Christian Donbeck übernimmt den TSV Dorfen sofort

Fussball – TSV Dorfen

Trainerwechsel: Donbeck löst Kostner ab

Faustdicke Überraschung bei den Fußballern des TSV Dorfen: Alles schien nach Plan zu laufen in der Vorbereitung auf die Rückrunde in der Bezirksliga Ost. Aber jetzt verlässt Erfolgstrainer Michael Kostner den TSV. Der Dorfener Christian Donbeck übernimmt.

Dorfen – Er war der erfolgreichste Fußball-Trainer des TSV Dorfen. Doch nun macht Michael Kostner nach fast sechs Jahren mitten in der Vorbereitung Schluss und übergibt an Christian Wiggerl Donbeck.

Nach 1999 hatte Kostner den TSV im Jahr 2014 zum zweiten Mal in die Bezirksliga geführt und das Team in der Liga gehalten. 2017 schaffte es Dorfen sogar in die Totopokal-Hauptrunde und spielte zuhause vor fast 3000 Zuschauern gegen den TSV 1860 München. Derzeit steht der TSV allerdings auf einem Relegationsplatz.

Jetzt hatte die Erfolgsgeschichte ein Ende und der Technische Leiter Markus Listl plötzlich viel Arbeit. Auch er sei von der Entscheidung Kostners überrascht worden, sagte er. Dass der Abgang mitten in der Vorbereitung gekommen ist, „war nicht so schön“, bedauerte Listl. Es sei aber unstrittig, dass Kostner „sehr erfolgreiche Arbeit in Dorfen geleistet hat“. Die TSV-Führung wollte dem Coach angesichts seiner Verdienste „keine Steine in den Weg legen und wünscht ihm alles Gute“.

Listl berichtete, dass ihm der Trainer vor einiger Zeit mitgeteilt habe, dass er im Sommer zu 99 Prozent den TSV verlassen werde. Anfang der Woche habe er nun von seinem Entschluss erfahren, Dorfen sofort zu verlassen.

Auf den Kader hat die Entscheidung laut Listl keine Auswirkungen. Auch Trainer-Sohn Kevin Kostner bleibe. Mit Donbeck stehe ein adäquater Ersatz zur Verfügung, betonte Listl. „Das ist ein Glücksfall. Er ist ein sehr Trainer, der zu Dorfen gut passt.“

Zuletzt hatte der 45-Jährige den 1. FC Penzberg (Bezirksliga Süd) trainiert. Den Dorfener Fußball kenne er als jahrelanger Zuschauer, sagte Donbeck. Außerdem habe er zur Unterstützung Kostners im Herbst bereits einige Male das Training geleitet. Auch mit den Dorfener Platzverhältnissen ist er vertraut, war er doch 2016 mit Penzberg hier zu Gast. Außerdem hat er für die TSV-AH etliche Spiele bestritten.

Donbeck war als A-Jugendspieler des TuS Bad Aibling zum TSV 1860 Rosenheim (damals Bayernliga) gewechselt und spielte später auch beim Sportbund Rosenheim.

Trainer-Erfahrungen sammelte er bei der Bundesliga-U 19 der SpVgg Unterhaching (2013 - 2016 zusammen mit Michael Frühbeis) und zwei Jahre in Penzberg, wo er sich 2016 verabschiedete.

„Wenn’s brennt, dann musst du helfen“, sagte Donbeck gestern. Am Dienstagmorgen habe er von Listl die Anfrage erhalten und sei sofort bereit gewesen, einzuspringen. „Dorfen ist schließlich meine Heimatstadt. Und ich habe ja schon ein paar Mal ausgeholfen.“ Die sportliche Situation bewertet er als „brenzlig“. Das Team steckt voll im Abstiegskampf. Die Mannschaft zeichne aber „eine super Mentalität“ aus. Sie habe die Qualität, den Ligaerhalt zu schaffen.

Nachdem mit Donbeck ein guter Trainer sofort zur Verfügung stand, habe er jetzt schon den TSV verlassen, „sonst wäre ich definitiv bis Saisonende geblieben“, betonte Kostner auf Anfrage. Im Sommer ziehe er nach Burgkirchen, das sei dann zu weit nach Dorfen. Dass er weg wollte, habe sich wohl herumgesprochen. Vom SC Kirchanschöring (Bayernliga Süd) sei am Montag ein konkretes Angebot gekommen. Dann ging alles sehr schnell. Als mit dem TSV alles klar war, habe er Kirchanschöring zugesagt. „In Dorfen habe ich sechs tolle Jahre gehabt. Das war überragend.“

Abteilungsleiter Anton Haban ist derzeit berufsbedingt nicht in Dorfen. Er sei aber stets in die Vorgänge vor Ort eingebunden, sagte er. „Gut, dass wir ein funktionierendes Führungsteam haben“. Es sei der Wunsch des Trainers gewesen, den TSV vorzeitig verlassen zu dürfen. Dem habe man nichts in den Weg legen wollen. „Ich wünsche ihm alle Gute. Kostner hat herausragende Arbeit in Dorfen geleistet.“

von Hermann Weingartner

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