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Wieder auf halsbrecherische Art unterwegs: Der Erdinger Motocrosser Lion Florian wurde bei der DM in Tessin Zweiter. 

Motocross

Florian fliegt aufs Podest

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Er hat es nicht leicht in seiner ersten 250-ccm-Saison. Aber bei der deutschen Meisterschaft in Tessin (Mecklenburg-Vorpommern) schaffte Lion Florian punktgleich mit dem Sieger den zweiten Platz unter 35 Teilnehmern.

Erding– Es ist Lion Florians erste Saison mit der 225-ccm-Maschine. Mehrfach hat der Erdinger Motocrosser heuer schon Lehrgeld gezahlt, doch nun fuhr er erstmals aufs Podest. Bei der deutschen Meisterschaft in Tessin (Mecklenburg-Vorpommern) schaffte er punktgleich mit dem Sieger den zweiten Platz unter 35 Teilnehmern.

Bei der DM fährt man 30 Minuten, und dann noch zwei Runden. Das bedeutet, die Motocrosser sitzen noch fünf Minuten länger auf ihren Maschinen als bei den EM-Rennen und den ADAC MX Masters. Und weil der komplette Rennablauf auch nur an einem Tag abgewickelt wird, kommen die Motorsportler an ihre konditionellen Grenzen.

Im Qualifying wollte sich Florian auf der für ihn neuen, leicht sandigen Strecke eingewöhnen, gleichzeitig aber eine gute Zeit fahren. Das brachte ihm erst Platz fünf, auf einer weiteren freien Runde konnte er sich noch auf Rang drei verbessern.

Dann aber wurde es ernst. „Ich hatte einen recht guten Start“, erzählt der 17-Jährige. Tatsächlich bog er als Zweiter in die erste Kurve ein. „In den ersten Runden hatte ich noch keinen richtigen Fluss gefunden“, ärgert er sich. Aber nach zwei Drittel der Zeit fuhr er am Erstplatzierten Noah Ludwig vorbei und gewann.

Auch im zweiten Lauf war der Erdinger vor der ersten Kurve Zweiter, übernahm aber noch in der ersten Runde die Führung. Ein Fahrfehler warf ihn allerdings zurück auf Platz vier. Florian schmiss sich wieder auf sein Bike, startete die Aufholjagd und kam noch auf Rang zwei. Im Gesamtklassement war er mit seinem Kontrahenten Noah Ludwig zwar punktgleich, doch da der zweite Wertungslauf mehr zählt, blieb dem Erdinger Rang zwei.

„Ich freue mich schon über die Platzierung“, sagt Florian, „aber der trotzdem ist der Zweite der erste Verlierer“. Chancen auf den Gesamtsieg hat der Erdinger aber ohnehin nicht, da er nicht an allen sieben Veranstaltungen teilnehmen kann. Der Rennkalender des Deutscher Motor Sport Bundes ist nämlich nicht mit dem der Fédération Internationale de Motocyclisme abgestimmt. 2017 hatte Florian die DM-Serie mit seiner 125-ccm-Maschine gewonnen.

Zuvor war der Erdinger beim 3. Lauf zur Europameisterschaft im französischen Saint Jean d’Angely gestartet. Beim Qualifying habe er sich erst spät auf der Strecke wohl gefühlt, und auch der Start im ersten Lauf war nicht optimal. „Ich bin nicht gut aus dem Gatter gekommen, habe mich dann aber in der ersten Kurve an sehr vielen vorbei mogeln können“, berichtet er. Nach der ersten Kurve war er bereits unter den ersten 15 der 72 Fahrer, verlor dann aber wieder massiv an Boden. Die Berg- und Talfahrt ging weiter. Florian kämpfte sich auf Platz 21 vor. „Dann aber hatte ich leider in der letzten Runde einen Ausrutscher. der mich acht Positionen gekostet hat.“ Letztlich wurde Florian 28. Im zweiten Lauf war zwar der Start besser, „aber dann wurde ich in der ersten Kurve sehr weit nach hinten gedrückt“, berichtet der Motocrosser, der sich stetig nach vorne kämpfte und letztlich 20. wurde. Im Gesamtklassement bedeutet das Rang 25. In der EM-Serie steht er nun auf Platz 31.

Nicht zufrieden war Florian mit dem Ergebnis bei den ADAC Masters in Möggers (Österreich). Bereits im Qualifying war ihm Rang sechs eigentlich zu wenig; „aber ich hatte die ganze Zeit über keine richtig freie Runde“. Im ersten Lauf leistete er sich aber in der ersten Runde einen Ausrutscher. Seine Aufholjagd endete mit einem Sturz, den er selbst als „heftigen Abflug“ bezeichnete. Er musste für längere Zeit in die Box. „Danach bin ich mit meinem Speed fertig gefahren“, berichtet Florian, der letztlich 35. unter 72 Teilnehmern wurde. Im zweiten Lauf musste er sich nach durchwachsenem Start und viel Gedränge im Mittelfeld nach vorne kämpfen. Fünf Runden vor Schluss bekam er auch noch Magenkrämpfe, so dass Platz 17 noch ein durchaus achtbares Ergebnis bedeutete. Das Wochenende in Möggers beendete er auf Platz 21, in der Meisterschaft liegt er auf Rang 25.

Für Florian ist das aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Am Wochenende startet er im lettischen Kegums. 1200 Kilometer von daheim entfernt geht’s wieder um EM-Punkte. Diesmal hat der Erdinger viel Unterstützung. „Die ganze Familie ist dabei – samt Hund“, erzählt seine Mutter Andrea. Ihr Sohn war bereits am Mittwoch und Donnerstag auf der Strecke, um die Umstellung von Hart- auf Sandboden hinzukriegen. Am Sonntag geht es nach dem letzten Lauf zurück nach Deutschland, denn am am 22 und 23. Juni stehen in Teutschenthal die nächsten EM-Rennen an.

Ausrutscher
beim EM-Lauf

Auf Punktejagd
in Lettland

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