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Volle Kraft voraus: Mit einem 1350 PS starken Ford Mustang Mach 1 raste Franz Aschenbrenner zum Titel - und jubelte anschließend

Franz Aschenbrenner wird neuer Europameister

Mit zwei Hundertsteln Vorsprung zum Titel

Eichenried – Der Landkreis Erding hat einen neuen Europameister. Der 32-jährige Franz Aschenbrenner aus Eichenried gewann die Drag Racing Super Pro ET 2018. Bei der aus den Vereinigten Staaten von Amerika stammenden Rennsportart messen sich extrem leistungsstarke Fahrzeuge mit über 1000 PS, genannt Dragster, auf einer Renndistanz von einer viertel Meile, was 402,34 Metern entspricht.

Bereits im Alter von sechs Jahren hatte sich Aschenbrenner für den Motorsport begeistert. Angefangen mit Teilnahmen an regionalen 60 ccm Motocross-Meisterschaften bis hin zur deutschen Meisterschaft der Klasse 85 ccm. Danach entschied er sich, zum Straßenrennsport zu wechseln. Erste Erfahrungen bei Europameisterschaften sammelte der gebürtige Erdinger vor 13 Jahren bei der 250 ccm Motorrad-Europameisterschaft. Ein Jahr später ging er bei der Weltmeisterschaft an den Start. Danach beendete er seine Motorradkarriere. „Ich hätte damals Sponsorengelder benötigt, die ich nicht hatte“, erzählt Aschenbrenner.

Durch den Vater eines Arbeitskollegen landete er beim Drag Racing. Sein erster Wagen: ein 69er Ford Mustang mit 650 PS. „Das war ein Straßenauto und eine große Gaudi, aber kein Rennsport“, erinnert er sich. Das Europameister-Auto hat mehr als das Doppelte an Leistung. Der Ford Mustang Mach 1 bringt unglaubliche 1350 PS auf die Strecke. Damit die Autos überhaupt zu steuern sind, bestehen die Rennstrecken aus Gummi mit Kleberüberzug. „Auf normaler Straße würden sonst die Reifen durchgehen“, erklärt Aschenbrenner. Die Super Pro ET, für die Aschenbrenner an den Start geht, ist die kostengünstigere Variante des Rennsports und für den hauptberuflich als Entwicklungsingenieur tätigen Rennfahrer finanzierbar.

Vor dem Start gibt man eine Zeit vor, an die es gilt, so nah wie möglich heranzufahren, ohne diese jedoch zu unterbieten. Im Rennen, das zwischen 6,0 bis 8,99 Sekunden dauert, kommt es dann vor allem auf die Reaktionszeit beim Start an, sowie auf das perfekte Einschätzen des Autos in Verbindung mit den äußeren Umständen wie den Witterungsverhältnissen.

„Von außen sieht es viel einfacher aus als es ist. Es ist nicht nur 400 Meter Geradeausfahren“, betont Aschenbrenner, der sich an eine Schrecksekunde in Frankreich erinnert: „Da wäre ich fast in die Mauer gefahren, weil ich am Start wenige Zentimeter neben der Ideallinie stand und das Auto dann stark in eine Richtung gezogen hat.“ Zusammen mit seinem Vater, Bruder und Mechaniker Wolfgang reist der Eichenrieder mit Wohnmobil und Anhänger durch ganz Europa.

An sieben Rennen hat Aschenbrenner in der Triumphsaison teilgenommen. Der Sieg in Clastres (Frankreich) sowie zweimal der zweite Platz in Rivanazzano (Italien) und Hockenheim sicherten ihm den Europameistertitel. Im alles entscheidenden Rennen um den Titel ließ sich Aschenbrenner nicht verrückt machen und siegte gegen seinen größten Konkurrenten. „Im Ziel weiß man’s nie sicher, ob man gewonnen hat. Dann war ich aber zwei Hundertstel vorne“, erzählt er.

Nun geht es für das Team in die Winterpause. Im Frühling beginnt dann die neue Saison, in der es gilt, den Titel zu verteidigen. Auf das Rennen im August 2019 in Hockenheim freut sich Aschenbrenner besonders: „Vor 60 000 Zuschauern zu fahren, das ist schon sehr speziell.“

Daniel Georgakos

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