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Das war der Erdinger Stadttriathlon

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Alle auf den Sieger: Wer über die olympische Distanz gewinnt, muss sich eine Bierdusche gefallen lassen – auch Florian Angert (2. v. l.). Der zweitplatzierte Stefan Hehenwarter (l.) und der auf Rang drei angekommene Florian Seifert haben Spaß daran, den Triumphator ordentlich nass zu machen. Auch Nils Daimer (r.) hat seinen Spaß. Eigentlich ist er auf dem zweiten Platz eingelaufen. Später sollte er sich aber selbst disqualifizieren. fotos: schwarzkugler
Alle auf den Sieger: Wer über die olympische Distanz gewinnt, muss sich eine Bierdusche gefallen lassen – auch Florian Angert (2. v. l.). Der zweitplatzierte Stefan Hehenwarter (l.) und der auf Rang drei angekommene Florian Seifert haben Spaß daran, den Triumphator ordentlich nass zu machen. Auch Nils Daimer (r.) hat seinen Spaß. Eigentlich ist er auf dem zweiten Platz eingelaufen. Später sollte er sich aber selbst disqualifizieren. fotos: schwarzkugler

Erding - Er war einfach nicht zu bremsen: Florian Angert hat den 22. Erdinger Stadttriathlon über die olympische Distanz gewonnen. Bei den Damen schwamm, radelte und lief Ausnahme-Athletin Sonja Tajsich allen davon.

Richtig frisch ist es am Sonntagmorgen am Kronthaler Weiher. „Aber ihr packt das schon“, sagt Moderator Hartwig Thöne zu den kleinen, teils etwas verfroren dastehenden Jung-Athleten. Um 8.45 Uhr ertönt der Startschuss für viele Triathlon-Träume an einem langen Festtag des Sports. Als erste gehen die Schüler D (Jahrgänge 2008/2009) an den Start. Sie laufen direkt zu ihren Fahrrädern, denn Schwimmen steht für sie nicht auf dem Programm. Eigentlich hätten die Schüler B und C dafür ins kühle Nass gemusst. Doch das ersparen ihnen die Organisatoren von Trisport Erding dann lieber. Die schauerliche Wassertemperatur zu Beginn des 22. Erdinger Stadttriathlons: 18,4 Grad Celsius.

Zahlreiche Zuschauer im Zieleinlauf

Wesentlich angenehmer ist das Wetter später im Zieleinlauf am Schrannenplatz, wo zahlreiche Zuschauer und Angehörige den tapferen Athleten zujubeln. Ein besonderes Augenmerk gilt dort der olympischen Distanz, und der Frage: Wer wird Nachfolger des verletzten Seriensiegers Michael Göhner? Die Antwort fällt deutlich aus - sehr deutlich: Florian Angert kommt mit über sieben Minuten Vorsprung ins Ziel. Die 1,5 Kilometer Schwimmen, 48,5 km Radeln und 10 km Laufen vom Kronthaler Weiher über Berglern bis in die Erdinger Innenstadt hat er in etwas mehr als zwei Stunden und zwei Minuten hinter sich gebracht. „Ganz so entspannt wie es vielleicht aussah, war es nicht“, sagt der 23-jährige Weinheimer kurz nach Zieleinlauf noch etwas schnaufend ins Mikro. Er spricht von einem der größten Highlights seiner bisherigen Triathlon-Karriere. Wenig später gibt es für ihn Abkühlung in Form einer Weißbierdusche.

Übergossen wird Angert von den hinter ihm im Ziel folgenden Nils Daimer, Stefan Hehenwarter und Florian Seifert. Allesamt sind sie vom Team Erdinger Alkoholfrei. Das einheitliche Mannschaftsbild gestört hat eigentlich der Freisinger Florian Wildgruber. Er hat als Zweiter die Ziellinie passiert, wird jedoch gleich nach dem Rennen von einem Wettkampfrichter über seine Disqualifikation informiert. Der Grund: Wildgruber hat ein paar Volkstriathleten in einer der drei Zonen überholt, wo das nicht erlaubt ist - Pech. Kurz ärgern, Mund abputzen, und dann kann auch Wildgruber wieder lachen und ein Bierchen genießen.

Zweiter und Dritter disqualifiziert

Als eigentlicher

Disqualifiziert: Florian Wildgruber lässt sich von einem Wettkampfrichter erklären, warum sein zweiter Platz nicht gilt.
Disqualifiziert: Florian Wildgruber lässt sich von einem Wettkampfrichter erklären, warum sein zweiter Platz nicht gilt.

Dritter wäre so der Langenbacher Nils Daimer zu silbernen Ehren gekommen. Er disqualifiziert sich vor der Siegerehrung jedoch selbst. Er will nicht aufs Podium, weil er auf der Strecke seinen defekten Fahrrad-Reifen durch den eines Bekannten ausgetauscht hat. Das teilt er den Wettkampfrichtern, denen das entgangen ist, aufrichtig mit. Was für ein Sportsmann. Auf dem Stockerl stehen am Ende also neben Angert Stefan Hehenwarter und Florian Seifert.

Etwas mehr als zwei Stunden und 21 Minuten hat Sonja Tajsich (39)

Siegerin: Sonja Tajsich bejubelt ihren Erfolg.
Siegerin: Sonja Tajsich bejubelt ihren Erfolg.

für ihren Premierensieg in Erding benötigt. „Ich bin wirklich entzückt“, sagt die Münchnerin, die schon drei Ironman-Wettbewerbe gewonnen hat und bei der WM auf Hawaii Vierte gewesen ist. Nur zehn Männer haben im Ziel eine bessere Zeit als Tajsich vorzuweisen. „Es ist voll toll hier“, sagt sie, „die Zuschauer, die Stimmung - einfach sensationell.“

Organisationsteam leistete ganze Arbeit

Sensationell trifft es gut. Das Organisationsteam von Trisport Erding hat wieder ganze Arbeit geleistet, um ein gigantisches Sportevent aus dem Boden zu stampfen. 1330 Teilnehmer sind es insgesamt - 250 Kinder und Jugendliche, 450 Starter über die olympische Distanz und 630 Volkstriathleten, dazu 66 Staffeln. Stärkster Triathlet über die Volksdistanz (400 m Schwimmen, 25 km Radfahren, 4 km Laufen) ist Frederic Funk vom Team Triathlon Grassau. Als einziger in seiner Konkurrenz bleibt er knapp unter einer Stunde. Die Staffel über die olympische Distanz hat das Team ASV Cham Triathlon für sich entschieden. Doch eigentlich sind die Platzierungen egal. Am Ende durfte sich jeder - egal ob Athlet, Zuschauer oder Helfer, als Sieger fühlen.

mas

Bilder: Erdinger Stadttriathlon

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