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Handballleistungszentrum: Gedämpfte Euphorie

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Treue Mitglieder: SpVgg-Vorsitzender Erich Neueder (l.) und Abteilungsleiter Werner Lauer (r.) zeichneten Stefan Walter und Julia Kranich für ihre 25-jährige Treue zu den Altenerdinger Handballern aus.
Treue Mitglieder: SpVgg-Vorsitzender Erich Neueder (l.) und Abteilungsleiter Werner Lauer (r.) zeichneten Stefan Walter und Julia Kranich für ihre 25-jährige Treue zu den Altenerdinger Handballern aus. © Foto: Gotz

Das geplante Leistungszentrum treibt die Handballer der SpVgg Altenerding um. Das wurde in der Jahreshauptversammlung deutlich, in der der Informationsdurst der Mitglieder allerdings nicht wirklich gestillt werden konnte.

von Katharina Gotz

Altenerding – Nur knapp 30 Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung der Altenerdinger Handballer am Donnerstagabend im Sempt Pub erschienen. An Diskussionsbereitschaft mangelte es dennoch nicht: Thema war das in Erding geplante Handballleistungszentrum.

Aufsehen erregte der zu diesem Thema vorgebrachte Antrag an die Abteilungsleitung von Günter Bichlmaier: Er formulierte darin seine Bitte an die Verantwortlichen im Verein, „bei zum Beispiel einer vertraglich vereinbarten Kooperation mit einem etwaigen Leistungszentrum die Mitglieder der Abteilung in Form einer außerordentlichen Versammlung darüber zu informieren“. Selbiges werde auch im Falle eines Engagements von Funktionären der SpVgg im geplanten Leistungszentrum gewünscht.

Den Anträgen folgte eine teils hitzige Diskussion, aus der deutlich der Wunsch nach Neuigkeiten zum Stand des geplanten Handballzentrums herauszuhören war. Der Informationsdurst der Antragsteller konnte jedoch auch vom Vorsitzenden des Gesamtvereins, Erich Neueder, nicht gestillt werden: Er verwies mehrmals darauf, dass weder die SpVgg Altenerding noch die zugehörige Abteilung Handball mehr Informationen zum geplanten Leistungszentrum besäßen als die Mitglieder bereits aus der Tagespresse wüssten.

Wie unsere Zeitung berichtet hat, wäre das Projekt nach einem Jahr Stille bei den Planungen beinahe beerdigt worden. Als die Aufhebung des Bebauungsplans zwischenzeitlich auf der Tagesordnung des Stadtrats stand, kam wieder Bewegung in die Sache, und der Investor versprach, die Planungen zügig voranzutreiben.

Die Abteilung ist Neueder zufolge zwar euphorisch, da der Handball in Erding durch ein Leistungszentrum mehr Bedeutung und Aufmerksamkeit erhalten könne, bei der Realisierung des Projekts sei die SpVgg jedoch nicht involviert. Uneinigkeit herrschte daher in Bezug auf die Informationsverpflichtung der Abteilung. So wurden die Anträge mit knapper Mehrheit und zahlreichen Enthaltungen schließlich abgelehnt.

Abteilungsleiter Werner Lauer berichtete von einem Mitgliederzuwachs. Waren es Ende 2017 noch 432 Handballer, so sind es aktuell 478. Zudem ließ Lauer die vergangene Saison Revue passieren. Der Wiederaufstieg der Herren in die Landesliga sei ein enormer sportlicher Erfolg gewesen.

Lauer wies auf die Bedeutung des im Vorjahr neu geschaffenen Amtes des Sportlichen Leiters sowohl für den Herren- als auch für den Damenbereich hin. „Helmut Braun und Lisa Wyhnalek sind zu einem wichtigen Bindeglied zwischen der Abteilungsleitung, den Trainern und dem jeweiligen Team geworden“, sagte Lauer. „Es hat sich deutlich gezeigt, dass dieser direkte Draht, auch zu den Spielern, wichtig für die sportliche Entwicklung ist. Ich bin überzeugt, dass wir so gut für eine Landesligasaison aufgestellt sind.“ Auch bei den Damen werde sich der sportliche Erfolg auf lange Sicht noch einstellen.

Jugendleiter Christian Sack verwies stolz auf 21 Jugendmannschaften, die für den Spielbetrieb 2018/2019 gemeldet seien. Wegen der zahlreichen Nachwuchshandballer seien in beinahe jeder Altersklasse für den weiblichen als auch für den männlichen Bereich jeweils zwei Teams gemeldet worden.

Geehrt wurden Julia Kranich und Stefan Walter. Beide erhielten von Neueder die silberne Ehrennadel der SpVgg für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Abteilung Handball. Neueder stellte erfreut fest: „Es kommt selten vor, dass wir zwei so junge Mitglieder dafür auszeichnen dürfen, dass sie so lange dabei sind.“ Sowohl Walter (37) als auch Kranich (28) waren schon als Kinder bei den jüngsten Handballern eingestiegen.

Neueder lobte Kranichs Engagement als Schiedsrichterin. Gemeinsam mit Katharina Künstner pfeift sie auch in der Jugend-Bundesliga regelmäßig Partien und ist außerdem Teil des DHB-Schiedsrichter-Kaders.

Einen Wechsel gab es auf der Position des Jugendleiters für den Bereich Kinderhandball. Regina Rösner hatte ihr Amt bereits im Februar aus persönlichen Gründen niedergelegt. Anna-Lena Schmitt wurde einstimmig zu ihrer Nachfolgerin gewählt.

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