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Medaillensammler: Florian Daimer aus Eichenkofen.

Special Olympics

Florian Daimer - der Allrounder von der St. Nikolaus-Schule

Ob auf Inlinern oder Ski - Florian Daimer ist ein Medaillensammler.

VON LUCIA NUSSRAINER

Erding Florian Daimer ist 19 Jahre alt, geht in die 10. Klasse und macht gerne Sport. Hört sich nach einem typischen Jugendlichen an, oder? Nur, dass der Eichenkofener sehr erfolgreich ist in dem, was er macht. Und dass er auf die St. Nikolausschule in Erding geht, eine Schule für Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen.

Mehrmals im Jahr fährt er zu verschiedenen Wettkämpfen, ausgerichtet von den Special Olympics. Diese Wettbewerbe gehören zu einer weltweiten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung.

Mittlerweile haben sich 5,2 Millionen Sportler der Bewegung an geschlossen. Einer davon ist Florian Daimer. Er ist groß, braunhaarig und hat immer ein Lachen im Gesicht. Probleme hat er im kulturtechnischen Bereich, wie beispielsweise beim Rechnen und Schreiben.

Umso mehr glänzt er dafür im Sport. Was er beim letzten Wettbewerb gewonnen hat? Da muss Florian nicht lange überlegen. Seine Mundwinkel gehen nach oben, während er erzählt: „Das war dieses Jahr im Frühling und Sommer. Von Bronze bis Gold – alles.“ Bei diesem Wettbewerb ist er Inline-Rennen gefahren. Aber auch im alpinen Skisport sahnt er regelmäßig ab.

Es mache ihm einfach Spaß, antwortet er auf die Frage, warum er Sport treibe. Im kommenden Dezember geht es nach Schweden zu einem Skiwettbewerb. Natürlich hofft er, dass er etwas gewinnt, schließlich geht es auch um den Ehrgeiz. Trotzdem hatte er Rennen, in denen er als einer der Letzten durchs Ziel gefahren ist – besonders schlimm war das nicht.

Was halten seine Eltern eigentlich davon? „Stolz sind sie“, sagt er, macht eine kurze Pause, überlegt und lacht – „und neidisch“.

Meistens fährt er mit der Schule auf die Wettkämpfe. „Alleine bin ich da ja nicht, da sind ja Betreuer dabei“, versichert er gleich. Ob er später mal Profisportler wird? Kurze Denkpause: „Keine Ahnung“, sagt er lachend. Ein Jahr in der Schule hat er immerhin noch, bis es ins Arbeitsleben geht. Doch nicht nur Florian macht Sport an der St. Nikolausschule.

„Sport machen sie alle, individuell auf sie zugeschnitten“, erklärt Georg Bauer, Rektor der Schule. „Auf der einen Seite ist die sportliche Betätigung für die motorische Entwicklung und Förderung unheimlich wichtig, und auf der anderen Seite stärkt es das Selbstbewusstsein der Schüler enorm. Zudem ist Sport ein Bereich in dem geistig Behinderte erstaunliche Leistungen erbringen.“

Ob Florian Daimer in den kommenden Wettbewerben diese erstaunlichen Leistungen erbringen kann, weiß man nicht. Aber eins ist sicher, Spaß machen wird es ihm auf jeden Fall.

Die Autorin:

Lucia Nußrainer aus Isen ist 20 Jahre alt und studiert Journalistik an der Universität Passau. Den Artikel über Florian Daimer hat sie im Rahmen einer Projektarbeit geschrieben.

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