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Wohin führt der Weg? Altenerd ings Handballfrauen – hier vor dem 27:17-Sieg gegen SSV Schrobenhausen – sind ebenso gespannt, wie ihre männliche Kollegen, was das Jahr noch bringt. Momentan steht der Sport freilich im Hintergrund. 

Handball

Handballcoach Simon Klawe: „Vielleicht kann man die Ligen aufstocken“

Wie soll es im Punktspielbetrieb weitergehen?  Altenerdings Handball-Verantwortliche äußern sich dazu.

Altenerding – Angesichts der derzeitigen Corona-Pandemie steht auch der Handballbetrieb bei der SpVgg Altenerding still. Aber wie sehen die Szenarien für den weiteren Saisonverlauf aus? Die Herren stehen aktuell in der Landesliga auf einem Abstiegsrang. Trotzdem ist Trainer Peter Mesiarik vollkommen für die aktuelle Aussetzung des Spielbetriebs: „Viele haben den Virus unterschätzt, die Leute haben es nicht ernst genommen.“ Die Saison würde sicherlich nicht zu Ende gespielt: „Am besten für uns wäre es, dass wir kommendes Jahr von Null anfangen.“ Sprich, dass man die Saison2019/20 einfach komplett vergisst: „Aber es weiß noch keiner, wie letztlich entschieden wird. Wir nehmen es hin, wie es kommt, schließlich steht jeder auf dem Platz, den er verdient hat.“

Den Handballern selbst wurde kein Trainingsprogramm vorgegeben in der spielfreien Zeit: „Die Jungs sind alle noch jung, die organisieren sich schon selbst.“

Mit den Maßnahmen in Bayern ist Peter Mesiarik total einverstanden: „Markus Söder hat da vollkommen recht. In meiner Heimat Slowakei dürfen die Menschen sogar nur noch mit Mundschutz aus dem Haus.“

Der sportliche Leiter Nadi Özdemir fügt an: „Aktuell gibt es drei Szenarien. Die Saison später fortführen, ein Ende mit dem jetzigen Stand beschließen oder die Saison annullieren.“ Am liebsten wäre ihm der letzte Punkt: „Generell kann ich mir nicht vorstellen, dass die Runde noch fortgesetzt wird. Wenn wir jetzt Ende April weitermachen, dann hat das keinen Sinn.“ Bei jedem Szenario würde es Verlierer geben, so Özdemir, die aktuellen Maßnahmen wären aber der einzige Weg: „Es gibt Wichtigeres als den Sport.“ Als sportlicher Leiter habe er jedem im Verein nahegelegt, sich irgendwie fit zu halten: „Mehr geht im Moment einfach nicht, Joggen beispielsweise ist ja noch erlaubt.“

Bei den Frauen ist sich Trainer Simon Klawe von der Ersten (Bezirksoberliga) nicht ganz sicher, wie man weitermachen soll. Auch er betont: „Man kann es nicht allen Recht machen.“ In Sachen Auf- und Abstieg müsse man erst einmal abwarten: „Vielleicht könnten die Ligen auch aufgestockt werden.“ Als Siebter sind die Biber-Damen derzeit auf einem gesicherten Mittelfeldplatz.

Weil Klawe mittlerweile auch die Bayernliga-Frauen der HSG Freising-Neufahrn trainiert, hat er Kontakt mit dem dortigen Sportwissenschaftlicher Felix Ilberg. Dieser hat einen Trainingsplan via Youtube entwickelt, bei welchem es dreimal die Woche verschiedene Übungseinheiten zum Nachmachen zu sehen gibt. Die zweiten Frauenmannschaft ist als Sechster in der Bezirksliga fast gesichert. Aber auch das Team um Trainer Michael Zartner weiß natürlich noch nicht, wie es weitergehen soll.

Der Trainer spricht sich für einen sofortigen Abbruch der Punktrunde aus: „Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis es dazu kommt.“ Nur die Diskussionen, wie alles am Ende gewertet wird, würde die Entscheidung noch hinauszögern. Seine Frauen würden sich eher auf das Mentale als den Sport konzentrieren müssen: „Vielen fällt schon die Decke auf den Kopf.“ Egal ob der aktuelle Stand oder die Vorrunde gezählt wird, beide Frauenmannschaften würden den Klassenerhalt schaffen. Aber das ist nicht so wichtig im Moment, wie alle sagen: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, aber der Sport steht nicht im Vordergrund.

 BERND HEINZINGER

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