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Felix Schütz heuert beim EV Landshut an

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Von: Wolfgang Krzizok

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Felix Schütz mit der Olympia-Silbermedaille
Der größte Moment der Karriere: Felix Schütz 2018 in Pyeongchang mit der Silbermedaille. © Sven Simon/Imago

Der ehemalige DEL-Profi Felix Schütz, zuletzt bei den Straubing Tigers, wechselt zum EV Landshut und ist der dritte Erdinger im Kader der Niederbayern.

Erding – Die „Erding-Connection“ beim Eishockey-Zweitligisten EV Landshut hat Zuwachs bekommen. Nach Dimitri Pätzold und Sebastian Busch hat sich nun auch überraschend Felix Schütz den Niederbayern angeschlossen. Der knapp 33-jährige Silbermedaillengewinner von 2018 war zuletzt vereins- und damit arbeitslos.

Vergangene Saison war der gebürtige Erdinger zunächst für den schwedischen Club IK Oskarshamn und dann für den Erstligisten Straubing Tigers im Einsatz. „Die Straubinger wollten schon im November mit mir verlängern“, erzählt Schütz, „aber ich wollte erst mal die Playoffs abwarten“. Dann aber kam die Corona-Pandemie dazwischen, die Saison wurde abgebrochen, und der 32-Jährige stand ohne Verein da. „Da hat sich von einem auf den anderen Tag alles verändert“, erzählt er, denn die Vereine hätten sofort sämtliche Kaderplanungen für 2020/21 gestoppt.

Für Schütz ging es erst einmal darum, sich fit zu halten. „Das war ziemlich schwierig“, erzählt er. Blieb doch nur Training daheim, denn „sein“ Sportpark Schollbach war ebenso geschlossen wie alle anderen Fitness-Tempel. Schließlich ließ er seine Beziehungen nach Köln spielen. Bei den Haien stürmte der Erdinger zwei Jahre und sammelte in 113 Spielen insgesamt 90 Scorerpunkte. Der ehemalige Bundestrainer Uwe Krupp, jetzt Coach in Köln, ermöglichte ihm, dass er mittrainiert. „Die haben den Sommer über immer Eis in Köln, da bin ich halt dann alle zwei Wochen für ein paar Tage mit dem Zug rauf“, erzählt er.

Überall die gleiche Antwort: „Keiner weiß, wie es weitergeht.“

Auch im Ausland hörte sich der Erdinger um, unter anderem in Österreich, der Schweiz und Tschechien. Sparta Prag habe großes Interesse gezeigt, sagt Schütz, aber letztlich habe er überall die gleich Antwort bekommen: „Keiner weiß, wie es weitergeht. Solange wir die Gehälter unserer einheimischen Spieler kürzen müssen, braucht auch kein Ausländer zu kommen.“ Als klar war, dass sich die Situation auf absehbare Zeit kaum verändern werde, sah er sich anderweitig um.

Schütz hatte gehört, dass der EV Landshut in Moosburg Eis angemietet hatte und nahm Kontakt zu Co-Trainer Ales Jirik auf. Der ermöglichte ihm die Teilnahme am Training beim Zweitligisten. Und dann ging eigentlich alles ziemlich schnell. „Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste“, meint Schütz lachend, der in knapp zwei Wochen 33 Jahre alt wird. „Da ist es blöd, wenn ich ein Jahr nicht spielen würde.“ Und so einigte er sich mit dem EV Landshut.

Aber es folgte zunächst noch ein kleiner Rückschlag, denn es gab einige Corona-Fälle in der Mannschaft. „Vier oder fünf Spieler wurden positiv getestet, ich war negativ“, erzählt Schütz. „Da mussten wir alle erst mal in Quarantäne.“ Jetzt seien die Hygienevorschriften noch mehr verschärft worden. Grundsätzlich herrscht überall Maskenpflicht. Die Mannschaft ist auf zwei Kabinen aufgeteilt, beim Betreten wird Fieber gemessen und der Wert in eine Liste eingetragen. Die Maske darf erst vor dem Betreten der Eisfläche abgelegt werden. „Es ist klar, dass die Saison 2020/21 sehr schwierig wird, ich hoffe halt nur, dass wir bald anfangen können“, sagt Schütz, der mit Pätzold und Busch eine Fahrgemeinschaft nach Landshut bildet.

Keine Hoffnung auf einen baldigen Impfstoff

An einen baldigen Impfstoff glaubt er nicht: „Das halte ich für sehr fragwürdig, bei anderen Pandemien hat es teils bis zu zehn Jahre gedauert, bis sie was gefunden haben.“ Sollte aber wirklich bald was gefunden werden und sollte dann ein europäischer Top-Club bei ihm anfragen, dann kann es sein, dass er Niederbayern wieder verlässt. „Ich habe eine Ausstiegsklausel“, gibt er zu. „Ich würde gerne noch mal in einer der europäischen Top-Ligen angreifen.“ Auch wenn er dann aus der „Erding-Connection“ wieder aussteigen müsste.

Wolfgang Krzizok

Landesligist leistet sich einen Nationalspieler – für 450 Euro im Monat

Wegen Corona geht es auch im deutschen Eishockey rund. Lediglich im Landesverband wird im Moment gespielt, bereits seit Anfang Oktober, Oberliga und DEL 2 wollen Mitte November starten, die DEL erst im Dezember, wobei fraglich ist, ob in der höchsten deutschen Liga überhaupt gespielt wird. Die DEL hat alle ihre Spieler in Kurzarbeit geschickt.

Einige haben nun den Weg in untere Ligen gewählt, allein 14 waren es vergangene Woche. Unter anderem sind die Straubinger Adrian Klein und Nick Latta nach Weiden in die Oberliga gewechselt sowie Sena Acolatse und Mitchell Heard zu Oberliga-Aufsteiger Passau – basierend auf Leihgeschäften.

Dabei muss der Spieler zwingend eine Vereinbarung bei seinem neuen Club unterschreiben, weshalb diese Ausleihen formell Transfers sind. Der Vertrag beim alten Arbeitgeber ruht. Der neue Kontrakt ist mit diversen (Ausstiegs-) Klauseln versehen. Wichtig ist, dass der Spieler ordnungsgemäß versichert ist.

Neu in dieser Saison ist, dass die Kurzarbeit eine Rolle spielt. Normalerweise muss der Anteil der Kurzarbeit verringert oder der Spieler ganz aus dieser herausgenommen werden. Ausnahme: Die neue Beschäftigung wird als 450-Euro-Minijob deklariert. Seit neuestem wird ein Minijob nicht bei der Berechnung des Kurzarbeitergelds berücksichtigt.

So kann sich Landesligist EV Dingolfing aktuell einen Nationalspieler leisten: Der 28-jährige Marcel Brandt, ein gebürtiger Dingolfinger, aktuell in Diensten der Straubing Tigers, spielt ab sofort als Minijober für seinen Heimatverein – vier Ligen tiefer. wk

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