Auf Rang drei als Sportler des Jahres wurde Felix Schütz (l.) gewählt. Sportredakteur Johann Kalteis überreichte dem Eishockey-Nationalspieler nachträglich seine Trophäe. foto: vam

Felix Schütz: Vielleicht hätte ich Fußballer werden sollen

Erding - Auf seine „bisher beste Saison in der DEL“ (Deutsche Eishockey-Liga) kann Felix Schütz zurückblicken.

Mit 41 Punkten war der Erdinger hinter dem schwedischen Abwehrrecken Andreas Holmquist zweitbester Scorer und mit 23 Toren bester Stürmer der Kölner Haie. Dies hatten die Leser der Heimatzeitung auch bei der Sportlerwahl 2012 honoriert und den Eishockey-Nationalspieler mit 239 Stimmen auf Platz drei als Sportler des Jahres gewählt. Da Schütz bei der Preisverleihung (wir berichteten) mit dem Nationalteam bei der Weltmeisteraschaft in Schweden und Finnland weilte, wurde ihm nun in der Sportredaktion der Pokal überreicht.

Mittlerweile hat Schütz auch die DEL-Finalniederlage gegen die Eisbären Berlin verdaut und sich mit dem Vizetitel arrangiert. Bitter sei vor allem die 1:3-Niederlage im dritten Playoff-Finale vor 18 000 Zuschauern in der Kölner Lanxess-Arena gewesen. „Wir waren zwar läuferisch stärker“, sagt der 25-jährige Profispieler, „doch die Eisbären waren in den entscheidenden Situationen cleverer und erzielten die entscheidenden Tore.“ So könne der Bayern-Fan auch die Gemütslage der Dortmunder Borussen nach der CL-Niederlage am Samstag nachvollziehen. Dabei seien die Haie als Hauptrunden-Vize sogar Favorit gegen den Tabellenvierten aus der Bundeshauptstadt gewesen. Die WM sei anschließend „okay“ gewesen, auch wenn das deutsche Team das Viertelfinale ganz knapp verpasst habe.

Was Schütz in der deutschen Medien-Landschaft missfällt, sei die zu geringe Beachtung des Eishockeys, vor allem im Fernsehen. Dabei würden die Spiele in Köln, Mannheim, Hamburg oder Berlin durchschnittlich von über 10 000 Zuschauern besucht. „Vielleicht hätte ich doch Fußball-Profi werden sollen“, sagt Schütz schmunzelnd. Als Jugendlicher kickte er bis zu seinem zwölften Lebensjahr beim FC Langengeisling, ehe er sich ganz aufs Eishockey konzentrierte.

Der Erdinger begann seine Karriere beim heimischen TSV und wechselte dann zu den Jungadlern Mannheim und zum EV Landshut. Für zwei Jahre (2005 bis 2007) versuchte er anschließend sein Glück in Kanada bei den Saint John Sea Dogs und Foreurs de Val-d’Or, ehe er wieder nach Deutschland zurückkehrte und für den ERC Ingolstadt auf Torejagd ging.

Noch einmal ging’s für zwei Jahre über den großen Teich zu den Portland Pirates, dem Farmteam der Washington Capitals, ehe er wieder für ein Jahr in Ingolstadt anheuerte. Seit 2011 spielt Schütz nun für die Kölner Haie, wo er sich pudelwohl fühlt und die offene Lebensart der Rheinländer schätzt.

Wen wundert’s, dass nach dem erfolgreichen Jahr auch ausländische Clubs auf den Goalgetter aufmerksam geworden sind. Doch seinen noch einjährigen Vertrag bei den Haien will er auf alle Fälle erfüllen und gegebenenfalls sogar verlängern. „Vielleicht spiele ich aber auch mal wieder in den USA“, sagt Schütz.

Zur Zeit verbringt er seinen Sommerurlaub mit Freundin Caroline, ebenfalls eine Erdingerin, in Langengeisling. Dabei absolviert er ein individuelles Trainingsprogramm. „Wer im Sport erfolgreich sein will, muss diszipliniert arbeiten und leben“, weiß der Profi. Eine Urlaubsreise hat er nicht geplant, lieber trifft er sich mit Freunden auf einen Ratsch, renoviert seine Wohnung oder spielt mit den Erding Crowns um die deutsche Meisterschaft im Inline-Hockey.

Johann Kalteis

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