DAS SPORTGEFLÜSTER

Hängepartie am Lift und andereSkierlebnisse

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Schon mal den Liftausstieg verpasst? Oder die Skihandschuhe in der Toilette versenkt? Skilehrer wissen, wovon in diesem Sportgeflüster die Rede ist.  

Skifahren in den Ferien – auch der Schreiber dieser Zeilen hat das jahrelang gemacht, sich brav in den Schlangen vor den Liften angestellt und sich regelmäßig gewundert, warum der Rest der Familie immer deutlich schneller vorankam. „Aktives Anstellen“, nannte das seine Frau immer. Und dann kam die Zeit, als die Familie nicht mehr auf die bayerischen Schulferien angewiesen war. Prompt erwischte sie zweimal exakt die Holländer-Woche – deutlich anstrengender als Weihnachts- und Faschingsferien zusammen.

Aber das nur am Rande. Warum haben wir heute die Zusammenstellung im Erdinger/Dorfener Anzeiger, wann welcher Skiclub wo Kurse gibt? Um zu zeigen, dass es im Landkreis unfassbar viele Ehrenamtliche gibt, die ihren eigenen Urlaub opfern, um fremden Kindern das Skifahren beizubringen. Keineswegs ist das hier ein Leistungscheck nach dem Motto billiger.de. Sonst hätten wir das früher machen müssen, die Anmeldungen sind ja schon längst durch.

Alle Kurse sind ihr Geld wert, denn die Skilehrer sind nicht nur Übungsleiter, die sich jedes Jahr selbst neu fortbilden. Sie meistern auch Situationen, die in keinem DSV-Handbuch stehen. Wenn zum Beispiel einem Skikurskind die Handschuhe in die Toilette gefallen sind. „Dann steht man im Klo und föhnt Handschuhe“, erzählt Ruth Riepl vom SV Hörlkofen. „Besonders lustig wird’s dann, wenn die Mutter zur Tür reinkommt und kapiert, dass ihr Kind gerade die Handschuhe versenkt hat.“ Oder wenn die Ski so schlecht gewachst sind, dass zehn Zentimeter Schnee kleben und man auf der Piste das Schnellwachs auspackt, bevor man weiterfahren kann. Oder wenn der gesamte Kurs zu Fuß gehen muss, „weil ein Kind falsch abgebogen ist, oder wenn der Lift kaputt ist und man mit dem Skibus zurück zum Bus fahren muss“. Das hat die Hörlkofenerin alles schon erlebt.

Spaßig ist es auch, mit Eltern zu diskutieren, die mit der Mittagsverpflegung nicht einverstanden sind. Beim Ski-Club Erding gab’s mittags jahrelang Wiener mit Semmel und für Vegetarier Semmel mit Semmel. Da kam eine Mama auf die Idee, eine Skilehrerin möge mit ihrem Kind doch bitte im nächsten Restaurant für den Gegenwert der Wiener etwas zu essen besorgen. Überraschenderweise wurde ihr Ansinnen abgelehnt. Wir stellen fest: Eigentlich unbezahlbar, was die Skiclubs leisten.

Unbezahlbar aber, was sie aber auch selbst erleben dürfen. Zum Beispiel die Anekdote, die sich bei der vereinsinterne Schulung des Skiclub Dorfen zutrug. Die Geschichte ist zwar schon mehr als ein Jahrzehnt her, aber noch immer gut. „Beim Ausstieg aus dem Lift verfing sich der Anorak einer Skilehrerin im Bügel“, erzählt Gitte Widl. „Diese segelte weiter durch die Luft, bis der Liftmann reagierte und den Lift abstellte und ihn zurückkurbeln wollte.“ Das kam für einen Kollegen etwas zu früh. „Lass henga, lass henga, hoit, lass henga“, rief er und suchte seinen Fotoapparat. Erst als er seinen Schnappschuss hatte, durfte die Dame gerettet werden. Widl: „Wir haben das Bild an den Hersteller der Skianzüge geschickt. Dass es sich um bestes Material handelte, war bewiesen.“

Michael Braun vom WSV Langenpreising erinnert sich an eine Frau, die in seiner Gruppe mitgefahren ist, viel Spaß gehabt habe und erst kurz vor Rosenheim festgestellt habe, dass sie eigentlich bei einer anderen Skischule mitfahren wollte. Braun: „Die Übergabe fand dann in Kiefersfelden statt.“

Und Sabrina Pfab vom Ski-Club Buch weiß, dass sie für die Erklärung einer Übung nicht mehr ins Hochdeutsche wechseln muss. Das hat sie nur einmal gemacht. „Mia san fei hier in Bayern, da brauchst mit deim Preisisch gar ned okemma!“
Das kann sie sich sparen – eventuell für erwähnte Holländer – denen täte ein Erdinger Skikurs durchaus gut.

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