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Bayerischer Vizemeister der Herren 55: Nach einer ungewissen Zeit hat sich Petr Malik (TC Finsing) zurückgekämpft.

Glücklich zurück auf dem Platz

Petr Malik stand vor dem Karriereende – kam aber wieder stark zurück

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Zwischen Himmel und Hölle bewegte sich Petr Malik in dieser Saison. Zu Jahresbeginn schien für den leidenschaftlichen Tennisspieler vom TC Finsing eine Herz-OP das Karriereende zu bedeuten, doch der 56-Jährige kämpfte sich zurück. Und beeindruckte mit seinen Erfolgen.

Finsing Es hätte das Ende seiner sportlichen Karriere sein können. Im Vorjahr bekam Tennisspieler Petr Malik irgendwann keine Luft mehr. Von seinem Vorhofflimmern am Herzen wusste er. „Das habe ich schon 20 Jahre, das war nichts Neues“, so der 56-Jährige vom TC Finsing. Damit hatte er sich arrangiert. Doch die Atmung verschlechterte sich merklich. „Ich hatte einen Ruhepuls von 130 und immer schwere Beine, und die Tabletten haben nichts mehr gebracht.“ Nach einer Ärzte-Odyssee stand nach einiger Zeit fest: Er musste unters Messer.

„Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, ob ich jemals wieder Tennis spielen werde.“ Obwohl er schon fast 50 Jahre diesen Sport betreibt und viele Erfolge feierte, „wäre so ein Karriereende für mich sehr bitter“ gewesen. Doch die Operation an der Herzkammer war Mitte Januar 2019 ein „Re-Start“ für den Tennisbegeisterten. „Umso größer ist die Freude, dass es weiter geht“, ist Malik heilfroh, diese schwere Zeit überstanden zu haben. Nach vier Monaten der Inaktivität folgten Reha, langsames Laufen, Bälle schlagen, Gymnastik – im Mai ging es für ihn wieder auf Sand richtig los. „Ich hatte damals viel zu viel auf den Rippen“, musste er sich zwar quälen. Doch der Erfolg belohnte ihn. „Ich habe jetzt einen Ruhepuls von 80. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.“

Sieg gegen Ex-Bundesligisten

Malik ist kein Unbekannter in der Tennisszene, weder im Landkreis, noch im Bezirk oder auf Bayerischer Ebene. Fünf Jahre lang spielte er unter anderem im benachbarten Pliening und unterstützte die Herren 40 des TCP bei ihrem Durchmarsch bis hinauf in die Bayernliga. Danach war Malik, in Tschechien aufgewachsen, drei Jahre lang bei den „Fünfzigern“ des TSV Feldkirchen in der Regionalliga aktiv. Heuer schlug er in der gleichen Liga, aber bei den Herren 55 des TP St. Florian München auf. Mit einer beachtlichen Bilanz von 5:2 Siegen an Position eins konnte er in Deutschlands höchster Spielklasse dabei aufwarten. Unter anderem schlug Malik auch Ex-Bundesliga-Spieler Michael Karbacher (GW Luitpoldpark München) nach drei harten Durchgängen.

Wenn es um Turniere geht, ist Malik, von Beruf Bauleiter, jedoch seinem Heimatverein TC Finsing treu geblieben. Seit über 30 Jahren ist er dort Mitglied. Punktspiele kann der ambitionierte Rechtshänder derzeit keine für den Verein aus dem Erdinger Landkreissüden bestreiten. Das Leistungsniveau sei ein „Problem. Sie haben keine starken Mannschaften“. Dafür tritt er bei Turnieren für seinen „Herzensverein“ an – und das auch nach der OP erfolgreich.

Seite an Seite mit dem Sohn bis ins Halbfinale

Wie er bei fünf Wettkämpfen bewies, darunter auch das 39. Forsterner Seniorenturnier. Hier unterlag Malik dem späteren Herren-55-Sieger Christof Sämmer, einem ehemaligen Teamkollegen vom TC Pliening. Ende Juli kam er bei den Erdinger Doppel-Kreismeisterschaften in Taufkirchen an der Seite von Sohn Daniel bis ins Halbfinale der Herren.

Den größten Erfolg feierte der 56-Jährige allerdings Mitte Juni bei den Bayerischen Meisterschaften. Auf Ismaninger Sand überraschte er die gesamte Konkurrenz der Herren 55. „Ich war nicht gesetzt, mit mir hat keiner gerechnet.“ Es war Maliks erstes, hartes Turnier nach seiner langen Auszeit. Er war sich nicht sicher, ob er bei den Titelkämpfen mithalten könnte und ob die Kraft für letztlich fünf Einzel-Matches an drei Tage reicht. „Die Regeneration ist jetzt besser“, war der Finsinger froh, dass es reichte. Petr Malik eliminierte im Halbfinale sogar die Nummer 23 der Deutschen Rangliste und unterlag im Endspiel, in dem er von 20 treuen Finsinger Fans gegen den Topgesetzten Stefan Meisel (TV Fürth 1860/DR 6), angefeuert wurde, nach einer 1:6, 7:5 und 5:1-Führung noch knapp mit 5:10.

Trainerin und Fans haben Löwenanteil am Erfolg

„Sein Sieg war verdient“, gratulierte Malik fair. „Leider konnte ich durch die Niederlage meinen Titel vor 15 Jahren (Anm. d. Red.: 2004, Alterskategorie Herren 40) nicht verteidigen.“ Aber trotzdem war er stolz auf die „Vizemeisterschaft“. „Der Erfolg wäre ohne meine Freundin und gleichzeitige Trainerin Petra Sutka nicht möglich gewesen. Ein Löwenanteil daran haben sicherlich auch meine Fans.“

Und der Lohn für Maliks Fleiß nach all der Ungewissheit zu Jahresbeginn: Am Ende des Sommers hat der Finsinger Sportfreund seine Leistungsklasse 6 halten können. Die Karriere in seinem Lieblingssport geht weiter. Ab heute bei den Bayerischen Senioren-Hallenmeisterschaften als an Position-sieben-Gesetzter der Herren 55 in Nürnberg.

Olaf Heid

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