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Sorgt für Ruhe: Golfhelfer Franz Sellmeier.

BMW International Open

Golfhelfer Franz Sellmeier: Auskunftsbüro und Ballsucher

Beim größten Golfturnier in Deutschland mal hautnah dabei sein, nicht als Zuschauer, sondern als Mitwirkender – das wollte Franz Sellmeier aus Erding.

Eichenried –  „Ich will mal erleben, wie so ein Event abläuft, und einfach die Atmosphäre auf der Clubanlage in Eichenried genießen.“ Gedacht, getan – und so bewarb sich der ehemalige Lehrer und Beratungsrektor an der Erdinger Mädchen-Realschule per E-Mail bei BMW unter „Golfhelfer“.

Das Golfspiel ist seit rund 17 Jahren das große Hobby von Franz Sellmeier, 67 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Seitdem er sich in den Ruhestand verabschiedet hat, jobbt er nebenbei noch als Marshall auf der Neun-Loch-Anlage Open 9, direkt neben dem Championsplatz in Eichenried. Beste Voraussetzungen also für seine Bewerbung als Golfhelfer bei den BMW International Open 2019. Kein Wunder, dass ihm bald die Einladung von BMW ins Haus flatterte.

Insgesamt rund 480 Golfhelfer sorgen vier Tage lang dafür, dass die Professionals ungestört und konzentriert ihre Runden drehen können. Nur eine geringe Anzahl der Helfer kommt aus der näheren Umgebung, ein nicht geringer Anteil sogar aus dem Ausland. So ist es nicht verwunderlich, dass das „Briefing“ (Einweisung) in englischer Sprache erfolgte. Damit die Volunteers, viele schon im Seniorenalter und seit Jahren bei den BMW Open als Helfer dabei, auch optisch erkenntlich sind, werden sie einheitlich in den Farben grau und rot mit je einer Wetterjacke, zwei Poloshirts und einer Kappe ausgestattet.

Sellmeier, einer der Neulinge unter den Helfern, wurde am ersten Turniertag auf der Bahn 10 als Marshall eingeteilt. Er musste am Green für Ruhe sorgen, wenn die Profis voll konzentriert die kleine weiße Kugel auf den schwierigen Grüns ins Loch bugsieren. Nur wenn die richtig guten oder bekannten Profis auf seiner Bahn abgeschlagen haben, habe er mehr Arbeit bekommen, ansonsten sei es eher ruhig oder gar langweilig gewesen, erzählt der 67-Jährige. Immer wieder musste er auch Fragen von Zuschauern beantworten, die die Abschlagzeiten von Kaymer, Garcia, Siem oder anderen prominenten Spielern wissen wollten. Andere interessierte, wie man Golfhelfer werden kann.

Deutlich abwechslungsreicher war da seine Freitags-Arbeit als „Ballwatcher“. Diese stehen entlang der Fairways und helfen den Spielern bei der Suche nach Bällen, die das Fairway verfehlt haben und im dichten Gras verschwunden sind. „Nicht ganz ungefährlich“, meint der Erdinger, doch er blieb unverletzt. „Es hat bis jetzt auf alle Fälle großen Spaß gemacht“, sagt Sellmeier, und auch seine Erwartungen seien voll erfüllt worden. Nächstes Jahr will er wieder als Golfhelfer dabei sein – falls BMW ihn braucht.

Johann Kalteis

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