+
Die schnellste Frau kommt aus Unterschwillach. Marina Rappold   gewann, obwohl sie zuletzt kaum trainiert hatte.

17. Erdinger Stadtlauf

Gast aus Chile, Siegerin aus Unterschwillach

  • schließen

Über 1000 Teilnehmer haben den 17. Erdinger Stadtlauf zum großen Volksfest gemacht. Die Zuschauer feierten die Kleinen und die Großen, den Weitgereisten und die Lokalmatadoren. Zwei davon bejubelten sie ganz besonders.

Erding– Die erste Läuferin war schon nach gut 15 Minuten im Ziel. Aus Versehen, denn sie hatte die Abzweigung in die nächste Runde verpasst. Steffen Burkert dagegen kennt den Weg – und das Gefühl, in Erding zu gewinnen. Zum dritten Mal in Folge sicherte er sich den Titel, diesmal in einer Zeit von 33:50,6 Minuten. Premiere feierte dagegen Marina Rappold. Die 20-jährige Unterschwillacherin gewann in 39:02 min bei ihrer ersten Teilnahme die Konkurrenz der Frauen.

Dabei habe sie alles andere als eine gute Vorbereitung gehabt, gestand sie. „Ich war zwei Wochen in Schweden und Norwegen ausschließlich beim Wandern.“ Aber sie habe sich fit gefühlt und deswegen erstmals für das Rennen in Erding angemeldet. Und es werde nicht das letzte Mal gewesen sein, ließ die Studentin durchblicken, „denn ich laufe 1000 Mal lieber hier als auf der Bahn. Die Atmosphäre ist einfach super“.

Auch heuer feierten Zuschauer und Athleten wieder gemeinsam ein fröhliches Lauf-Fest, das Trisport Erding perfekt organisiert hatte. Dabei hatte der Veranstalter alle Hände voll zu tun. Beim Aufbau um sieben Uhr hatte es noch geregnet.

Falschparker und Sturmböen

„Wir waren alle waschelnass“, erzählte Thomas Tanz, der das 20-köpfige Verpflegungsteam anführte. Ein Falschparker in der Langen Zeile machte dem Aufbauteam zusätzlich das Leben schwer. „Zwei Stunden haben wir gebraucht, bis der Wagen endlich abgeschleppt war“, stöhnte Winfried Kretschmer, der am frühen Nachmittag ein Stoßgebet nach oben schicke. Sturmböen von bis zu 70 km/h waren angekündigt. Die ersten Vorboten warfen Laufzäune um. Eine kurze brenzlige Sensation gab es, als der BRK-Pavillon davonflog, verletzt wurde niemand. Das Trisport-Team begann damit, die besonders windanfälligen Aufbauten zu entfernen. Und um sie herum wuselte das Laufvolk.

Vermutlich ein Teilnehmer-Rekord

„Noch habe ich nicht die genauen Zahlen, aber ich gehe von einem neuen Teilnehmer-Rekord aus“, sagte Jürgen Feyerabend-Syre. Die 1000er-Marke sei auf jeden Fall geknackt worden, sagte der Chef von Trisport Erding. Allein bei den jüngsten Teilnehmern, der U 8, hätten sich 70 Kinder mehr angemeldet als im Vorjahr. Erstmals war auch das Landratsamt Erding mit einem Team am Start. Über 30 Mitarbeiter haben sich laut Daniela Widl seit Mai beim wöchentlichen Lauftraining für die zehn oder fünf Kilometer angemeldet.

Fotos Stadtlauf

Wer glaubt, die halbe Strecke sei einfacher, sollte mal bei Daniel Jungkunz nachfragen. Der 25-jährige Maschinenbau-Student siegte in 16:34 min und gestand: „Bei fünf Kilometern läufst du an der obersten Schwelle. Ich war immer kurz vorm Abnippeln.“ Dabei hatte der Triathlet, der vor kurzem aus Kronach nach München gezogen war, am Tag zuvor eine lange Radeinheit absolviert. 130 Kilometer hatte er in den Beinen. „Das ist positiv. Dann sind die Beine schon aktiv“, erklärte Jungkunz.

Mit Wein und Pizza hat sich dagegen Eric Meza vorbereitet. Der Chilene ist mit seiner Freundin Jasmin Metin auf Deutschland-Besuch und war mit dem Nachtbus von Italien nach Erding gefahren. „Diesen Stadtlauf wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wir waren schon öfter hier“, erzählt seine Freundin, die lange in München gelebt hat. Sie zählt da auch noch Daniel Rodriguez hinzu, den Kanaren, der ebenfalls unbedingt durch die Herzogstadt laufen wollte – übrigens auch schon zum dritten Mal. Und sie legt noch einen drauf: „Der Stadtlauf ist uns lieber als die Wiesn.“

Die Volksfeststimmung begeisterte auch Sabrina Maurer, die die Frauenkonkurrenz über fünf Kilometer in neuer persönlicher Bestzeit gewann. „Hier ist einfach so viel los“, meinte die Kinderpflegerin aus Rosenheim, und Abonnementsieger Burkert stimmte nach seinem Start-Ziel-Erfolg zu. „Es ist so schön, wenn du an jeder Ecke angefeuert wirst.“ Nur der Wind habe ihm Schwierigkeiten bereitet. „Wenn du auf dem letzten Kilometer Seitenwind bekommst, ist das schon heftig“, sagt der 26-Jährige, der für die Stadtwerke München läuft. Wind hin, Sturm her – das war nichts gegen die Euphoriewellen, auch ausgelöst vom souveränen Moderator Hartwig Thöne, mit denen das Erdinger Pubikum alle Athleten ins Ziel trug.Natürlich auch Georg Mayer. Der 80-Jährige lief nach 1:38 Stunden ins Ziel – bei Trommelwirbel und tosendem Applaus ins Ziel. Es war das perfekte Finale.Bericht folgt/Fotostrecke auf merkur.de

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ein farbenfrohes Eis-Spektakel
Ein toller Erfolg war die traditionelle Nikolausshow der Abteilung Eiskunstlauf des TSV Erding. Knapp 200 Zuschauer waren in die Erdinger Eissporthalle gekommen.
Ein farbenfrohes Eis-Spektakel
Bayern schlägt Hessen und Österreich
Wer hat das beste Team? Bayern, Hessen oder gar die Österreicher? Diesem Vergleich stellten sich die besten Schwimmer aus den jeweiligen Regionen.
Bayern schlägt Hessen und Österreich
Delphine schnappen sich 37 Medaillen
Die Teamstärke der Schwimmer des TSV Erding zeigt sich nicht nur im Medaillenspiegel – fünf Gold-, 16 Silber- und 16 Bronzemedaillen holten die Delphine beim Head …
Delphine schnappen sich 37 Medaillen
Klare Verhältnisse
Die Altenerdinger Vereins-Handbäller dominieren bei Schul-Kreismeisterschaft. 
Klare Verhältnisse

Kommentare