So jubeln „de Buachroana“: Wenn der FC Bayern spielt, hier ein Foto von einer Vor-Corona-Partie, dann geht’s im Bucher Vereinsheim des Bayern-Fanclubs immer rund.
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So jubeln „de Buachroana“: Wenn der FC Bayern spielt, hier ein Foto von einer Vor-Corona-Partie, dann geht’s im Bucher Vereinsheim des Bayern-Fanclubs immer rund.

Wer schaut wo das CL-Finale

Auf der Couch oder im Biergarten?

  • vonMayls Majurani
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Am Sonntag wird‘s ernst, wenn der FC Bayern auf Paris trifft.

Landkreis – Sechs Spielzeiten mussten die Bayern-Fans warten. Am Sonntag steht ihr Verein das erste Mal seit 2013 wieder im Finale der Champions League. Wenn die Roten gegen Paris auflaufen, ist im Fußball aber vieles anders als 2013 – oder auch noch vor einem Jahr. Alaba ist mittlerweile Innenverteidiger, und Robben kickt für den FC Groningen. Gewechselt werden darf im Spiel nun fünfmal. Public Viewing war 2013 wesentlich einfacher in der Planung und Durchführung. Und Oberdings Superfan Franz Humpl wird das erste Mal überhaupt ein Champions-League-Finale mit dem FC Bayern nicht im Stadion erleben. Konstant geblieben ist wohl nur der FC Barcelona, der auch 2013 vom FC Bayern überrannt wurden (4:0 und 3:0 im Halbfinale).

Einfach das Spiel auf der heimischen Couch anzuschauen kommt für die meisten Landkreisbürger aber trotz Pandemie nicht infrage. Zumindest ein paar Familienmitglieder müssen da schon dabei sein. So wie bei Jürgen Baumgartner, Vorsitzender des Bayernfanclubs Holzland. „Wir haben lange überlegt, ob wir im Fanclub was organisieren sollen“, erzählt er. Beim letzten Endspiel der Bayern wurde noch die Stockschützenhalle für ein Public Viewing hergerichtet. „Da kamen 250 bis 300 Menschen“, erinnert sich Baumgartner. „Aber heuer ist es einfach zu gefährlich. Wenn es da Infektionen gibt, haben wir nur Probleme. Deshalb machen wir leider nichts, auch wenn es uns schwer fällt.“ Seine Alternative: „Ich werde das Spiel zu Hause mit meinen Brüdern anschauen. Mit ein paar Bier und ein paar Bayern-Toren wird sich der Abend auch so genießen lassen.“

Auch Franz Humpl vom TuS Oberding wird sich das Spiel zu Hause oder bei einem Kumpel anschauen. Einem Public Viewing steht er kritisch gegenüber: „Wir haben nicht grundlos Geisterspiele. Beim Fußball kochen die Emotionen, da vergisst man gerne mal die Regeln. Und so viele Menschen auf so einem kleinen Fleck – da ist die Ansteckungsgefahr zu hoch.“ Eigentlich wollte Humpl das Endspiel in Istanbul anschauen, wo das Finale ursprünglich stattfinden sollte. „Aber die höhere Gewalt hat mein sechstes Finale verhindert“, sagt der TuS-Pressesprecher. Er war nämlich immer dabei, wenn die Bayern in einem Champions-League-Finale standen: 2013 in London, 2011 in Fröttmaning, 2010 in Madrid, 2001 in Mailand und 1999 in Barcelona. Er hat trotzdem ein gutes Gefühl: „Wir gewinnen 2:1“, meint er. „Lewandowski macht eins, und dann wird sich bestimmt jemand finden, der ein zweites Tor macht.“

Der FC-Bayern-Fanclub „De Buchroana“ lässt sich dagegen von der Pandemie nicht einschüchtern. „Das ziehen wir durch“, sagt Kassier Otto Simon. Seit einigen Tagen läuft in Buch bereits die Planung für ein Public Viewing. „Das haben wir auch 2013 so gemacht. Heuer wird es halt ein bisschen großflächiger ausfallen, damit auch jeder einen sicheren Platz hat.“ Am Sonntag erhofft sich Simon „ein geiles Spiel, weil beide Mannschaften offensiv spielen und sehr gute Fußballer haben. Und am Ende gewinnen hoffentlich wir.“

Yalcin Gürel, ebenfalls glühender Bayern-Fan, meint, dass es heuer gar nicht so schön werden kann, wie 2013. Denn am Nachmittag des 25. Mai 2013 führte er als Trainer den FC Türkgücü Erding zur A-Klassen-Meisterschaft. Und am Abend gewann der FC Bayern das Triple. „Das war ein geiler Tag“, erinnert sich Gürel, „so ein Glücksgefühl werde ich wahrscheinlich nicht noch mal erleben“. Auf der anderen Seite: „Hätte Bayern damals gegen Dortmund verloren, hätte ich das noch eher verkraften können. Ich war schließlich selbst Meister mit Türkgücü. Ein Sieg ist am Sonntag deshalb Pflicht.“ Das Spiel will er sich mit einer Handvoll Freunden im TG-Vereinslokal anschauen.

Das ZDF überträgt das Spiel live. Ein Segen für Gaststätten? Die Stadt Erding zumindest hat die Sperrstunde am Sonntag um eine Stunde ausgeweitet. David Ritter vom Sommergarten freut sich: „Wir dürfen bis Mitternacht draußen sitzen bleiben, das ist eine tolle Entscheidung von der Stadtverwaltung.“ Im Sommergarten wird das Spiel dann auf einem großen Fernseher übertragen. Es habe schon einige Anfragen und Anmeldungen gegeben, berichtet Ritter. „Reservierungen nehmen wir aber nicht an“, sagt er. Und einen Rat hat er noch: „Es soll am Sonntag recht kühl werden. Also: Warm anziehen.“ Oder viel trinken.

Mayls Majurani

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