+
Alex Schmidbauern (l.) auf der Trainerbank des SC Kirchasch.

Unsere neue Serie: Fußball-Grenzgänger Erding/Ebersberg

Fußball in Erding: Mehr Derbys, mehr Zuschauer

  • vonOlaf Heid
    schließen

Der Ex-Falke Alexander Schmidbauer fühlt sich wohl in seinem neuen Umfeld beim SC Kirchasch.

Kirchasch/Markt Schwaben – Er hat eine neue Herausforderung gesucht. Alexander Schmidbauer ist ein Fußballer mit viel Herzblut. Einer, der seine Mitspieler begeistert. Der 31-Jährige aus Anzing war lange beheimatet beim FC Falke Markt Schwaben und Spielertrainer beim Kreisklassisten – bis es im Januar 2020 zum Bruch kam. Schmidbauer wurde daraufhin zum Grenzgänger.

„Es haben sich einige Vereine bei mir gemeldet“, erinnert sich der Ex-Falke. „Ich wollte aber nicht in München spielen, sondern habe mich bewusst für den Kreis Erding und etwas Neues entschieden.“ Denn der SC Kirchasch, allen voran dessen Sportlicher Leiter Max Bals („ein cooler Typ, der alles für den Verein tut“), hatte sich intensiv um ihn bemüht. Erfolgreich, denn nun ist Schmidbauer seit dem Sommer als Chefcoach beim Kreisligisten. „Ich wollte einen Cut, etwas Neues entdecken.“

In Kirchasch bildet der 31-Jährige mit einem weiteren Falke-Urgestein ein Trainergespann. Alex Mrowczynski (29), davor FC Aschheim, ist als Landes- und Bezirksliga-erfahrener Mittelfeldspieler der aktive Part, der verlängerte Trainer-Arm auf dem Spielfeld. „Wir kennen uns ja schon ewig und hatten immer Kontakt. Als die Kirchascher Anfrage kam, habe ich nicht lange mit ihm reden müssen. Er hat sofort zugesagt.“ Gemeinsam wagten sie den Sprung über die Kreisgrenze. „Bislang habe ich es nicht bereut, überhaupt nicht“, betont Schmidbauer.

Gemeinsam wolle man dafür sorgen, dass Erste und Zweite weiterhin eng zusammenarbeiten und sich beispielsweise an Spieltagen gegenseitig unterstützen. „Wir wollen den Erfolg mit eigenen Spielern erreichen, hier ist es möglich, bei Falke hat das nicht immer geklappt“, erinnert sich Schmidbauer.

In Markt Schwaben kickte er acht Jahre lang, zuerst überregional. Nach dem Rückzug aus der Landesliga baute er in Markt Schwaben ein neues Team in der Kreisklasse auf, das er in der Saison 2015/16 in die Kreisliga führte. „Da waren wir 18 Spiele lang ungeschlagen, hatten den besten Sturm und die beste Abwehr – und sogar eine eigene Fangruppe, die uns überall mit Schlachtgesängen angefeuert hat.“

Der Abschied vom abstiegsbedrohten Kreisklassisten sei zwar „nicht optimal“ gewesen und habe für „kleine Risse“ gesorgt, sei aber Schnee von gestern. „Ich hatte dort viele gute, tolle Tage“, sagt Schmidbauer. Der Kontakt sei keineswegs abgerissen. Auch weil er als Trainer in einer Markt Schwabener Fußballschule tätig war.

Der ehemalige Bayernliga-Spieler (bis 2011 SpVgg Unterhaching II) hat nun mit dem Kreisliga-Aufsteiger eine „superschwere Riesenaufgabe“ übernommen. Bislang ist der KSC als Neuling aus der Liga prompt wieder abgestiegen. Das will Schmidbauer aber unbedingt ändern und die Relegation vermeiden. Mit Platz zwölf und 17 Punkten sei man „im Soll“.

Die Kreisliga Erding/Freising sei zwar nicht so spielstark wie die Kreisliga 3 (München), „aber eine hochinteressante Liga mit vielen Lokalderbys und mehr Zuschauern“. Hier gebe es „im Spiel richtige Hasslieben, danach haben sich alle wieder lieb“. Die Spieler kennen sich untereinander, „im Kreis München ist das aufgrund der großen Fläche anders“.

Die funktionierende Gemeinschaft in Kirchasch, ein „eingeschworener Haufen von den Spielern bis hoch zum Präsidenten“, nimmt Schmidbauer einige Aufgaben ab. In Markt Schwaben war er beim Neuaufbau oft das Mädchen für alles, im Kreis Erding wird ihm viel, unter anderem die Pressearbeit, abgenommen. Dennoch bleibt der Grenzgang für ihn eine Herausforderung.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare