Nadi Özdemir ist vorsichtig optimistisch.
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Nadi Özdemir ist vorsichtig optimistisch.

Handball

„Für mich ist es eine 50/50-Sache“

Saisonstart im Oktober? Taufkirchens Handballchef Gerhard Mühlenbeck ist skeptisch. Zuversichtlicher ist sein Altenerdinger Kollege Nadi Özdemir.

Altenerding/Taufkirchen – Für Anfang Oktober ist der Start der neuen Handballsaison geplant. Noch schwebt aber die Gefahr einer zweiten Corona-Welle mit Verschärfungen der Maßnahmen über den Ballsportlern. Wie gehen sie mit den aktuellen Hygienevorschriften um, und wie sehen sie die Chancen, dass alles wie geplant losgeht?

Nadi Özdemir, sportlicher Leiter der SpVgg Altenerding, zeigt sich zuversichtlich: „Ich persönlich bin der Meinung, dass wir starten können. Es gibt aber auch andere Stimmen im Verein, die skeptisch sind. Generell weißt du es ja nie.“ Die Altenerdinger Mannschaften trainieren gemäß den Vorschriften: „Mittlerweile sind zum Glück wieder Einheiten von 120 Minuten mit maximal 20 Leuten erlaubt. Damit ist es eigentlich fast wie normal.“ Es werden die Hände regelmäßig gewaschen und der Kontakt – so weit es geht – minimiert: „Das ist im Handball natürlich nicht so einfach, aber wir haben es im Griff,“ betont der sportliche Leiter.

Das gilt für Erwachsene und Jugend. Testspiele soll es ebenfalls geben, hier lautet die Vorschrift, das Gegnerteams aus Bayern kommen müssen: „Das ist für uns natürlich auch kein Problem,“ meint Özdemir lachend.

Eine Sache sei aber für ihn und alle bei der SpVgg bitter beim vorgesehenen Re-Start: „Zuschauer sind auf alle Fälle noch nicht erlaubt, und das ist sehr schade.“ Wie man damit umgehen wird, das ist bei den Altenerdinger Handballern noch nicht klar. Derzeit gilt aber, so Özdemir: „Alle sind top motiviert und froh, wenn die Saison starten kann. Jeder Sportler will sich doch messen, das ist bei uns nicht anders.“

Taufkirchen will Spiele live streamen

Beim TSV Taufkirchen werde derzeit noch die „Kondition bis zum Anschlag“ trainiert, sagt der Abteilungsleiter Gerhard Mühlenbeck. Noch mussten die TSV-Handballer im Freien ihre Bahnen absolvieren, die Realschulturnhalle ist für sie erst ab der kommenden Woche wieder frei. Für Mühlenbeck aber kein großes Problem: „Die Jugend hätte sowieso erst Ende August angefangen, und auch bei den Erwachsenen sollten wir eine normale Vorbereitung hinbekommen.“

Auch in Taufkirchen hat man die Hygienekonzepte des Bayerischen Handballverbandes genau studiert und wird sich an alle Vorgaben halten. Mühlenbeck zeigt sich jedoch skeptisch, dass Anfang Oktober der Ball in den Hallen der Handballvereine rollt: „Es gibt durchaus eine große Gefahr, dass es wieder schlimmer mit Corona wird. Für mich ist es eine 50/50-Sache.“

Extrem bitter ist für ihn der Ausschluss von Zuschauern: „Der Handball lebt schließlich von ihnen.“ Er denkt, dass es wahrscheinlich in der kompletten Saison 2020/21 – sofern diese stattfindet – nur Geisterspiele geben kann.

Daher hätten jüngere Handballer eine Idee gehabt, betont der Abteilungsleiter: „Sie wollen eventuell Live-Streaming der Partien anbieten.“ Dann könnten die Fans wenigstens digital dabei sein. Derzeit sind in Taufkirchen alle Handballer erst einmal froh, wenn sie den Ball in die Hände bekommen und zumindest in der Halle wieder trainieren dürfen.

Bernd Heinzinger

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