel-Meister und Sieger der Max-Aicher-Cup-Serie sowie Bayerischer Vizemeister geworden.

Mit dem Trainieren sei es zuletzt so eine Sache gewesen, berichtet der 16-Jährige, der vergangenes Jahr von seinem Heimatverein SV Wörth zum SC Oberhummel gewechselt ist. „Wegen Corona ist mit dem normalen Stockschieß-Training fast nicht gegangen“, stellt der Wörther fest. Sein Trainer beim SC Oberhummel, Florian Kloiber, dessen Sohn Maxi ebenfalls schießt, hätte gerne öfter mit den jungen Burschen geübt, „aber es ist halt schwierig, wenn du dich nur mit einer Person treffen darfst“. Teamtraining sei deshalb gar nicht mehr möglich gewesen, ab und zu habe er mit Maxi Kloiber geübt.

Effektives Weitschießen sei fast gar nicht mehr möglich gewesen, erzählt Karpfinger. Normalerweise trainiere er auf großen Parkplätzen. „Aber in Oberhummel geht da gar nix“, sagt der 16-Jährige, „und auf dem Parkplatz vor dem Erdinger Fußballstadion, wo ich sonst immer trainiert habe, ist jetzt die Screening-Stelle“.

Sicherlich gebe es die Möglichkeit, auf den Parkplätzen großer Discounter zu üben. „Aber das ist halt unter der Woche schlecht möglich und geht halt eigentlich nur am Sonntag.“ Unter anderem habe er schon auf dem HIT- und dem Rewe-Parkplatz in Erding geschossen. Zuletzt jagte er seinen Stock auf dem Parkplatz zwischen Schwimmbad und Eissporthalle in Erding rauf und runter. Das sei ganz gut gegangen, erzählt er, seien doch beide Sportanlagen geschlossen und folglich auch kaum Autos auf dem großen Platz zu finden.

So wartet Felix Karpfinger jetzt darauf, ob er für die EM nominiert wird – und ob sie überhaupt stattfinden wird. Aber wie auch immer: „Ich kann nur abwarten, ob ich eine Nachricht kriege, dass ich nominiert bin, bis dahin werde ich weiter trainieren, damit ich vorbereitet bin.“ WOLFGANG KRZIZOK

EM wurde nach Südtirol verlegt

Kein effektives Weitschießen

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